Die Situation in den Supermärkten

Hamster sind wieder da: Mit zweiter Corona-Welle steigt Nachfrage nach Klopapier in Mühldorf

Nur noch eine Packung, heißt es in vielen Supermärkten. Denn mit der zweiten Coronawelle kehren auch Hamsterkäufe zurück. Besonders gefragt: Toilettenpapier. Die Leiter der heimischen Supermärkte halten das für Aktionismus, denn es gebe keinen Mangel an Mehl, Zucker, Hefe und Co.
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Nur noch eine Packung, heißt es in vielen Supermärkten. Denn mit der zweiten Coronawelle kehren auch Hamsterkäufe zurück. Besonders gefragt: Toilettenpapier. Die Leiter der heimischen Supermärkte halten das für Aktionismus, denn es gebe keinen Mangel an Mehl, Zucker, Hefe und Co.
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Das Bild gleicht dem aus dem Frühjahr: Menschen schleppen stapelweise Klopapier aus den Supermärkten. Die zweite Corona-Welle kommt mit Macht und schwappt die Hamsterkäufer verstärkt in die Läden. So beurteilen die Marktbetreiber die Situation.

Mühldorf – Egal ob Norma oder Netto: Das Hamstern im Landkreis geht wieder los. Mit dem starken Anstieg von Menschen, die sich mit Corona infiziert haben, sind Grundversorgungsmittel massiv gefragt. Und wieder ist es Toilettenpapier, das im Regal nur noch vereinzelt liegt. „Bei uns geht es palettenweise raus“, sagt eine Kassierin, „obwohl jeder Kunde nur noch eine Packung mitnehmen darf.“ Daran aber halten sich viele nicht, gehen raus und kommen wieder, stellen sich an der Nachbarkasse an. Neben den WC-Rollen stehen Mehl, Hefe und Eier wie schon im Frühjahr hoch im Kurs. „Aber wir bekommen heute eine neue Lieferung“, die Kassierein schüttelt den Kopf.

Konserven für 1200 Euro gekauft

Der Sonderpostenmarkt Thomas Philipps in Mühldorf muss schon seit dem Wochenende Nachschub ordern. „Heute habe ich zehn Paletten Klopapier nachgeordert. Die Leute hamstern wie verrückt“, berichtet Stefanie Becker, stellvertretende Filialleiterin des Marktes in Mühldorf.

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Ein Kunde habe schon am Samstag elf Packungen Klopapier gehamstert, ein anderer für seinen Einkauf 1200 Euro hingelegt. Allerdings nicht nur für Klopapier. „Auch Konserven sind gefragt“, sagt Becker, „die Regale leeren sich!“.

Maximal zwei Packungen pro Einkauf

Inzwischen sei der Einkauf von Toilettenpapier und Küchenrollen kontingentiert worden, es gibt maximal zwei Packungen – egal ob Küchenrolle oder Klopapier – pro Einkauf.

Gestresst klingt auch Werner Groß, Inhaber des Edeka-Marktes in Neumarkt-St. Veit. „Die Leute bunkern wieder“, erzählt er. Es sei aber nicht alleine Toilettenpapier. Ein höherer Absatz sei auch bei Mehl und Zucker zu beobachten. Bisher sah er aber noch keinen Anlass, die Ausgabe zu beschränken. Beim Toilettenpapier befürchtet er jedoch, dass es wahrscheinlich darauf hinauslaufen wird!“

Mit zehn Packungen Klopapier darf keiner raus

Konkrete Rationierungen soll es bei der Kaufland-Filiale in Waldkraiburg nicht geben. Unbegrenzt Toilettenpapier kaufen wird trotzdem nicht möglich sein: „Wenn Sie zehn Packungen Klopapier auf einmal haben wollen, dann geht das sicher nicht“, sagt eine Verkäuferin der Kaufland-Filiale in Waldkraiburg.

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Schon bisher habe man das so gehalten. Wie eine Sprecherin der Kaufland-Zentrale in Neckarsulm auf Anfrage mitteilt, beobachtet das Unternehmen „derzeit nur in einzelnen Filialen ein verändertes Einkaufsverhalten der Kunden“. Konkret zum Standort Waldkraiburg äußert sie sich nicht.

Marktleiter: Kein Grund zur Panik

Verständnis für dieses Verhalten haben die Händler nicht. Alle Filialen würden täglich beliefert, sodass die Warenversorgung sichergestellt sei, heißt es bei Kaufland. „Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, zusätzliche Vorräte anzulegen. Es sind ausreichend Lagerbestände vorhanden. Daher planen wir keine Rationierung der Menge. Wenn jeder das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da.“

Marktleiter: Es wird keine Mangel geben

Gelassen blickt Andreas Hofebauer, Geschäftsleiter Globus Warenhaus in Mühldorf, der Situation entgegen: „Wir haben einen leichten Anstieg zu verzeichnen, der sicherlich auch mit der momentanen Situation im Landkreis zu tun hat. Wenn sich das wieder normalisiert, werden wir auch wieder normale Zahlen haben.“ Wie die anderen Händler ist auch er sicher, dass es keinen Mangel geben wird.

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