BETREUUNG VON FLÜCHTLINGSKINDERN

Deutsch lernen mit Laptop und Tablet

Bei der Auftaktveranstaltung im Landratsamt (von links): Matthias Ettinger und Ursula Kamm vom Amt für Jugend und Familie, Kathi Struckmeyer vom IFF, Elfriede Geisberger und Hedwig Egger vom Amt für Jugend und Familie sowie Landrat Georg Huber. re
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Bei der Auftaktveranstaltung im Landratsamt (von links): Matthias Ettinger und Ursula Kamm vom Amt für Jugend und Familie, Kathi Struckmeyer vom IFF, Elfriede Geisberger und Hedwig Egger vom Amt für Jugend und Familie sowie Landrat Georg Huber. re

Im Landkreis waren im Juli 130 Asylbewerber- und Flüchtlingskinder im Alter bis zu sechs Jahren registriert. Für sie gibt es nun eine spezielle Förderung der Bildung, Erziehung und Betreuung in Kitas.

Mühldorf – Fluchterfahrungen, Sprachbarrieren, völlig neues Umfeld: Die Betreuung von Asylbewerber- und Flüchtlingskindern stellt das Personal in Kindertageseinrichtungen vor große He rausforderungen. Um die Erzieher in ihrer pädagogischen Arbeit zu unterstützen, setzt der Landkreis nach eigenen Angaben nun die Richtlinie des Sozialministeriums zur Förderung der Bildung, Erziehung und Betreuung von Flüchtlingskindern um.

Das Projekt umfasst sieben Bausteine. Erster Schritt war die zentrale Beschaffung von Tablets und Laptops für die Nutzung von Sprachlernsoftware. Die Übergabe der Hardware an die Kita-Leitungen fand im Rahmen einer Infoveranstaltung im Landratsamt mit einem Fachvortrag zur pädagogischen Nutzung von Sprachlernsoftware statt. Hintergrundwissen lieferte Kathrin Struckmeyer, Kulturpädagogin am Medienzentrum München des Instituts Jugend Film Fernsehen. Sie referierte zum Thema „Sprachförderliche Potenziale rezeptiver und aktiver Medienarbeit in Krippe, Kindergarten und Hort für Kinder mit Fluchterfahrung.“

Darüber hinaus wurde im Landratsamt eine Fachbibliothek eingerichtet. Das Angebot umfasst zwei- beziehungsweise mehrsprachige Bilder- und Kinderbücher, textfreie Bilderbücher, Bildkarten, mehrsprachig bebilderte Wörterlexika sowie Fachliteratur zu den Themenbereichen Interkulturalität und sprachliche Bildung. Die Medien können künftig von den Kitas ausgeliehen werden.

Im Rahmen des Projekts sind Fortbildungen für die pädagogischen Fachkräfte geplant. Die Teilnehmer wurden auch darauf hingewiesen, dass ein Budget für Dolmetscherleistungen, Fahrdienste und Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten zur Verfügung steht.

Landrat Georg Huber dankte, dass sich die Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen so zahlreich an diesem Projekt beteiligen und ihre Bereitschaft zeigen, sich den künftigen Herausforderungen zu stellen. Vonseiten des Landratsamtes sicherte er weiterhin Unterstützung zu. „Dieses Projekt ist ein wichtiger Mosaikstein im ganzheitlichen Integrationsnetzwerk“, so Landrat Georg Huber.

Die Vertreterinnen der Kitas bedankten sich für die Ausstattung und die Anregungen. Die Sachkosten werden nach Angaben des Landratsamts durch die Richtlinie zu 90 Prozent gefördert. re

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