Drei bis vier Euro für das Ökosystem

So sieht ein Lerchenfenster mit den Maßen drei auf sechs Metern aus. Friedrich

Schwindegg – Auf einer rund zweieinhalb Hektar großen Gemeindefläche, zwischen dem Wasserschloss und dem Seniorenheim Augustinum, ist eine Streuobstwiese, eine Wiese mit Wildblumen, ein Acker mit Wildblumen sowie ein Acker für Getreide entstanden.

Auf dem Acker wächst Winterdinkel auf rund eineinhalb Hektar, der nach den Richtlinien von Bioland angebaut und bestellt wurde.

Nicht angesäteFreifläche

Sowohl Bürgermeister Dr. Karl Dürner, als auch Rosa Kugler von der Ökomodellregion Mühldorf, kamen auf die Idee, einige Lerchenfenster im Dinkelfeld für die Feldlerche anzulegen. Dieses Fenster ist eine nicht angesäte Freifläche im Feld. Hierzu holte sich der Pächter Gust Obermeier fachlichen Rat von der Expertin für Vogelschutz, Ingrid Schubert, denn es gibt einiges zu beachten.

Damit der Fuchs oder der Hund es schwer haben, sollte das Lerchenfenster mit einem Abstand von mindestens 25 Metern innerhalb des Feldes angelegt werden. Das eigentliche Gelege der Feldlerche befindet sich rund fünf Meter um den Landeplatz herum geschützt im hohen Getreide.

Diese Schutzzone ist bei Pflegearbeiten unberührt zu lassen, da sonst das Gelege zerstört werden kann. Zudem ist auch ein Abstand von etwa 30 Metern zu den Bäumen einzuhalten, wegen der Greifvögel, die es auf die Brut abgesehen haben könnten.

Die Feldlerche brütet in der Regel, je nach Witterung, ab Mitte April. Dabei besetzen die männlichen Lerchen den Brutplatz, sprich das Lerchenfenster, in der Größe von drei auf sechs Metern. Durch ihren melodischen Gesang verteidigen sie das Lerchenfenster und locken zugleich ein Weibchen zur Paarung an.

Gust Obermeier erklärte auf Nachfrage, warum die Feldlerche so schützenswert ist: Der Vogel ernährt sich von Larven, Käfern, Schnecken, Pflanzensamen und so weiter. Durch seinen ausgeschiedenen Kot wird der Samen verteilt und das gesamte Ökosystem im Umkreis stabilisiert.

Weiter erzählt Gust Obermeier, dass in der Regel zwei Lerchenfenster pro Hektar ausreichen. Der Ertragsausfall pro Lerchenfenster beträgt rund drei bis vier Euro und ist ein verschwindend geringer Betrag im Verhältnis zum Nutzen für das Ökosystem. Die Anlage des Lerchenfensters in den Feldern kann im Herbst oder im zeitigen Frühjahr erfolgen. Obermeier hat auf seinen Ackerflächen weitere 25 Lerchenfenster angelegt, in der Hoffnung, dass das ein oder andere Lerchenpaar dort brütet.

Zuletzt meint er noch, dass es hilfreich wäre, wenn Hundebesitzer ihre Tiere nicht frei herumlaufen lassen, damit die Lerchen derzeit beim Brüten nicht gestört werden. tf

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