Der Wohnfrieden ist wichtiger

Obertaufkirchen – Der Freistatt Bayern hat in die Bayerische Bauordnung eingegriffen und dabei unter anderem eine Neuregelung des Abstandsflächenrechts auf den Weg gebracht.

Damit soll die Nachverdichtung in den Kommunen vereinfacht werden. Allerdings sieht der Gemeinderat hier eher Nachteile für den Wohnfrieden und hat eine eigene Satzung in Sachen Abstandsflächen beschlossen.

Ziel der Gemeinde ist es, dass nicht so eng gebaut werden soll. Bürgermeister Franz Ehgartner (Heimattreue) führte dies in der Gemeinderatssitzung aus. Viele Bereiche im Gemeindegebiet sind noch nicht überplant. Außerdem sind in den gemeindlichen Bebauungsplänen zum Teil großzügige Bauräume festgelegt.

Die Abstände werden hier im Wesentlichen durch das Abstandsflächenrecht geregelt. Der ohnehin schon hohe Siedlungsdruck hat durch die Eröffnung der Autobahn A 94 nochmals zugenommen. Die steigenden Grundstückspreise werden dazu führen, dass die Mindestmaße der Abstandsflächen so weit wie möglich ausgenutzt werden. Eine Entwicklung, die bereits jetzt festzustellen ist.

Bürgermeister Ehgartner und der Gemeinderat sehen die Gefahr, dass eine deutliche Nachverdichtung nachteilige Auswirkungen auf den Wohnfrieden hat. Das Wohnen sei geprägt durch Abstand zum Nachbarn. Freibereiche um die Gebäude bedeuten Wohnqualität, besonders auch für Kinder.

Daher hat der Gemeinderat einstimmig eine Satzung beschlossen, welche die Wohnqualität erhalten kann. Außerdem sollen damit auch notwendige Flächen für die Unterbringung von Gartengeräten, Spielgeräten für Kinder, Fahrrädern und Kfz gesichert werden.

Die beschlossene Satzung gilt auch für Bebauungspläne und Satzungen, die vor dem 1. Februar 2021 in Kraft getreten sind.

Die Abstandsflächen regeln den Abstand eines Hauses zu seinem Nachbarn. Ziel des Gesetzgebers ist, die Abstandsflächen zu verkürzen, damit dichter gebaut werden kann. Die Abstandsflächen sollen daher deutlich verkleinert werden.

Die Gemeinde möchte bewusst höhere Standards festlegen und die alten Abstandstiefen weitgehend beibehalten. Von der neuen gemeindeeigenen Regelung gibt es auch Ausnahmen: Auf zwei Seiten eines Gebäudes sind bei einer Wandlänge von weniger als 16 Metern kleinere Abstandsflächen, mindestens jedoch drei Meter, zulässig. sn

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