Aktionsgemeinschaft setzt neue Schwerpunkte

Wegen Corona-Pandemie: Stadt Mühldorf soll wie Produkt beworben werden

Schoppen und gewinnen hieß die Aktion, die nach der ersten Corona-Schließung Kunden an die Einkaufsstadt Mühldorf binden sollten. Vorsitzender Kühl wertet 12000 Teilnehmerkarten als großen Erfolg.
+
Schoppen und gewinnen hieß die Aktion, die nach der ersten Corona-Schließung Kunden an die Einkaufsstadt Mühldorf binden sollten. Vorsitzender Kühl wertet 12000 Teilnehmerkarten als großen Erfolg.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
    schließen

Mühldorfer Kaufleute sollen sich jetzt auf die Zeit nach der Corona-Pandemie vorbereiten. Diesen Appell richtete der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft bei der Mitgliederversammlung an die Geschäftsleute. „Wir sollten schon jetzt an die Zeit nach der Corona-Krise denken, haben, um dann einen Vorsprung zu haben.“

Mühldorf – Im Zentrum der Überlegungen müsse ein Stadtmarketing stehen, das den gesamten Standort wie ein Produkt vermarkte. „Es geht um eine bessere Vernetzung untereinander und die Kooperation mit der Stadt.“ Schon in den vergangenen Jahren hatte die Aktionsgemeinschaft immer wieder ein professionelles Stadtmarketing gefordert, diese Forderung wiederholte Kühl bei der Mitgliederversammlung im Mühldorfer Haberkasten aber nicht.

Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

50 Mitglieder hat die Aktionsgemeinschaft derzeit. Seit 2017 ist deren Zahl von 62 auf 43 gesunken und im vergangenen Jahr erstmals wieder gestiegen. Kühl will die Zahl der Mitglieder weiter steigern und Freiberufler und Gastronomen mit ins Boot holen. „Wir brauchen Geld, sonst sind wir handlungseingeschränkt.“

Als großen Erfolg wertete Kühl die Aktion „Shoppen und gewinnen“, an der Kunden mit 12 000 Postkarten teilgenommen hätten. „Das ist ein gigantisches Ergebnis“, sagte Kühl. Er regte an, die Aktion zu wiederholen, am besten auf digitalem Weg. Das könne die Resonanz steigern.

Lesen Sie auch: Was neue Corona-Regeln für Mühldorf bedeuten: Wirte und Einzelhändler fürchten um Existenz

Vier offene Sonntag soll es im kommenden Jahr geben. Neben den eingeführten Autosonntag (21. März) Mercato (26. September) und Simon-Judi-Markt ((31. Oktober) soll heuer erstmals der Sonntag nach dem Altstadtfest offen sein. An diesem letzten Sonntag im Juni findet auch das große Beachvolleyball-Turnier auf dem Stadtplatz statt. Kühl hofft damit, Verluste aus dem traditionell schlechten Verkaufssamstag des Altstadtfests auszugleichen. „So könnten wir das Samstagsgeschäft auf Sonntag verschieben.“

Auswärtige Kunden gewinnen

Michael Hell von Mode Hell unterstützte die Idee, betonte aber: „Für unsere Stammkunden ist dieses Wochenende eher abschreckend. Wir müssen also Auswärtige gewinnen.“

Bürgermeister Michael Hetzl (UM) informierte die Mitglieder über die Parkplatzbefragung durch die Stadt. Er kündigte an, dass in den nächsten fünf Jahren mindestens 580 Parkplätzen geschaffen werden sollen. „Wir werden das schrittweise umsetzen“. Aktionsgemeinschaftsvorsitzender Kühl betonte: „Wir müssen der Stadt schon vorher Luft und den Kunden Parkplätze verschaffen. Denn wir müssen etwas für unseren Umsatz tun.“

Auch interessant: Rückkehr ausgeschlossen: Erzgebirgler Christian Kühl trägt in Mühldorf Verantwortung

Er stellte die Schaffung eines Anreizsystems in den Raum, durch das Mitarbeiter von Innenstadtbetrieben dazu gebracht werden sollen, außerhalb der Altstadt zum Beispiel auf dem Volksfestplatz zu parken.

Drei Arbeitskreise gründen

Um die Arbeit der Aktionsgemeinschaft zu stärken will Kühl vier Arbeitskreise ins Leben rufen. Sie sollen sich um die wichtigsten Punkte der nächsten Monate kümmern: Parken, Stadtmarketing und die Digitalisierung der Aktionsgemeinschaft.

Mehr zum Thema

Kommentare