Corona kostet fast den Führerschein - Lastwagenfahrer Krause kämpft wochenlang um seinen Job

Kann jetzt wieder lachen: Thomas Krause hat nach langer Suche doch noch eine Fahrschule gefunden, die seine Weiterbildung durchführt. Auf den Kosten dafür bleibt er aber sitzen, denn die Schule kommt nicht aus der Region.
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Kann jetzt wieder lachen: Thomas Krause hat nach langer Suche doch noch eine Fahrschule gefunden, die seine Weiterbildung durchführt. Auf den Kosten dafür bleibt er aber sitzen, denn die Schule kommt nicht aus der Region.

Corona hätte den Rattenkirchner Lastwagenfahrer Thomas Krause um ein Haar den Führerschein gekostet. Währen der Pandemie boten Fahrschulen kaum Kurse für gesetzlich vorgeschriebene Fortbildungen an. Als er endlich eine Fahrschule fand, blieb er auf den Kosten sitzen: 1500 Euro muss er zahlen.

Rattenkirchen – Seit zwölf Jahren sitzt er auf dem Bock, das hat Lastwagenfahrer Thomas Krause aber noch nie erlebt: Über 30 Fahrschul-Unternehmen hat er angerufen und trotzdem keinen Platz bekommen.. Seit 2009 unterliegen alle Berufslastkraftwagen-Fahrer der gesetzlichen Pflicht zur Weiterbildung. Diese muss alle fünf Jahre abgelegt werden. Jetzt, zu Beginn der Corona-Pandemie war Krause dran, bis Ende dieses Monats musste er das fünfte Modul der LKW Prüfung in einer Weiterschulung bestehen.

Zu viele Hygienevorschriften

Das Problem: Alle Fahrschulen im Landkreis Mühldorf, Rosenheim und weitere bis zum Raum München wiesen ihn mit den gleichen Gründen ab. Es gäbe keine rechtliche Grundlage für ein Sicherheitskonzept während der Weiterschulung, wodurch die Schulungszentren selbst bei Corona-Ausbrüchen haften müssten. Deshalb bestehe ein hohes Risiko bei mangelhaften Sicherheitskonzepten, hohe Strafgelder zahlen zu müssen.

Das war laut Krause der Grund, warum er immer wieder auf Dezember oder sogar Frühjahr 2021 vertröstet wurde. Genauere Informationen konnten ihm die Fahrschulen nicht geben, „keiner wusste wann und wie es weitergehen sollte“. Ihn ärgert es, dass „in Bayern keinerlei Konzept“ dafür vorhanden sei.

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Dem kann sich Christine Kronburger von der gleichnamigen Mühldorfer Fahrschule anschließen. Sie fühlte sich von den zuständigen Ämtern im Stich gelassen. Kronburger kennt aber auch noch ein weiteres Problem: Ihre Fahrschule wolle Kurse nachholen und dürfe aufgrund der hohen Sicherheitsauflagen nur noch halb so viele Plätze verteilen. „Das rentiert sich dann einfach nicht mehr.“

Fortbildung kostet 1500 Euro

Bei der Verlängerung seines Führerscheins hilft Thomas Krause auch die im Sommer eingeführte Ausnahmeregelung nicht mehr. Die besagt, dass alle LKW-Fahrer ihren Führerschein für ein Jahr ohne Vorlage der bestandenen Modulprüfung verlängern dürfen, sofern der Führerschein bis zum 08. August abläuft. Der Schein von Krause läuft aber erst im September dieses Jahres aus. Die Ausnahmeregelung greift bei ihm nicht mehr.

Thomas Krause hatte schlussendlich Glück. Nach langer Suche hat er nun doch in München einen Schulungsplatz bekommen. In der näheren Umgebung Mühldorfs hätte er aber immer noch keine Chance. Die Kosten der Prüfung in Höhe von 1500 Euro muss er allerdings selbst tragen. Seine Firma übernehme die Unkosten nur, wenn die Prüfung bei einer Partner-Fahrschule im Landkreis gemacht worden wäre, erzählt er.

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