Corona: Der Kampf der Wirtshäuer ums Überleben beginnt

Das wars:Nicht nur das „Hardthaus“ von Marc Vermetten in Kraiburg bleibt in den nächsten Wochen leer. Schon seit Tagen kämpfen heimische Gastronomen mit eine starken Rückgang der Gäste, seit dem Wochenende bleibt überall die Küche kalt. Frank Bartschies

Seit dem Wochenende sind alle Gasthäuser geschlossen, die Einnahmen fallen aus. Das sagen Wirte im Landkreis Mühldorf dazu.

Mühldorf. Die Corona-Krise trifft seit dem Wochenende auch die Gastronomie im Landkreis mit voller Wucht. Lokale müssen geschlossen bleiben. Das sehen die von Ministerpräsident Markus Söder verkündeten Maßnahmen vor, um eine weitere Verbreitung des Corona-Virus in der Bevölkerung einzudämmen. Wie gehen die Gastronomen im Landkreis mit dieser Situation um?

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Holger Nagl vom Restaurant „Hammerwirt“, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes, betont, dass der Schutz der Gesundheit selbstverständlich an erster Stelle stehe. Obwohl sie seit Tagen Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und der Besucher ergriffen hätten, habe es Stornierungen gegeben.

Nagl: Lage ist dramatisch

Nagl bezeichnet die Lage für das Hotel- und Gaststättengewerbe als „dramatisch“. Die Umsatzeinbußen seien existenzbedrohend. Nagl hofft, dass die Ankündigungen der Politik für die Unterstützung der Unternehmen auch umgesetzt würden, denn die Hotel- und Gaststättenbetriebe seien von der Krise am stärksten betroffen: Sie könnten den entgangenen Umsatz später nicht mehr nachholen.

Ohnehin auf Sparflamme lief in letzter Zeit der Gaststättenbetrieb in der „Bastei“ in der Münchener Straße, weil derzeit das Restaurant renoviert wird. Jetzt ist der Restaurantbetrieb komplett eingestellt worden. Die Wiedereröffnung des Restaurants sei für den 9. April geplant gewesen. Doch in Zeiten von Corona ist Enzinger skeptisch.

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Die Dramatik der aktuellen Situation bestätigt auch Marc Vermetten vom Restaurant „Hardthaus“ in Kraiburg. Er hatte während der Woche bisher nur abends geöffnet und zuletzt sein Restaurant auf Mittagstisch umgestellt: Website ändern, Stornierungen vornehmen, Facebook aktualisieren, neue Karte erstellen– alles umsonst, denn jetzt bleibt das Lokal auf am Tage geschlossen.

Das Hotel, das dem Restaurant angegliedert ist, sei komplett leer. Hier habe es bereits seit Ende Januar Stornierungen gegeben.

Auch Vermetten hofft auf staatliche Unterstützung, denn schließlich liefen alle Kosten weiter. „Ich hänge total in der Luft.“

Von immensen Auswirkungen spricht Werner Stadler, zusammen mit seinem Bruder Günther Inhaber des Hotels und Restaurants „Fohlenhof“ in Ampfing. Ihr Restaurant war nur abends geöffnet und bleibt deshalb schon seit einigen Tagen geschlossen. Die HOtelübernachtungen sind schlagartig zusammengebrochen.

Sorgen um die Zukunft des Personals

Froh ist Stadler, dass sich die Mitarbeiter in dieser Situation sehr verständnisvoll zeigen. Man könne derzeit nur reagieren und versuche, durch Überstundenabbau und Urlaub die Lage abzufedern. Die Hoffnung Stadlers richtet sich nicht zuletzt darauf, dass die angeordneten Maßnahmen auf zwei Wochen beschränkt bleiben.

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Paolo Valentini vom italienischen Restaurant „Epocha Italiana“ in Mettenheim sagt, es sei noch zu früh, die Situation einschätzen zu können. Natürlich mache er sich Gedanken, denn er müsse Personal und Miete zahlen. Lidia Angelokus vom griechischen Restaurant „Korfu“ in Waldkraiburg weiß noch nicht, wie es weitergehen wird. Auch in den letzten Tagen, als er sein Lokal noch öffnen durfte, seien schon alle Reservierungen storniert worden.

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