Weil noch keine Staatshilfen geflossen sind

Mit Gutscheinen jetzt heimische Wirte unterstützen - So sollen Gäste in Coronazeiten helfen

Bildunterschrift (von links nach rechts): Landrat Max Heimerl, DEHOGA-Kreisvorsitzender Holger Nagl, Josef Geisberger von der Kreis- und Regionalentwicklung am Landratsamt.
+
Bildunterschrift (von links nach rechts): Landrat Max Heimerl, DEHOGA-Kreisvorsitzender Holger Nagl, Josef Geisberger von der Kreis- und Regionalentwicklung am Landratsamt.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
    schließen

MIt einer Gutscheinaktion wollen Wirteverband und Landkreis die heimsichen Gastwirte konkret unterstützen. Denn die warten aktuell auf die zugesagte Hilfe. BIslang ist noch kein Cent geflossen, sagt Wirtesprecher Holger Nagl.

Mühldorf – Wie sehr die Gastronomie in Coronazeiten am Tropf des Staates hängt, hat der Kreisvorsitzende des Gaststättenverbunds Holger Nagl jetzt bei einem Gespräch mit Landrat Maximilian Heimerl klar gemacht. Das Problem: Der Tropf ist zu langsam. Eine Hilfe: Gaststättenverband und Landratsamt beginnen eine Gutscheinaktion.

Es ist noch kein einziger Euro geflossen

Einen großen Teil der Novemberumsätze aus dem letzten Jahr will der Staat den Gastronomen ersetzen, nach der Ansicht von Fachleuten eine gute Regelung. Holger Nagl macht aber klar, dass es bei der Abwicklung hakt: „Es ist noch kein einziger Euro geflossen und wir haben Mitte Septemeber“, sagt er auf Anfrage. „Abschläge gibt es frühestens im Januar.

Dabei brauchen die Betriebe das Geld schnell, denn sie haben neben den allgemeinen Kosten wir Pacht, Strom, Gas, Wasser vor allem Kosten für Ihre Mitarbeiter. „Die sind in Kurzarbeit, die Betriebe stocken aber auf, um die Leute zu halten“, sagt Nagl. „Es geht ja nicht anders.“

Lesen Sie auch: Lieferparkplatz für Corona-Krisenzeit: Stadt Waldkraiburg kommt Gastronomiebetrieb entgegen

Denn Personal ist in der Gastrobranche ohnehin knapp, gutes und eingearbeitetes erst recht. Deshalb versuchen Wirte, ihre Mitarbeiter zu halten, den natürlich ziehe es viele in andere Berufe, sagt Nagl. Die Aufstockung ist ein Mittel, das zu verhindern.

Seit November ist die Gastro komplett zu, ein Ende ist nicht absehbar, auch das Weihnachtsgeschäft haben die Wirte abgeschrieben. Manche versuchen sich mit Speisen zum Mitnehmen über Wasser zu halten.

Landrat sagt Unterstützung der Gastronomie zu

Im Gespräch mit Landrat Max Heimerl und Josef Geisberger von der Wirtschaftsförderung des Landkreises hat Nagl auf die aktuelle Lage aufmerksam gemacht. Dabei kamen auch weitereichende politische Forderungen zur Sprache wie eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen und Getränke. Die sogenannte Novemberhilfe müsse schnell gezahlt werden, eine komplizierte Antragstellung und ein langwieriges Verfahren bedeute für viele Betriebe eine große Belastung, wenn nicht sogar die Insolvenz. „Bei einer Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen müssten auch die Unterstützungsangebote angepasst werden, um die künftigen Umsatzverluste einigermaßen zu kompensieren“, sagte Nagl.

Landrat Maximilian Heimerl sagte den Gaststätten seine Unterstützung zu: „Die aktuelle Situation trifft die Gaststätten und Beherbergungsbetriebe besonders hart, da die Betriebe weiterhin geschlossen bleiben müssen und derzeit auch eine Perspektive fehlt“, erklärte Heimerl.

Auch interessant: Zu viel CO2-Ausstoß durch Heizpilze? Mühldorf sieht das so - und erhebt Gebühr

Um die Gutscheinaktion mit auf den Weg zu bringen, stellte das Landratsamt nach eigenen Angaben 2000 Euro zur Verfügung. Damit kaufte der Landkreis 40 Gutscheine, die er in den nächsten Tagen über seine Facebookseite verlosen will. „Gutscheine sind ein guter Anfang und ein wichtiges Signal“, freute sich Wirtesprecher Nagl. Heimerl hofft, dass die Aktion Menschen auf die Idee bringen wird, Gutscheine bei Wirten zu kaufen und an Weihnachten zu verschenken.

Informationen für Wirte, die nicht Mitglied im Gaststättenverband Dehoga sind, sich aber trotzdem beteiligen wollen, gibt es bei Holger Nagl unter der Emailadresse: holger.nagl@hammerwirt.de

Kommentare