Dorf als Ganzes entwickeln

Um die künftige EntwicklungGumattenkirchens ging es Mettenheims Bürgermeister Stefan Schalk ebenso wie dem engagierten Bürgerkreis auf dessen erster Sitzung beim Spirkl-Wirt. Kretschko

Mettenheim – Die an der Dorfentwicklung interessierte Gumattenkirchner Bürgerschaft formierte sich auf Vorschlag des Mettenheimer Bürgermeisters Stefan Schalk zu einem Arbeitskreis, der die „Zentrumsbebauung Gumattenkirchen“ ausdiskutieren soll (wir berichteten).

Nun kamen 20 Einwohner und Vertreter des Gemeinderates zu einer ersten Sitzung beim Spirkl-Wirt zusammen.

„Bürgerhaus“ oder „Dorfentwicklung“?

Zu Beginn war noch unklar, ob sich der Arbeitskreis nach des Bürgermeisters Vorstellung nun „Dorfentwicklung“ oder – wie von Alexander Nolli und seiner Mitstreitern vorgeschlagen – „Bürgerhaus“ nennt. Wie auch immer, es wurde an diesem Abend eine ganze Liste von Fragen, die auch schon Thema der jüngsten Bürgerversammlung waren, abgearbeitet.

Die Forderung der Bürgerschaft nach einer weniger dichten Bebauung im jüngsten Wohngebiet „Isner Feld“ war zwar per Gemeinderatsbeschluss mittlerweile vom Tisch, dafür ging es um das gewünschte Bürgerhaus, das perspektivisch zum Treffpunkt für die Vereine werden soll.

Schalk warnt vor Wirthaus-Konkurrenz

„Ich versteh‘ Euch!“, signalisierte Stefan Schalk den Gumaringern, wiederholte aber seine Bedenken wegen der ungewollten Konkurrenz gegenüber dem noch vorhandenen Gastwirt und verwies zugleich auf den bekanntermaßen schwierigen Betrieb einer solchen Begegnungsstätte in ehrenamtlicher Regie. Er bat des Weiteren nachzudenken, ob es nicht besser sei, das der Gemeinde gehörende Feuerwehrhaus auszubauen, wofür noch ein Plan aus dem Jahr 2017 existiert, als einen teuren Neubau zu errichten.

Dazu gab es unterschiedliche Meinungen, die allerhand Konfliktpotenzial in sich bargen. So drehte sich die Diskussion um den geeigneten Platz im Ort, ausreichenden Parkraum, die Lärmbelästigung der Anwohner, Erhaltung des Spielplatzes sowie Sicherung möglicher staatlicher Zuschüsse im Rahmen einer Dorferneuerung.

Um die Beteiligten unter einen Hut zu bringen, wird es noch reiflicher Überlegung bedürfen, will doch der Arbeitskreis dem Gemeinderat recht bald umsetzbare Vorschläge für die Dorfentwicklung präsentieren.

Mit der auf dem Girmerhof geplanten Wohnbebauung im „Zentrum Gumattenkirchen“ und der über das Areal gebreitete Veränderungssperre, wollte die Gemeinde uneigennützig helfen, einen schönen Dorfkern zu schaffen, erklärte der Bürgermeister das bisherige Vorgehen.

Auch Nahversorgung kommt zur Sprache

Rückendeckung erfuhr er durch die ebenfalls anwesende Buchbacher Architektin Christa Schwarzmoser, die drei Bebauungsvarianten vorstellte und damit die Diskussion anregte. So äußerten die Anwesenden im Saal zum Teil konträre Standpunkte, die den jeweiligen wirtschaftlichen und städtebaulichen Interessen geschuldet waren. Deshalb plädierte der Bürgermeister am Ende für ein durchdachtes bürgerschaftliches Konzept für Gumarings Zukunft und mahnte, sich nicht zu verzetteln.

Zur Sprache kam auch die Nahversorgung, insbesondere mit frischen Backwaren und Grundnahrungsmitteln – das für den Fall, dass Elfi Multerer, die einzige Einzelhändlerin im Ort, einmal schließt. Des Weiteren spielte die bessere Verkehrsanbindung eine Rolle. Sie könnte zum Beispiel durch neu zu schaffende, sichere Radwege eventuell abseits der Straßen und mit akzeptablem Belag erfolgen sowie durch den Ausbau des örtlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), wie es ein Projekt „Landmobil e.V.“ vorsieht.

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