Die Narren hängen in der Luft: In der Faschingshochburg Kraiburg regiert die Unsicherheit

„SMARTOPIA – Fortschritt oder letzter Schritt?“, hieß in Kraiburg das Programm in der vergangenen Saison, das auch im Corona-Jahr passen würde. Denn wie es mit dem Fasching in der närrischen Hochburg heuer weitergeht, weiß im Moment niemand. Bachmaier
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„SMARTOPIA – Fortschritt oder letzter Schritt?“, hieß in Kraiburg das Programm in der vergangenen Saison, das auch im Corona-Jahr passen würde. Denn wie es mit dem Fasching in der närrischen Hochburg heuer weitergeht, weiß im Moment niemand. Bachmaier

„Kraiburger Leit – Gaudi und Freid“ heißt das Leitwort der Narrengilde Kraiburg. Ob der närrische Schlachtruf in der kommenden Faschingssaison zu hören sein wird, das steht noch in den Sternen. Denn wegen Corona hängen auch die Narren in der Faschingshochburg Kraiburg in der Luft.

Kraiburg – „Sollte es im Fasching Veranstaltungen geben, so wären wir gardemäßig schon gerüstet. Alle unsere Garden trainieren wie immer schon seit längerer Zeit. Die ersten Monate ist es halt anders gelaufen“, erzählt Michael Achatz, Präsident der Faschingsgesellschaft.

„Die Garden wären gerüstet“, glaubt Narrengilde-Präsident Michael Achatz. Ob sie im Fasching 2021 auch tanzen dürfen, steht in den Sternen.

Nach Probetraining im März stand alles still

Die große Garde habe im März ihr erstes Probetraining absolviert. „Tags darauf wurde alles gestoppt und still gelegt.“

Drei Wochen lang hielten die Aktiven der Narrengilde in Video-Konferenzen Kontakt. Aktives Training unter Einhaltung der Abstandsregeln war erst ab Ende Mai/Anfang Juni wieder gestattet. Nach weiteren Lockerungen darf nun mit Körperkontakt und Hebefiguren trainiert werden, „sodass die Garden dann schon faschingsfit wären“, so Achatz.

Planungen liegen vorerst auf Eis

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Natürlich macht das Training im großen Saal des Bischof-Bernhard-Hause den 21 Mädels und sechs Burschen der großen Showgarde Spaß. Sie sind mit großer Motivation dabei. „Trotzdem wäre es schade um die ganze Arbeit, wenn keine Auftritte möglich sind“, sagt Trainerin Franziska Harrer. Die Präsentation des Programms müsste dann verschoben werden.

Kein neues Motto, kein Prinzenpaar

Die weiteren Planungen für den Fasching 2021 liegen vorerst auf Eis. Die Narrengilde will bis 31. Oktober abwarten, was „von oben“ entschieden wird. Erst danach sollen die Details geklärt werden, wenn es überhaupt einen Fasching gibt.

„Wir hätten schon ein tolles Motto gehabt, aber das wäre dafür zu schade gewesen, wenn man nicht weiß, was kommt“, sagt Michael Achatz. Die Narrengilde setzt deshalb auf ein Ersatzthema. „Auch die Suche nach einem Prinzenpaar haben wir gestoppt. Denn ich will ein Pärchen nicht für zwei Jahre festnageln.“

Gemeinsame Linie mit anderen Vereinen?

Eine Option sieht der Präsident darin, sich mit anderen Garden im Fasching 2021 zusammen zu schließen. Dazu gibt es schon Überlegungen und Kontakte mit Vereinen und Garden in der näheren Umgebung. „Es sind ja alle gleich betroffen.“ Ob man sich in dieser schwierigen Zeit auf eine gemeinsame Linie einigen und wie man dies ausloten kann? „Das braucht halt auch noch eine Reifezeit“, meint Achatz.

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Kostüme aus dem Fundus

Die Narrengilde möchte die anfallenden Kosten möglichst gering halten und arbeitet deshalb heuer auf Sparflamme. So werden diesmal Kostüme aus dem großen Fundus verwendet. Denn wenn es keine Veranstaltungen oder Auftritte gibt, kommt auch kein Erlös in die Kasse.

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Einen Großteil der Einnahmen der Faschingsgesellschaft macht der Umsatz an der Bar aus. „Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass im Bischof-Bernhard-Saal ein Faschingsball in gewohnter Weise stattfinden kann“, fürchtet der Präsident.

Noch ist keine Veranstaltung fixiert. Für den Marktball am 2. Januar sind Saal und Band nur vorreserviert.

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