Ehemalige Brauerei wird bewohnbar

Unser Bild zeigt das ehemalige Brauereigebäude in Wiesmühl/Alz direkt an der Bundesstraße. Darin sollen Gewerbe- und Wohneinheiten entstehen.
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Unser Bild zeigt das ehemalige Brauereigebäude in Wiesmühl/Alz direkt an der Bundesstraße. Darin sollen Gewerbe- und Wohneinheiten entstehen.

Engelsberg – In der Juli-Sitzung des Engelsberger Gemeinderates ging es vor allem um die Genehmigung des Bauantrages zur Nutzungsänderung des ehemaligen Brauereigebäudes zu fünf Wohneinheiten, einer Gewerbe- und einer Gastronomieeinheit mit Lager und Saal im Gebäude A sowie zwölf Wohneinheiten, einer Gewerbeeinheit als Büro für den Landesbund für Vogelschutz und drei Gewerbeeinheiten, Garagen und Abstellräumen im Gebäude B.

Der Bürgermeister Martin Lackner sagte, dass die Brauerei Wieser zum Teil aufgelöst sei, die kleine Brauerei Stahlbauer jedoch im Gebäude in Wiesmühl ansässig sei. Es sei erfreulich, dass die Gemeinde eine Brauerei habe. Außerdem sei die Gewerbe- und Wohnnutzung positiv zu beurteilen.

Geschäftsleiter der Gemeinde und Bauamtsleiter Christian Blickberndt stellte den Plan und das Vorhaben mit kleinen, nicht gravierenden Änderungen vor, wie er sagte. Im ehemaligen Brauereigebäude befinde sich die Brauerei Stahlbauer, hier soll ein Gastronomiebereich entstehen und aus dem Leerstand ein kleiner Saal für Veranstaltungen und Konzerte entstehen, der Platz für circa 50 Personen biete. Auf Nachfrage wurde klargestellt, dass es sich nicht um eine „Dauergastronomie“ handle, diese werde nur freitags und samstags betrieben. Positiv wurde beurteilt, dass das „landschaftsprägende Gebäude“ erhalten bleibe.

Gemeinderat Franz Gsinn (Freie Wähler) fand es sinnvoll, dass Wohnraum geschaffen werde ohne „Landschaftsfraß“. Ihn freue es zudem, dass das Brauereiwesen aufrecht erhalten bleibe. Blickberndt zeigte Bilder vom alten Sudkessel, der erhalten bleibe und im neuen Saal zu sehen sei. Dem Antrag wurde einstimmig zugestimmt.

Mehrwertsteuer und Biotonne sind ebenfalls Thema

Es gab auch einiges zu berichten von Bürgermeister Lackner. So wurde in Sachen Wasserversorgung Notverbund nun festgelegt, dass die Leitung nicht auf der Seite „Detterbeck“, sondern beim Anwesen Trost verlaufen werde. Außerdem wurde die bereits erwähnte Medienzentrale am Wertstoffhof mit einem Auftragswert von 47 000 Euro bestellt und der Vertrag über den Betrieb und die Hackschnitzellieferung bei der Fernwärme an Andreas Zwieselsberger vergeben.

Die Gemeinde Engelsberg habe die Anlieger der Ludwig-Thoma-Straße, der Maderlechner Straße, sowie der Mühldorfer Straße, Teile der Garchinger Straße und der Simon-Irschl-Straße angeschrieben, um das Interesse am Anschluss zur Fernwärme abzufragen. In dem Schreiben wurde auch darauf aufmerksam gemacht, welche Fördermittel es gäbe. Dabei kam die Kritik, so der Rathaus-Chef, dass man Werbung für die KfW mache. Dies sei nicht der Fall, dies wolle er ausdrücklich klarstellen.

Künftig werde die Gemeinde ein „goldenes Buch“ führen, das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten nichtöffentlichen Sitzung beschlossen. Außerdem wird das Anwesen Wollmannstetten an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen, der Auftrag sei bereits erteilt.

Zur Mehrwertsteuer-Senkung sagte Lackner, dass die Umsetzung des MwSt-Satzes von 16 Prozent bei der Fernwärme und fünf Prozent bei der Wasserversorgung so geregelt werde, dass für das gesamte Jahr der neue Mehrwertsteuersatz gelte, nicht nur von Juli bis Dezember. Es wäre zu aufwendig gewesen, zum 30. Juni den Verbrauch abzulesen. Deshalb profitiert der Verbraucher insofern, dass er auch im ersten Halbjahr in den Genuss der verminderten Mehrwertsteuer kommt. Man werde die Vorauszahlungen so weiterführen und am Jahresende dann die Rückerstattungen machen.

Zur Biotonne, die der Landkreis Traunstein einführt, sagte Lackner, dass dies ein Muss sei, also Benutzungszwang bestehe. Man könne sich aber befreien lassen, in diesem Fall müsse sich der Bürger aber an das Landratsamt wenden.

Die Anträge für das Regenwasserversickerungsbecken in Eiting seien gestellt und liegen zur Genehmigung beim Landratsamt, so Lackner. Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass die Hydranten oft zugestellt oder zugewachsen sind und rief dazu auf, dass die Grundstückseigentümer bitte schauen sollten, dass die Zugänglichkeit stets gewährleistet sei.

Abschließend bedankte er sich noch bei Pfarrer Speckbacher für die Erlaubnis, den Pfarrsaal für die Gemeinderatssitzungen während der „Corona-Zeit“ nutzen zu dürfen, um den nötigen Abstand zu gewährleisten.

Günter Abel (UBL) merkte noch an, dass die Andreas straße wegen des Kindergartenneubaus „abgesitzt“ ist. Er fand dies sehr ärgerlich, weil man großen Aufwand zur Sicherung betrieben habe. Bürgermeister Lackner sagte dazu, dass man die Kanäle befahren habe, um Mängel auszuschließen. Das Ergebnis dazu liege noch nicht vor, man hoffe aber, dass „dem Unterbau nichts fehlt“. Außerdem müsse man dies dann halt nach Beendigung der Baumaßnahme herrichten. gg

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