Zahlen pro 100

Coronavirus-Fallzahlen im Kreis Mühldorf: Höchster Wert in Taufkirchen

Test auf Coronavirus
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Coronavirus-Test (Symbolfoto)
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Eine Flut an Zuschriften erreichte in den vergangenen Tagen und Wochen die OVB-Heimatzeitungen – und dabei immer wieder die Frage der Leser: Wieso wird die Zahl der Covid-19-Infizierten nicht auf die Städte und Gemeinden des Landkreises aufgeschlüsselt? Jetzt sind die Fallzahlen bekannt.

Mühldorf – Ein Anliegen, das natürlich auch der Redaktion am Herzen liegt: größtmögliche Transparenz zu schaffen, unsere Leser möglichst umfassend zu informieren. Und deshalb blieben wir hartnäckig, um die Zahlen zu erhalten.

Gestern präsentierte das Landratsamt Mühldorf dann erstmals neben den regionalen Zahlen die aufgeschlüsselten Daten für die einzelnen Städte und Gemeinden. Dabei zeigt sich: Manch eine Kommune ist kaum betroffen, andere sind wahre „Hotspots“.

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf gibt es fünf neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 17. April 2020, 14 Uhr). Dabei handelt es sich um einen Erwachsenen über 60 Jahre und vier Erwachsene in der Altersgruppe bis einschließlich 60 Jahre. Eine 84-Jährige und ein 76-Jähriger, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind gestorben. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen der Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Mehr Genesene als Erkrankte

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 429 bestätigte Fälle vor (Stand 17. April), davon sind insgesamt 225 Personen bereits wieder genesen. 20 Menschen müssen stationär behandelt werden. Für die Klinik Mühldorf, die als Corona-Zentrum für die Landkreise Altötting und Mühldorf eingerichtet wurde, ergeben sich 42 stationäre Corona-Verdachtsfälle sowie 45 stationäre Corona-Positivfälle, davon zwölf intensivpflichtige Corona-Patienten. 16 Patienten wurden entlassen.

Dr. Benedikt Steingruber, Leiter des Mühldorfer Gesundheitsamtes, kann noch keine Entwarnung geben: „Wir haben jetzt Zeit, um Luft zu holen. Wichtig ist auch, dass die Zahlen im Landkreis leicht rückläufig sind. Wenn wir es mit den Lockerungen übertreiben, oder wenn sich die Menschen wieder unvernünftig verhalten, dann werden die Fallzahlen wieder steigen. Wir verfolgen zwar die Infektionswege im Landkreis, aber es ist noch kein Ende in Sicht“, erklärte Dr. Benedikt Steingruber.

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Im Landkreis sind – mit Ausnahme von Jettenbach – alle Städte und Gemeinden von Corona-Fällen betroffen. Die Städte Mühldorf (65) und Waldkraiburg (51) liegen im Landkreis an der Spitze. Die meisten Fälle pro 1000 Einwohner (siehe Infokasten) haben allerdings Kraiburg (12) und Taufkirchen (14).

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