Das Rezept für eine lange Ehe? Viel Vertrauen und gegenseitige Rücksichtnahme

Ein Türkranz zur Hochzeit, so wie es früher der Brauch war, wenn sich ein Ehepaar für den Weg zum Altar entschiedenhat, gab es auch zum 65. Hochzeitstag für die Eheleute Krapf. Bürgermeister Lorenz Kronberger (rechts) mit dem Jubelpaar, dem die Nachbarn einen Türkranz für die Haustüre gebunden haben.
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Ein Türkranz zur Hochzeit, so wie es früher der Brauch war, wenn sich ein Ehepaar für den Weg zum Altar entschiedenhat, gab es auch zum 65. Hochzeitstag für die Eheleute Krapf. Bürgermeister Lorenz Kronberger (rechts) mit dem Jubelpaar, dem die Nachbarn einen Türkranz für die Haustüre gebunden haben.
  • Robert Wagner
    vonRobert Wagner
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Vor 65 Jahren geheiratet: Adolf und Frieda Krapf aus Polling feiern Eiserne Hochzeit und freuen sich auch über Glückwünsche des Ministerpräsidenten

Polling/Schoßmühle– „Eigentlich hätt‘ ma ja im großen Kreis gefeiert, jetzt müss‘ ma es halt auf zweimal machen. Mia san froh, das ma überhaupt feiern kennan“. Adolf und Frieda Krapf aus dem Pollinger Ortsteil Schoßmühle reagierten gelassen auf die Einschränkungen durch Corona. Dieser Tage feierten die das Jubiläum der Eisernen Hochzeit – ein sehr seltenes Ehejubiläum feiern durften.

Auch der bundespräsident gratulierte zum Ehejubiläum

Voller Freude reagierten die beiden auf die handsignierten Glückwünsche des bayrischen Ministerpräsidenten und des Bundespräsidenten. 65 Jahre sind vergangen, seit sich das Jubelpaar am 24. September 1955 in Mitterskirchen das Ja-Wort gab. Und seither hat diese Beziehung, gemäß seiner Bezeichnung, eisernen Bestand.

Beim Trachtenverein kennengelernt

Kennengelernt haben sich der gebürtige Mitterskirchner und seine Frieda, die aus dem Sudetenland stammt und infolge der Aussiedlung ebenfalls nach Mitterskirchen kam, im Jahr 1951 beim Trachtenverein Edelweiß, der damals aus der Taufe gehoben wurde und bei dem sie auch Gründungsmitglieder waren. Aus diesem Kennenlernen wurde Liebe und so schlossen sie vier Jahre später den Bund der Ehe und bezogen ihre Wohnung im Haus der Eltern von Adolf.

Seit 1957 wohnen die Krapfs in Schoßmühle

Beruflich bedingt – Adolf Krapf war Fahrdienstleiter bei der Bundesbahn – verschlug es das Paar 1957 nach Schoßmühle, wo sie im Wohnhaus gegenüber dem Bahnhof einzogen. Im selben Jahr wurde ihr erster Sohn geboren. Ihm folgten 1962 der zweite Sohn und, mit der Geburt von Zwillingen im Jahr 1966, ein weiterer Sohn und eine Tochter.

Bis zur Pension der Bundesbahn treu geblieben

Mit der Geburt der Kinder, gab Frieda auch ihre Arbeit in der Schuhfabrik auf und sorgte sich zu Hause um deren Erziehung und das Haus, das sie 1982 nach der Auflassung des Bahnhofs erwarben, während Adolf bis zu seiner Pension der Bundesbahn treu blieb.

Viele Einschränkungen wegen Corona-Krise

Seit dem Ruhestand hatten beide auch mehr Zeit für ihre Hobbies, die sie schon seit Jahrzehnten pflegten. Doch seit diesem Jahr ist dies, ebenfalls Corona geschuldet, ganz anders. Adolf kann sich zwar nach wie vor um seinen Garten kümmern und ihn pflegen, für Frieda dagegen sind die Einschränkungen groß. Die wöchentlichen Kegelabende fallen aus und auch das Singen im Kirchenchor ist Geschichte. Dort hat sie nach 40 Jahren zu Beginn der Pandemie aufgehört.

Eng mit der Kirche verbunden

Was dagegen Bestand für beide hat, ist der sonntägliche Kirchgang, dem sich bei Adolf der Frühschoppen anschließt, während Frieda sich daheim um das Mittagessen kümmert. So wie die Krapfs überhaupt eng mit der Kirche verbunden sind. War doch Adolf zwei Perioden im Pfarrgemeinderat, hat sich 20 Jahre als Lektor eingebracht und 35 Jahre lang die Beleuchtung am Christbaum in der Mauerberger Kirche angebracht.

Sechs Enkel und ein Urenkel sind die größte Freude

Die größte Freude für beide sind ihre sechs Enkel und ein Urenkel, die dem Jubelpaar so sehr ans Herz gewachsen sind. Neben diesen, gratulierte auch Pollings Bürgermeister Lorenz Kronberger zur Eisernen Hochzeit und überbrachte einen Geschenkkorb sowie eine Urkunde der Gemeinde.

Tipp des Jubelpaares: Auf die Bedürfnisse des anderen eingehen

Auf die abschließende Frage, welches Rezept denn einem so lange währenden gemeinsamen Weg durchs Leben zugrunde liege, antworten beide gleichermaßen: „Vertrauen zueinander, die gegenseitige Rücksichtnahme und auf die Bedürfnisse des anderen eingehen – das ist das beste Fundament für eine lange und glückliche Ehe“.

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