Kritik an Werkverträgen

„Corona und Ausbeutung bekämpfen“: Mahnwache am Putenschlachthof in Ampfing

Mehrere Organisationen hatten zur Mahnwache vor dem Putenschlachthof aufgerufen, um gegen schlcehcte Arbeitsbedingungen in dem Betrieb zu protestieren.
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Mehrere Organisationen hatten zur Mahnwache vor dem Putenschlachthof aufgerufen, um gegen schlcehcte Arbeitsbedingungen in dem Betrieb zu protestieren.

Mit einer Mahnwache protestierten die Gewerkschaft NGG, Fridays For Future Kreisgruppe Mühldorf, der SPD-Ortsverband Ampfing, der Kreisverband der Partei DIE LINKE Altötting-Mühldorf, die linksjugend Altötting-Mühldorf und die Organisation „Der Funke“ am Samstag gegen Missstände im Putenschlachthof in Ampfing.

Ampfing – Die Veranstalter hatten die Aktion unter das Motto gestellt: „Zusammen gegen Profitmaximierung an Schlachthöfen: Corona und Ausbeutung bekämpfen!“ Nur etwa 15 Personen folgten dem Aufruf und versammelten sich vor dem Hauptgebäude des Schlachthofs.

Bessere Arbeitsbedingungen gefordert

Mit Transparenten wurde auf die Missstände hingewiesen.

Der Organisator der Mahnwache, Linken-Kreisrat Dennis Uzon, forderte in seiner Rede bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung für die Mitarbeiter. Es sei nicht verwunderlich, dass nach dem Tönnies-Skandal nun auch der Schlachthof in Ampfing mit dem Coronavirus zu kämpfen hat. Auch Unterkünfte, in denen Mitarbeiter oft auf engem Raum zusammenleben, wurden bemängelt.

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Uzon kritisierte auch die Behörden und die verantwortlichen Politiker: Erst seit es Corona gebe, seien die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen in den Fokus gerückt, werde auch in Ampfing kontrolliert. Dem dortigen Hotspot seien insgesamt bereits über hundert Infizierte zuzuordnen, MItarbeiter und Angehörige, die sich ebenfalls angesteckt haben.

Linken-Kreisrat Uzon: Werksverträge müssen weg

Dennis Uzon im Gespräch mit Teilnehmern.

„Der Ausbruch geht nicht nur zu Lasten der Mitarbeiter, sondern auch der ganzen Bevölkerung. Dem muss entgegengewirkt werden“, so Uzon.

Die Teilnehmer der Mahnwache kritisieren, dass viele Mitarbeiter Werksverträge haben. Für eine gerechte Entlohnung brauche es einheitliche Tarifverträge. Uzon forderte, den Schlachtbetrieb herunterzufahren. Allerdings war der Betrieb zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt. stn

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