Da fehlt was

Was täten wir nur ohne die Dinos! Nein, nicht die Urviecher, die man in Tüßling und Rosenheim bestaunen kann, sind gemeint.

Sondern die Dauerbrenner in den Ehrenämtern, die das Vereinsleben am Laufen halten. Leute wie Peter Heindl und Peter Schillmaier zum Beispiel, die Jahrzehnte lang an der Spitze der Spielvereinigung Jettenbach standen. Letzterer war sogar 46 (!) Jahre Funktionär.

Nach so langer Zeit ist es besonders schwierig, Nachfolger zu finden, die sich zutrauen, in die Fußstapfen der Vorgänger zu treten. Was täten wir nur, ohne die Leute, die sich dann doch einen Ruck geben und bereit stehen. Für Ehrenämter in Vereinen, Verbänden, Initiativen. Jettenbach profitiert von ihnen, so wie Waldkraiburg und die anderen Städte und Dörfer im Landkreis.

Was fehlen würde ohne ehrenamtliches Engagement, ohne Vereine und ähnliche Organisationen, ohne deren Feste, Angebote und Veranstaltungen, ist im Corona-Jahr vielen vermutlich bewusster geworden. Welche Bedeutung sie haben können, damit zusammenwächst, was zusammengehört, darauf machen 30 Jahre nach der Wiedervereinigung die Waldkraiburger Astrid und Jan Hoffmann aufmerksam, die gleich nach der Wende aus Dresden kamen: Vereine, in ihrem Fall die Jettenbacher Pfadfinder und die VfL-Schwimmabteilung, können Türen öffnen, sind gewissermaßen Integrationsbeschleuniger. Was täten wir nur ohne sie.

Selbst der Toerring-Saal, auch ein Dino unter den Waldkraiburger Veranstaltungsorten, wird coronabedingt für manchen Verein wieder interessanter. Außer im Haus der Kultur gibt es nicht allzu viele Räume im Stadtgebiet, in denen sich bei größeren Versammlungen der Abstand wahren lässt. Und bei manchen dürften angesichts der Pläne, den Saal abzureißen, wohl nostalgische Gefühle aufkommen beim Gedanken an Veranstaltungen, die hier über die Bühne gingen. An legendäre Auftritte des Starkbier-Progoders Karl Lehmann, als der Saal zum Bersten voll war. Oder an Faschingsbälle, die heute schon deshalb nicht mehr dort stattfinden könnten, weil die Hebefiguren der Garden an der niedrigen Decke zerschellen würden.

Done Brunnhuber ist noch lange kein Polit-Dino, im Gegenteil. Fehlen wird er trotzdem, oder gerade deshalb. Ihm war noch viel zuzutrauen. Sechseinhalb Jahre lang hat der Stadtrat und Umweltreferent mit Herz und großem Engagement an der Stadtpolitik mitgewirkt, zweimal bei Wahlen ein Spitzenergebnis geholt.

Als streitbarer Vertreter der Dörfer im Inntal hatte er sich profiliert, als einer, der es der eigenen Fraktion wie den anderen nicht immer leicht gemacht hat, auch nicht leicht machen wollte. Kein klassischer Kommunalpolitiker, schon gar keiner mit Parteibuch, ein Typ aus Fleisch und Blut. Der zu diesem Zeitpunkt überraschende Abgang aus gesundheitlichen Gründen ist bedauerlich, aber auch ein halbes Jahr nach der Wahl zu akzeptieren.

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