Disziplin und Routine: Wie sich Taufkirchens Bürgermeister in sein Amt einarbeitet

Auch wenn er nicht mehr so oft daheim ist, wie früher, ist das Familienleben ist Taufkirchens Bürgermeister wichtig. Alfons Mittermaier (2. von links) im Kreis seiner Lieben (von links): Frau Regina, Tochter Andrea, Sohn Robert, Tochter Christine und Tochter Kathrin. Hund Tipsi gehört auch zum engen Kreis.
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Auch wenn er nicht mehr so oft daheim ist, wie früher, ist das Familienleben ist Taufkirchens Bürgermeister wichtig. Alfons Mittermaier (2. von links) im Kreis seiner Lieben (von links): Frau Regina, Tochter Andrea, Sohn Robert, Tochter Christine und Tochter Kathrin. Hund Tipsi gehört auch zum engen Kreis.

Seit 1. Mai steht Alfons Mittermaier an der Spitze der Gemeinde Taufkirchen. Disziplin und die neuen Kommunakationsmittel helfen ihm, Amt, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Taufkirchen – Was die drei wichtigsten Arbeitsgeräte für Alfons Mittermaier sind? Smartphone, Laptop und eine Tasche mit Ordnern. Im Taufkirchner Rathaus wird Kommunikation großgeschrieben. Zumindest seit der Mittfünfziger die Amtsgeschäfte übernommen hat. Auch wenn es Corona bedingt im beschaulichen Ort noch kein wirkliches Gemeindeleben gibt – zumindest den Draht zu den Bürgern, den hat Mittermaier.

Neue Sprechstunde und Whatsapp-Gruppe

Die neue Bürgersprechstunde – jeden Donnerstag zwischen 17 und 19.30 Uhr – und die bereits um die 400 Personen starke Whatsapp-Gruppe, wo neuste Infos ausgetauscht werden, werden gut angenommen.

Dazu kommen noch ein Online-Veranstaltungskalender, der zugegeben noch nicht sehr gefüllt ist, jedoch abonniert werden kann, und in naher Zukunft ein gemeinsames Infoblatt für Kraiburg, Jettenbach und Taufkirchen.

Kommunikation, Austausch, Bürgernähe, wenn möglich mit dem Rathaus als Gemeindemittelpunkt. Das merkt man bereits, wenn man in Alfons Mittermaiers frisch eingerichtetes Büro eintritt. „Fotos und Bilder kommen noch an die Wand. Dafür gibt’s schon eine Kaffeemaschine“, lacht der Bürgermeister. Bei Kaffee lässt es sich besser ins Gespräch kommen. Und das nicht nur mit Bürgern, sondern auch anderen Gästen, die ihm in den ersten Monaten die Aufwartung gemacht haben.

Besuch aus der polnischen Botschaft hat ihn beeindruckt

Ein Ereignis, das ihn – abgesehen von bereits drei Hochzeiten, die er schließen durfte – beeindruckt habe, war der Besuch aus der polnischen Botschaft zusammen mit Nachkommen des polnischen Zwangsarbeiters Stefan Duda, für den ein Gedenkstein in Gallenbach aufgestellt worden war. Das habe freilich ein Einlesen in die Hintergründe bedeutet. Fleißarbeit, die Alfons Mittermaier aber gerne macht.

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Und Lokalgeschichte war nicht das einzige, in das sich das Gemeindeoberhaupt hat einarbeiten müssen: Von Baurecht über Digitalisierung bis hin zu Themen, die den Wasserzweckverband betreffen, dessen Vorsitzender er ebenfalls jüngst geworden ist. „In dem Amt muss man sich in vielen Sachbereichen auskennen, für die ich mir zu Beginn etwas mehr Zeit zum Einlesen gewünscht hätte.“

Das Familienleben ist ihm sehr wichtig

Zeit, die er sich genau einplanen muss. Davon hat der ehrenamtliche Bürgermeister, der hauptsächlich am Vormittag seiner Arbeit als Maschinenring-Assistent nachgeht und nachmittags entweder im Rathaus, in der Verwaltungsgemeinschaft in Kraiburg oder bei Terminen für die Gemeinde unterwegs ist, nicht mehr sehr viel. „Früher bin ich oft zur Arbeit nach Töging geradelt. Das geht sich zeitlich jetzt, wo alles ganz eng getaktet ist, nicht mehr aus.“

Schade, findet Alfons Mittermaier, dem der Ausgleich und besonders das Familienleben sehr wichtig sind. Doch auch das muss der vierfache Familienvater und Großvater genau terminieren. „Ohne Terminkalender geht es einfach nicht!“ Eine Familienfeier, die trage er sich drei Wochen vorher bereits ein.

Neue Wege der Kommunikation

Wie das klappt? „Mit Disziplin und einer eingespielten Routine freilich! Aber man muss auch mal abschalten können.“ Charaktereigenschaften, die auch Mittermaiers älteste Tochter Andrea Weber, die ihre Eltern samt einjährigem Töchterchen gern mal besucht, an ihrem Vater schätzt. Sicher sei zu spüren, dass er nicht mehr so oft zuhause sein kann wie früher, aber wenn er dann da ist, ist er es mit vollem Herzen und er unterstütze weiterhin die Familie.

Wie er sich in ihren Augen als Bürgermeister mache? Andrea lacht. „Sehr gut selbstverständlich! Er ist Neuem gegenüber aufgeschlossen und lässt sich auch was sagen.“ Diskussionen führe er sachlich, wäge genau ab und entscheide dann. Gut findet die 27-Jährige auch, dass er neue Wege der Kommunikation sucht und damit auch die Jungen erreicht.

Wegen Corona kleinere Brötchen?

Bleibe zu wünschen – so Andrea –, dass er die Lust am Amt nicht verliert. Denn an Aufgaben gibt es viele zu bewältigen. Für die gemeindlichen Kindergarten-Plätze sei mittlerweile gesorgt, auch eine Spielgruppe konnte wieder ins Leben gerufen werden. Mehrzweckturnhalle und Straßenbau stehen als Herausforderungen im Raum.

Mit Blick auf die Haushaltslage der kommenden Jahre, die aufgrund der Corona-Maßnahmen noch nicht absehbar sei, müssen da vielleicht kleinere Brötchen gebacken werden. Jedoch: „Die von der Staatsregierung stark geförderte Digitalisierung der Schulen hat momentan Priorität.“ Abgesehen davon, ob Laptops für Grundschüler der richtige Weg sind, stellt sich Alfons Mittermaier die Frage, was die Wartung der anzuschaffenden Leihgeräte kosten wird. Immer den Blick voraus.

Der große Wunsch: Wieder Normalität und ein echtes Gemeindeleben

Und da wünscht sich Taufkirchens Bürgermeister mit einer Überwindung der aktuellen Krise wieder mehr ‚Normalität‘ und ein echtes Gemeindeleben. Auch wenn zusätzliche Veranstaltungen und Festivitäten seinen Terminkalender noch mehr sprengen würden. Das gehöre doch einfach dazu!

In Sachen Kommunikation will der neue Bürgermeister auf der Höhe der Zeit sein.

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