Corona stand nicht auf seiner Gästeliste

Rattenkirchen – Knallende Sektkorken, die Glückwunsch-Umarmungen, das Zusammensitzen und die ausgelassene Stimmung in vertrauter Atmosphäre – das alles ist für diejenigen, die ein besonderes Ereignis zu feiern haben, aktuell nicht möglich.

Freunde und Verwandte müssen zu Hause bleiben, selbst wenn man noch so gerne gemeinsam mit ihnen anstoßen würde. Die „Spaßbremse“ heißt Corona, denn schließlich ist die Gesundheit wichtiger als die Feierfreude.

Markus Seitz gehört zu denjenigen, die aufgrund der Corona-Pandemie eine Feier absagen müssen. Er hätte im Juni seinen 50. Geburtstag gerne groß gefeiert  – und hatte noch bis vor wenigen Tagen gehofft, dass das möglich sein würde. Leider sollte sich der Rattenkirchner täuschen.

Besucher aus demIn- und Ausland

Eigentlich feiert Seitz nur seine runden Geburtstage richtig groß. So war das auch heuer geplant. Bereits im Februar wurden etliche Einladungskarten an die engsten Freunde im In- und Ausland verschickt. Es musste eine Party-Location gesucht, Musiker gebucht und Unterkünfte für die Gäste gefunden werden. Alle freuten sich auf die Feier, denn schließlich sollte diese anlässlich eines halben Jahrhunderts etwas ganz Besonderes werden. „Solche Feiern sind die perfekte Möglichkeit, alle Lieblingsmenschen endlich mal wieder vereint an einen Tisch zu bekommen. Auch Freunde aus Griechenland, Frankreich und den USA planten ihren Besuch bei uns in Bayern“, sagt Seitz. Vor allem Frankreich und die USA leiden besonders stark unter der Pandemie. Als am 16. März in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen wurde, war schnell klar, dass eine schwere Zeit anbrechen würde. „Corona stand definitiv nicht auf meiner Gästeliste“, scherzt Seitz.

Auch seine Eltern hatten Feiern geplant: „Sie werden beide 80 Jahre alt. Wir dürfen aktuell nur telefonisch Kontakt zueinander haben. Auch sie freuten sich auf die große Feier, denn man weiß ja nicht, wie viele Feste wir noch zusammen feiern werden. Ganz besonders die älteren Menschen haben große Angst vor dem Coronavirus. Die Stimmung ist getrübt, desto näher mein Geburtstag rückt“, erzählt Seitz. „Natürlich werden wir diesen nachfeiern, doch wann das sein wird, ist ungewiss. Mitten in der Corona-Krise Geburtstag zu haben, fühlt sich irgendwie komisch an“, erklärt der Rattenkirchner.

Wenn sich die sozialen Kontakte lediglich darauf beschränken, mit den Freunden und Familie zu telefonieren und zu skypen, dann kommt selbst bei einem Optimisten wie Seitz nur wenig Geburtstags-Feeling auf.

Man bedenke, was da organisatorisch bei solch großen Feiern dranhängt. Seien es Hochzeiten, Taufen, Abi-Feiern, Geburtstage oder sonstiges. All das sind besondere Anlässe. Dass solche Tage auf einmal wie ausgelöscht werden, ist für Betroffene frustrierend. Steckt man mitten in der Planung, kommen natürlich zusätzliche Arbeit und Kosten auf einen zu.

Trotz allem – Seitz weiß, dass es weitaus Wichtigeres gibt als Spaß und Unterhaltung: die Gesundheit. „Durch Corona lernt man vieles wieder mehr zu schätzen. Dinge, die immer selbstverständlich waren, sind auf einmal keine Selbstverständlichkeit mehr. Man muss wirklich dankbar sein, wenn man überhaupt noch seinen Geburtstag erleben kann.“

Seitz hält sich an die Vorschriften. Er rät allen: „Bleibt zu Hause, bleibt vor allem gesund und seht die positiven Dinge des Lebens.“ Er meistert die Corona-Zeit mit viel Humor.

Aus diesem Grund wird es an seinem Geburtstag viel zu lachen geben, auch wenn die wichtigsten Menschen in seinem Leben nicht dabei sein können. „Erst feiere ich mit meiner Frau die ersten 25 Jahre und dann eben etwas später die nächsten 25 Jahre mit meinen Gästen“, sagt Seitz.

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