Junges Musiktalent

Mit Corona kam die Muse: Jakob Marsmann aus Buchbach veröffentlicht zwei eigene Jazz-Singles

Jakob Marsmann aus Steeg bei Buchbach ist in der letzten Klasse des Gymnasiums Dorfen, an zwei Tagen in der Woche studiert er an der Musikhochschule München Jazz-Schlagzeug.

Von Alexandra Anderka

Buchbach - Ein bisschen in den Sommer zurückkatapultiert fühlt man sich, wenn man den ersten beiden Songs von Jakob Marsmann lauscht. In der Hängematte liegen und dazu chillige Musik hören – „The Ride“ und „Dancing Shadows“ eignen sich bestens dafür, obwohl der frisch gebackene Komponist nach eigener Aussage bei „Dancing Shadows“ eher an Herbststimmung dachte. Aber melancholische Klänge können ja auch entspannend sein.

Jazz-Schlagzeug an der Musikhochschule

Der 17-Jährige ist Jungstudent an der Musikhochschule in München und belegt dort im dritten Semester das Fach Jazz-Schlagzeug. Zwei Mal in der Woche fährt er von Stegg bei Buchbach nach München, die andere Zeit lernt er als Abiturient am Gymnasium Dorfen.

Gute Zeiten: Jakob Marsmann aus Buchbach ist unter die Komponisten gegangen, seine Lieder verbreiten Sommerstimmung. Der Buchbacher hat während der Corona-Zeit Songs geschrieben und aufgenommen.

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Ein eigenes Album war schon lange der Traum des Jungmusikers. „Irgendwie fehlte mir iaber mmer die Zeit und die Muse, dann kam Corona“, sagt der begeisterte Musiker. Aus dem „Corona-Feeling heraus“ habe er sich hingesetzt und ein Stück komponiert – nur instrumental, mit Schlagzeug.

Auch der Vater ist Musiker

Schließlich habe er Nägel mit Köpfen gemacht. Mit seinem Vater, auch passionierter Musiker und Leiter der Band Jumik (Junge Musik in der Kirche), hat er sein Studio im Keller des elterlichen Wohnhauses in Steeg bei Buchbach aufgerüstet. Er richtete sich ein komfortables Homestudio ein.

Studio zu Hause eingerichtet

Die Wände kleideten die beiden mit Akustikmatten aus. Zum Musizieren, Mixen und Komponieren schaffte sich der Schüler eine Software an. Die meisten Instrumente waren schon vorhanden.

Alle Stimmen selbst gesungen

Jakob ist stolz drauf, dass alle Klänge analog entstanden und alle Stimmen selbst eingesungen sind. Für eine gemütliche Stimmung beispielsweise hat er das Knistern eines Lagerfeuers mit seinem Handy aufgenommen oder auch das Stimmengewirr in einem Münchner U-Bahnhof. Das sorgt für einen coolen Klangteppich im Hintergrund. Diese Geräuschkulissen hat Jakob in Songs verarbeitet, die er noch nicht veröffentlicht hat.

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Sein Know-how hat er sich über verschiedene Tutorials im Internet angeeignet, Vorbilder sind die amerikanische Funk-Band Vulfpeck und der britische Musiker Tom Misch.

Die erste Geige spielt die Freundin

Auch die Gitarrenklänge hat der 17-Jährige selbst aufgenommen. „Mein Papa hat mir die wichtigsten Griffe beigebracht.“ Für die Geige ist seine Freundin Laura zuständig. Schlagzeug, Percussion und Piano sind seine Steckenpferde, aber auch Singen kann Jakob, der sowohl im Schulchor des Gymnasiums als auch im Ukulelenorchester Dorfen singt und spielt.

Einen Tag für einen Song

Was die Texte anbelangt, geht Jakob in sich. Er versucht, damit die Stimmung seiner Songs zu verstärken. Sobald alle Spuren im Computer sind, gilt es, diese zusammenzuführen – und da ist Gespür angesagt. Rund einen Tag braucht er, bis ein Song zusammengemischt ist. Doch er sitze nie nonstop am Computer, das nehme immer mehrere Tage, manchmal auch Wochen in Anspruch. „Manchmal muss ein Stück ruhen. Es passiert nicht selten, dass ich es dann noch einmal ganz neu mische.“

Im Kopf sollen Bilder entstehen

Zehn oder zwölf Lieder soll Jakobs erstes Album umfassen. „Im Groben sind die alle schon fertig“, sagt er. Im Frühjahr 2021 will er das komplette Album auf allen Streaming-Plattformen erscheinen lassen.

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Auf die Frage, was seine Stücke beim Hörer bewirken sollen, gibt sich der 17-Jährige bescheiden: „Ich möchte einfach, dass man meine Musik gerne anhört und, ja, dass Bilder im Kopf entstehen.“ Das ist ihm mit den ersten beiden Singles gelungen: Sie entführen auf eine Insel mit Blick aufs Meer, wo man seine Gedanken schweifen lassen kann.

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