Kommentar zum gekippten Tempolimit auf er A94: Das Lärmproblem ist nicht gelöst

Markus Honervogt, Leitender Redakteur in Mühldorf.
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Markus Honervogt, Leitender Redakteur in Mühldorf.

Kommentar von Markus Honervogt zur Aufhebung des Tempolimits auf der Autobahn A94 zwischen München und Mühldorf

Die Krux der Gerichtsentscheidung zum Tempolimit auf der A 94 ist: Das Problem der Lärmbelästigung bleibt, das Verwaltungsgericht hat es – natürlich – nicht gelöst. Noch immer werden Straßen nach Lärmregeln gebaut, die fast 50 Jahre alt sind. Seitdem hat der Verkehr massiv zugenommen, das Lärmempfinden und die gesundheitliche Belastung durch Umwelteinflüsse sind in dieser Zeit grundsätzlich gewachsen.

Lesen Sie dazu den Bericht: Gericht kippt Tempolimit auf A 94 – Autobahndirektion will 120-Schilder am Dienstag entfernen

Das Gericht hat klar gemacht, dass das Tempolimit auf der A 94 den Streit um den Lärm entlang der Autobahn rechtlich nicht befrieden kann. Das kann nur der Gesetzgeber tun, in dem er endlich Gesetze erlässt, die die Anwohner von Straßen, Schienen und Autobahnen besser schützt.

Für die Anwohner entlang der A 94 bleibt damit wenig Hoffnung. Schon die ersten Überprüfungen der Autobahndirektion haben gezeigt, dass alles nach zwar überholten Regeln aber mit durchaus rechten Dingen zugegangen ist. Vermutlich gilt das auch für die Ergebnisse der Lärmmessungen an den Häusern, die die Autobahndirektion hoffentlich trotz der Entscheidung des Gerichts weiter durchführen wird.

Denn deren Daten werden zeigen, dass die Anwohner tatsächlich unter Lärm leiden. Vielleicht tragen diese Ergebnisse dann dazu bei, dass sich der Bund endlich Gedanken über Lärmschutzgesetze macht, die dem Jahr 2020 angemessen sind.

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