Edelfleisch ist nur schwer zu verkaufen

Mühldorf. – „Die Situation am Markt für Schlachtrinder ist durch die Corona-Pandemie stark angespannt.

Seit dem Monatswechsel April werden deutschlandweit Schlachtrinder von den Mästern zurückgehalten“, bilanzieren die Schlachthöfe und Metzgereien. Einige Schlachtunternehmen haben bereits oder werden demnächst an verschiedenen Standorten Kurzarbeit beantragen. Es werden teilweise nur noch 60 Prozent des üblichen Niveaus geschlachtet und zerlegt, heißt es in der Branche.

Bedingt durch die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Rindfleisch aktuell sehr verhalten. Die geschlossene Gastronomie verursacht enorme Absatzverluste. Zusätzlich wirken sich die sommerlichen Temperaturen aus: Deftiges Fleisch wird weniger nachgefragt. Wenn überhaupt stehen günstige Produkte wie Gulasch und Hackfleisch im Vordergrund. Edelteile wie Filet und Roastbeef sind sehr schwer zu vermarkten. Auch bei Rindfleisch wird ähnlich wie bei Schweinefleisch insgesamt vorsichtig und abwartend disponiert, um ja keine Lagerbestände aufzubauen.

Der Bauernverband setzt sich dafür ein, dass die Politik Maßnahmen zur Stabilisierung der Märkte sowie zur Sicherung von Existenzen und aufgebauten Wertschöpfungsketten ergreift“, erklärte BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer. Kreisbäuerin Anna Senftl ist Mitglied im Vorstand der VVG Oberbayern-Schwaben: „Auch bei Rindfleisch wurde die Forderung des BBV nach Beihilfe für private Lagerung von der EU-Kommission aufgegriffen.

Darüber hinaus setzt sich der Bayerische Bauernverband dafür ein, den Markt nicht noch zusätzlich durch Importe zum Beispiel aus Südamerika zu belasten sowie den heimischen Konsum durch gezielte Verbraucherkampagnen anzukurbeln.“ sb

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