Ein kleines bengalisches Fest

Bayern scFoto Jaensch
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Bayern scFoto Jaensch

Mühldorf. – Klein und eher zurückhaltend feierten Bayernfans den Sieg ihres Teams in der Champions League.

Einige Wirtshäuser zeigten die Übertragung, in manchem Garten glühten Grill und Bildschirm. Insgesamt aber blieb es ruhig.

Mühldorfs Polizeichef Dieter Hausberger sagt, dass es keine Probleme gab: „Uns wurde nichts gemeldet, wir haben auch nichts gesehen.“ Weder seien private Feiern ausgeufert, noch habe es Autocorsos oder größere Menschenansammlungen gegeben. Auch auf dem Mühldorfer Stadtplatz blieb es ruhig, der sonst nach größeren Fußballspielen zum Treffpunkt für autofahrende und hupende Fans wird.

Die Waldkraiburger Polizei ist vermutlich froh, dass der FC Bayern München nur ein Tor geschossen hat. „Einige Anrufer beschwerten sich über Ruhestörungen, vor allem als das 1:0 fiel. Am bei Autocorso-Fans beliebten Kreisel am Haus der Begegnung blieb es ruhig.

In Neumarkt-St. Veit trafen sich die Mitglieder des Fanclubs „Red and White“ in der „Sportsbar“, die schon seit dem Achtelfinale zu einer zweiten Heimat der Fans um Christian Eberl geworden ist. Trotz Corona-Regeln kam im Verlauf des Abends immer mehr Stimmung auf. Vorsitzender Eberl freute sich. „Unser Vereinsleben war dieses Jahr noch gar nicht attraktiv. Die Corona-Krise verhinderte alles.“ Er hätte natürlich lieber alle Spiele in Lissabon verfolgt, aber das ging nicht. So verfolgte er mit einigen Mitgliedern in der Sportsbar alle Finalspiele.

Am Sonntagabend erlebte er seine Mannschaft eher nervös. „Der Gegner hatte starke Stürmer und unsere Verteidigung machte auch heute Fehler. Aber unser Sturm, der passt halt. Der Sieg geht in Ordnung. Und einen großen Grund zum Feiern haben wir ja, das machen wir jetzt draußen.“

Dort kam dann tatsächlich etwas Feierstimmung auf, als die Feiernden Bengalos zündeten. Stefan Senftl glaubt, dass Torwart Manuel Neuer den Sieg festgehalten hat. „Der andere Tormann war ebenfalls gut, denn die Bayern hatten sogar mehr echte Torchancen als die Pariser. Nach seiner Ansicht hat der bessere Sturm das Spiel entschieden. „Solchen Fußball lieben wir.“

Der Bayernfanclub „Red Power“ aus Taufkirchen zog mit seinen Mitgliedern in die Garage von Winfried Steinhuber, die aufwendig zu einem „Fanstüberl“ umdekoriert worden war. „Es war ein Topspiel gegen Weltklassespieler, die von den Bayern in Schach gehalten werden konnten“ beurteilte er die Leistung des FCB. „Es war sehr emotional und stressig, aber Ende gut - alles gut. Es war auch ein Spiel für Deutschland und es hat gezeigt, dass wir zu den Besten gehören“.

So eingestimmt feierten nicht nur die Taufkirchner bis tief in die Nacht. fim/hg/hon/nz

Nach dem Sieg des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain in Lissabon künden Bengalos am Stadtplatz von Mühldorf vom Erfolg beim Finale. Die Münchner siegten mit 1:0 und gewannen die Champions-League.
So sehen Sieger aus: Die Mitglieder des Bayern-Fan-Clubs aus Taufkirchen (von links) Tobias Schestak, Winfried Steinhuber, Reinhard Hochreiter, Stefan Steinhuber, Thomas Steinhuber und Michael Mittermaier.
Christian Eberl, Vorsitzender des Fanclubs „Red and White“ aus Neumarkt-St. Veit.
Stefan Senftl ist einer der Zuschauer an diesem Abend.

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