7-Tage-Inzidenz nur knapp unter 100

Coronavirus lässt Wirte und Sportler in Mühldorf verschärfte Regeln fürchten

Ein Wirt mit Maske zapft Bier. Bei hohen Infektionszahlen dürfen Kommunen und Landkreise für die Gastronomie Sperrstunden verhängen.
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Ein Wirt mit Maske zapft Bier. Bei hohen Infektionszahlen dürfen Kommunen und Landkreise für die Gastronomie Sperrstunden verhängen.
  • Hans Grundner
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  • Markus Honervogt
    Markus Honervogt
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Seit dem Wochenende lag der Corona-Inzidenzwert im Landkreis Mühldorf deutlich über der 100er Marke, jetzt ist er darunter gefallen. Trotzdem blicken Sportvereine, Kulturveranstalter und Gastwirte mit Sorgen auf die dunkelrote Corona-Ampel, die MInisterpräsident Söder angekündigt hat.

Mühldorf – Erstmals seit dem vergangenen Wochenende ist Corona-Inzidenzwert im Landkreis wieder unter die Marke von 100 gesunken. Das teilte das Landratsamt gestern mit. Trotz 21 Neuansteckungen bezifferte die Behörde den Siebentagewert der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner nur noch auf 95,8.

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Aktuelle Rechtslage gilt erstmal weiter

Mit dem Absinken des Corona-Werts unter 100 fiele der Landkreis zunächst auch aus den angekündigten Verschärfungen raus. Die sollen ab einem Siebentagwert von über 100 Neuansteckungen gelten und unter anderem eine Verlängerung der Sperrzeit für Gaststätten auf 21 Uhr und eine Veranstaltungsobergrenze von 50 Personen bringen. Das hatte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag im Kampf gegen Corona angekündigt.

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Noch aber sind sie auch unabhängig vom Inzidenzwert nicht in Kraft, betont Simone Kopf, Sprecherin des Landratsamts Mühldorf. „Grundsätzlich gilt, dass derartige Ankündigungen seitens der Staatsregierung immer erst in Gesetzesform umgesetzt werden müssen. In welchem Umfang und wann dies geschieht, ist derzeit nicht bekannt“, erklärt sie. „Bis dahin gilt die aktuelle Rechtslage.“

Spiel vor Zuschauer steht auf der Kippe

Auch Sportler wie die Volleyballer vom TSV Mühldorf schauen mit Bangen auf die Coronazahlen und die angekündigten Verschärfungen.

Nach derzeitigem Stand können die Volleyballer das Heimspiel am Samstag gegen Grafing vor Zuschauern spielen. Zulässig wären 220 Zuschauer in der Halle der Mittelschule, der TSV hat die Zahl aber bereits auf maximal 170 reduziert. „Wir gehen freiwillig runter, um es luftiger zu gestalten“, sagte Abteilungsleiter Stefan Bartsch.

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Über Zuschauerlimits müssen die Bezirksoberliga-Handballer des VfL Waldkraiburg nicht mehr nachdenken. Denn der Verband hat allen Clubs von der Bezirksklasse bis zur Bayernliga, im Jugend- wie im Erwachsenenbereich, eine Spielpause bis zum 7. November verordnet.

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Aus Sicht des sportlichen Leiters Harald Köber ist das eine logische Konsequenz aus den bisherigen Spielabsagen und Terminverlegungen. 28 Saisonspiele stehen allein bei den Herren in Vor- und Rückrunde bis April auf dem Spielplan. „Das wird man nicht durchziehen können.“ Die „Neuwertung der Situation, die der Verband nun vornehmen will, werde wohl darauf hinauslaufen, nur eine Einfachrunde abzuwickeln.

Noch klappt die Corona-Nachverfolgung

Anders als vom Robert-Koch-Institut (RKI) für viele Städte und Landkreise befürchtet, stellt die Information der Kontaktpersonen von Infizierten derzeit noch keine Probleme dar, betonte Landratsamtssprecherin Kopf.

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„Wir können die Nachverfolgung derzeit leisten“, betonte sie auf Anfrage. „Wir bauen unser Team zur Kontaktnachverfolgung kontinuierlich weiter aus.“

Dem Gesundheitsamt fehlen Ärzte

So seien in den zurückliegenden Wochen Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen des Landratsamts geschult worden und könnten zur Unterstützung eingesetzt werden. „Wir schulen weiterhin auch externe Mitarbeiter, aktuell Reservisten, weitere Unterstützung ist von der Regierung zugesagt.“ Dem Gesundheitsamt fehlen aber Ärzte, die das Amt befristet bis Dezember 2021 auch fachlich unterstützen können.

Derzeit sind im Landkreis 175 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert, vier von ihnen liegen im Krankenhaus.

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