Corona-Kosten von 1,4 Millionen Euro für Landkreis Mühldorf - Bleibt er darauf sitzen?

Corona-Schutz Klinik Mühldorf
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Mit Schutzmasken transportieren Mitarbeiter des Inn-Klinikums Mühldorf einen Patienten. Zur Hoch-Zeit der Corona-Pandemie hatte das Krankenhaus ausschließlich Corona-Patienten behandelt, um die Ausbreitung des Virus zu unterbinden.
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    vonJosef Bauer
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Es war eine Strategie im Kampf gegen das Coronavirus, die für Aufsehen sorgte: Die Mühldorfer Klinik behandelte zu Hoch-Zeiten der Pandemie ausschließlich Corona-Patienten. Den Landkreis hat das zusätzliches Geld gekostet. Hilft der Freistaat oder der Bund?

Mühldorf - Die Mühldorfer Klinik war über die letzten Monate die Corona-Klinik der Landkreise Altötting und Mühldorf. Die Zahlen der Covid-19-Patienten sind Gott sei Dank rückläufig. In der Mühldorfer Klinik, die in den letzten Monaten keinen geregelten Krankenhausbetrieb aufrecht erhalten könnte, steht vor der Frage, wer die Kosten der Corona-Pandemie bezahlen wird.

Kosten: 1,4 Millionen Euro

Für den Landkreis Mühldorf stehen bisher 1,6 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten fest, die in Masken, Schutanzüge und Beatmungsgeräte geflossen sind. Davon werden von den Krankenkassen 200.000 Euro erstattet.

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Richtige Strategie, sagt Landrat Heimerl

Landrat Max Heimerl: „Der letzte Corona-Patient wurde erfreulicherweise vor kurzem aus dem Krankenhaus Mühldorf entlassen. Der Normalbetrieb in der Klinik läuft wieder an, freilich unter der Prämisse, dass es jederzeit wieder losgehen könnte und Covid-19 Patienten versorgt werden müssen. Wir haben vor Ort richtig und schnell reagiert, indem die Klinik Mühldorf zum Covid-Zentrum wurde und alle sonstigen Akutfälle in Altötting behandelt wurden. Die Spezialisierung hat bestens funktioniert und die Klinik wurde auch sehr gelobt für die medizinische Qualität. MedizinischeDas ist natürlich in erster Linie den Menschen zu verdanken, die dort arbeiten – den Ärztinnen und Ärzten, dem Pflegepersonal, aber auch den Reinigungskräften, die ich in diesem Zusammenhang ausdrücklich erwähnen möchte. Sie alle haben wirklich Enormes geleistet. Wie sich die Corona-Krise auf die Kliniken wirtschaftlich auswirkt, darüber können wir leider noch nichts endgültig sagen. Wir dürfen keinesfalls als kleines Krankenhaus für die sehr gute Arbeit finanziell bestraft werden. Daher forder ich ganz klar, dass unterm Strich die Kosten ausgeglichen werden.“

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Werden es mehr als 1,4 Millionen Euro Kosten?

„Eine Gesamtbilanz der Kosten während der Corona-Pandemie lässt sich aktuell noch nicht exakt aufstellen, da noch Unklarheiten in der Finanzierung bestehen. Wir können aber derzeit davon ausgehen, dass die negativen Folgen nicht ganz so schwerwiegend sind, wie anfangs befürchtet. Trotzdem hoffen wir noch auf eine Nachbesserung der Ausgleichsmechanismen. Gerade Häuser wie das InnKlinikum Mühldorf, die sich in der Krise besonders engagiert haben, schneiden eher schlecht ab und das kann nicht im Interesse der Politik sein“, stellte Mike Schmitzer, Pressesprecher des Hauses, heraus.

Damit kann der Landkreis bislang an Unterstützung rechnen

Bisher vorgesehen sind im wesentlichen 560 Euro pro freiem Bett und Tag, 50 Euro Sachkostenpauschale pro Patientenfall und in Bayern zusätzlich 70 Euro pro Belegungstag von CoVid-Patienten. Zudem sollen 50 000 Euro pro geschaffenen Intensivplatz gezahlt werden.

Kein Presonalabbau geplant

Landrat Max Heimerl macht gegenüber den OVB Heimatzeitungen deutlich, dass eine mögliche Reduzierung der Corona-Kosten nicht über einen Personalabbau in der Mühldorfer Klinik finanziert werden. „Wir wollen mit einem breiten medizinischen Angebot in Zukunft wieder wie ein normales Krankenhaus arbeiten. Dafür brauchen wir unsere hoch qualifizierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Fusionsvertrag ist dazu eine fünfjährige Jobgarantie für die Beschäftigten der Klinik festgeschrieben“, betont er.

Bundesgesundheitsminister hat Zusage gemacht

Wie die noch nicht exakt bezifferten Kosten ausgeglichen werden ist noch offen. Es steht die Zusage von Gesundheitsminister Jens Spahn im Raum, dass die Kosten der Corona-Pandemie übernommen werden.

Landkreise tragen Verlust?

„Durch die beschriebenen Ausgleichsmechanismen sollen die negativen Effekte abgefangen werden. Sollten darüber hinaus Verluste entstehen, müssten diese in unserem Fall von den Trägern, also den Landkreisen übernommen werden. Zu knapp bemessen ist bei den Ausgleichsmechanismen insbesondere die fallbezogene Sachkostenpauschale. Hier wäre eine Ausweitung der bayerischen Regelung auf alle CoVid-Verdachtsfälle wünschenswert. Egal ob bestätigter oder unbestätigter Fall: Die Isolationsmaßnahmen in der Klinik sind schließlich gleich aufwendig“, erläutert Schmitzer.

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