Mühldorf eröffnete während Corona-Pandemie eine Schwerpunktpraxis. Nun schließt sie - vorerst

Die Schwerpunktpraxis für Patienten mit Atemwegserkrankungen am Volksfestplatz wird geschlossen. FIB/Eß
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Die Schwerpunktpraxis für Patienten mit Atemwegserkrankungen am Volksfestplatz wird geschlossen. FIB/Eß
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    vonMarkus Honervogt
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    Josef Bauer
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Im Kampf gegen das Coronavirus hatte am Volksfestplatz Mühldorf Anfang April eine Schwerpunktpraxis für Patienten mit Atemwegserkrankungen geöffnet. Nach dem Pfingstwochenende wird sie wieder geschlossen. Der große Ansturm ist vorbei. Zuindest für den Moment.

Mühldorf – Die Schwerpunktpraxis auf dem Volksfestplatz hatte am 1. April im Kampf gegen die Corona-Pandemie eröffnet. Mit den zuletzt sinkenden Zahlen der Neuinfektionen ging auch der Patientenandrang auf dem Mühldorfer Volksfestplatz zurück.

1000 Patienten wurden behandelt

Über 1000 Patienten haben die Ärzte seit der Eröffnung behandelt, sagt Initiator Peter Wapler – mit stark abnehmender Tendenz. Kamen anfangs bis zu 26 Patienten am Tag, waren es zuletzt nur halb so viele. Trotzdem lief die Praxis mit reduziertem Angebot weiter.

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Über die Schließung wurde nun kurzfristig und sehr flexibel entschieden, sagte Wapler und betont, dass das auch für ein Wiederhochfahren gilt, sollte es eine zweite Coronawelle geben. „Sollten steigende Infektionszahlen es nötig machen, können sofort wieder bis zu drei Container in derselben Form wie jetzt als Schwerpunktpraxis am Volksfestplatz eingesetzt werden.

Wapler hält die Bedeutung der Praxis zur Entlastung niedergelassener Ärtze und der Klinik in der Corona-Krise für hoch. Vor allem aber habe man Patienten eine Anlaufstelle geboten, wo sie untersucht und getestet werden konnten.

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„All dies ist hervorragend gelungen, was von allen Seiten bestätigt wurde“, sagt Wapler. „So ist die Schwerpunktpraxis ein sehr wichtiger und effektiver Bestandteil im Gesamthandlungskonzept für die Landkreise Mühldorf und Altötting.“

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Dass die Praxis noch einmal nötig wird, davon geht nicht nur Wapler aus. Auch Benedikt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamts, rechnet mit einer sogenannten zweiten Welle. „Wie intensiv diese sein wird, können wir nicht vorhersagen. Wir stehen dem aber nicht machtlos gegenüber.“ Das Gesundheitssystem im Landkreis sei gut vorbereitet, sagt Wapler.

Zahl der Patienten deutlich gesunken

Grundsätzlich bewertet Steingruber vor allem die Entwicklung seit Lockerung der Ausgangsbeschränkungen positiv. Denn trotz Geschäftsöffnung oder Besuchen im Freundeskreis sind die Zahlen stetig gesunken, seit über einer Woche gibt es keinen neuen Infektionsfall.

Zugleich steige mit weiteren Lockerungen die Eigenverantwortung jedes Einzeln, sich an die Abstands- und Mundschutz-Regelungen zu halten. Sollten Beschwerden auftreten, bitte der Versorgungsarzt für den Landkreis, Peter Wapler, die Patienten, sich ab Dienstag, 2. Juni, an die eigene Hausarztpraxis zu wenden – und außerhalb der Praxisöffnungszeiten an den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117.

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