Corona ist zu stark: FCB-Fans aus der Region fahren nicht zum Super-Cup-Finale nach Budapest

Wollen wieder einen Bayern-Sieg feiern, aber nich tin Budapest sondern in Taufkirchen: Die Mitglieder des Bayern-Fan-Clubs (von links) Tobias Schestak, Winfried Steinhuber, Reinhard Hochreiter, Stefan Steinhuber, Thomas Steinhuber und Michael Mittermaier.
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Wollen wieder einen Bayern-Sieg feiern, aber nich tin Budapest sondern in Taufkirchen: Die Mitglieder des Bayern-Fan-Clubs (von links) Tobias Schestak, Winfried Steinhuber, Reinhard Hochreiter, Stefan Steinhuber, Thomas Steinhuber und Michael Mittermaier.

Die heimischen Bayernfanclubs bleiben daheim: Wegen der andauernden Coronakrise fahren sie nicht zum Supercupfinale nach Budapest. Dort gibt es besonders viele Coronafälle. Kritiker fürchten eine neue Infektionswelle, die von rückreisenden Fans ausgehen könnte.

Mühldorf/Neumarkt-St. Veit/Taufkirchen/Höslwang – Die heimischen Bayernfanclubs lassen die Diskussionen um Zuschauer beim Supercup-Finale in Budapest kalt: Sie bleiben zu Hause. Damit setzen sie sich nicht dem Risiko aus, das viele vor dem Spiel befürchten: dass sich im Corona-Hotspot Budapest Fans infizieren.

Erst wieder ins Stadion, wenn alle dürfen

„Wir gehen erst wieder ins Stadion, wenn alle uneingeschränkt gehen dürfen“, das ist eine klare Ansage von Christoph Eberl, Vorsitzender des Bayern-Fanclubs Red & White aus Neumarkt-St. Veit. „Ich möchte jubeln dürfen, feiern und andere umarmen. Solange das nicht geht, bleibt das Stadion generell tabu.“ Er spricht von einer Clique aus 50 Personen, die sonst leidenschaftlich gerne die Heimspiele des FC Bayern München besucht

Christoph Eberl

Mal kurz dran gedacht

Er gibt jedoch zu, dass er schon darüber nachgedacht hatte, das Spiel in Budapest live vor Ort anzusehen. Doch Corona und die damit verbundenen Einschränkungen und Verhaltensmaßregeln hätten ihn davon abgehalten. „Des is mir zu blöd!“ Stattdessen werden die Neumarkter Bayernfans in die Sportsbar in Neumarkt-St. Veit einkehren, um gemeinsam das Spiel zu schauen.

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Sorge vor Menschenaufläufen

Vom „Red Power“ FC Bayern-Fanclub Taufkirchen hat laut Schriftführerin Susi Scheitzeneder niemand vor, in Budapest dabei sein. Das habe gar nix mit Corona zu tun, meint sie, setzt aber auf Nachfrage hinzu: „Auch wenn ich könnte, persönlich würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu einem solchen Menschenauflauf fahren.“ Das gilt auch für „De „Rodn Muidorfa“: „Offiziell wird es keine Reise unseres Fanclubs geben“, sagt Präsident Franz Springer.

Keiner der 13 Höslwanger will mitfahren

Aufgrund der verschärften Corona-Lage werden auch die Mitglieder des FC Bayern-Fanclubs aus Höslwang nicht zum Supercup nach Budapest reisen. Zu ungewiss ist den Fans die Situation, wenn am Donnerstag um 21 Uhr die Partie zwischen dem Champions-League-Sieger FC Bayern und dem Europa-Cup-Sieger FC Sevilla angepfiffen wird.

Budapest weist derzeit einen Inzidenzwert von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf, weshalb das Auswärtige Amt die ungarische Hauptstadt bereits zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Bei Hans Gehrlein, dem Präsidenten des Fanclubs „13 Höslwanger“, hat sich deshalb auch niemand gemeldet, der die Bayern vor Ort in der Puskas-Arena unterstützen wird.

Bayern-Fans wollen sich offenbar keinem Risiko aussetzen

Der Grund dafür ist für Gehrlein klar: „Die Lage ist derzeit einfach zu kompliziert. Es ist sehr schwer, irgendetwas zu planen, wenn sich die Vorschriften jederzeit ändern können. Das ist zwar schade, aber da können wir derzeit nichts dagegen tun.“ Dabei wären Kontingente für das Spiel durchaus noch vorhanden gewesen. Laut der UEFA hat der Rekordmeister Karten für 3000 Zuschauer zur Verfügung, von denen allerdings nur 2100 verkauft wurden. Weitere 800 wurden bereits wieder storniert.

Hans Gehrlein, Präsident des FC Bayern Fanclubs 13 Höslwanger.

Auch die vom FC Bayern neu eingerichtete kostenlose Teststation an der Allianz-Arena ändert nichts daran, dass sich die Fans keinem erhöhten Risiko aussetzten wollen. „Wir haben einfach keinen, der da hinauffahren will. Am letzten Freitag gegen Schalke wären einige gerne dabei gewesen, aber nach Budapest ist es einfach zu riskant“, resümiert Gehrlein. Somit bleibt den Fanclubs derzeit, wie schon beim Eröffnungsspiel der Bundesliga, nur das Mitfiebern aus sicherer Entfernung.

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