Corona bremst die Ampfinger Ritter: Wie die Vorbereitungen für das Freilichtspiel laufen

Auch ihre Arbeitwird durch Corona gebremst: die Macher des Freilichtspiels „1322 – die Schlacht bei Ampfing“ Filmemacher und Interviewpartner Tobias M. Huber (von links), Schauspieler Moritz Katzmair, Fritz Zimmermann in der Rolle als Ritter, Bürgermeister Josef Grundner und Dominikus Huber. Stettner

In zwei Jahren ist die Schlacht bei Ampfing: Mit einem großen Freilichtspiel mit hunderten Mitwirkenden feiert die Gemeinde das 700-jährige Jubiläum dieses Ereignisses. Im Interview erläutert Regisseur Tobias M. Huber, einer der Macher, des Projekts, wie die Vorbereitungen laufen. Auch sie schlagen sich mit der Corona-Krise herum.

Ampfing – „1322 – Die Schlacht bei Ampfing“ – daran will die Gemeinde im September 2022 mit einem großen Freilichtspiel erinnern. Zum 700-jährigen Jubiläum der Ritterschlacht wird die dramatische Geschichte zweier Könige und einer Königin inszeniert, mit echten Pferden, historischen Kostümen, Schaukämpfen und Lagerleben. Ein buntes Mittelalter-Spektakel erwartet dann die Ampfinger und ihre Gäste. Bei einem Infoabend haben sich nicht weniger als 700 Bewerber gemeldet, um Rollen und Aufgaben zu übernehmen. Die Macher sind nun mit dem Auswahlverfahren beschäftigt und sortieren die Arbeit. Und obwohl das Spektakel erst in zwei Jahren geplant ist, kämpfen Regisseur und Filmproduzent Tobias M. Huber, Dominikus Huber sowie der Schauspieler und Theaterregisseur Moritz Katzmair mit den Einschränkungen durch Corona, wie sich im Interview mit Tobias M. Huber herausstellt.

Wie trifft Sie die Krise?

Tobias M. Huber: Nach unserem Zeitplan wollten wir eigentlich im Frühjahr mit dem Auswahlverfahren und den ersten Treffen beginnen. Das müssen wir natürlich verschieben. Unser Regisseur Moritz Katzmair und wir konzentrieren uns stattdessen gerade auf die Recherche, die Textfassung und die Inszenierung (mit Bühne und Kostüm). Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, bleiben wir trotzdem im Zeitplan. Unser Puffer wird nur eben ein wenig kleiner.

Sind schon Rollen und Positionen besetzt?

Tobias M. Huber:Nein, zum aktuellen Zeitpunkt sind noch keine Rollen oder Positionen besetzt. Die Termine dafür sind erst mal in den Spätsommer und Herbst verschoben. Es sind also noch alle Chancen offen!

Für welche Rollen haben sich besonders viele gemeldet?

Tobias M. Huber:Wir haben etwa 300 Bewerber für Sprechrollen. Das klingt erst mal sehr viel, aber davon sollte sich keiner abschrecken lassen – online ein Kreuzchen zu machen ist viel einfacher, als vom Sofa aufzustehen und zum ersten Treffen zu kommen! Bei den Abteilungen haben sich besonders viele für Schaukampf und Bogenschießen interessiert, was uns sehr freut. Bei Beidem ist uns jedoch sehr wichtig, kein Risiko einzugehen. Es wird also definitiv Pflicht-Training geben, bei dem die Sicherheit im Vordergrund steht.

Welche Fähigkeiten sind noch gefragt?

Tobias M. Huber:Wir freuen uns sehr, dass es wirklich in jedem Bereich eine gute Anzahl vielversprechender Bewerber gibt. Wir hoffen aber natürlich, dass es nicht nur beim reinen Interesse bleibt. Wir brauchen im nächsten Schritt dringend verantwortungsvolle Leute, die bereit sind, Abteilungen zu organisieren. Wer schon mal in einem Verein tätig war weiß, dass das trotz modernen Mitteln wie WhatsApp und Emailverteiler ganz schön anstrengend sein kann. Geduld und guter Wille sind also gefragt.

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Wie läuft das Auswahlverfahren?

Tobias M. Huber:Es gibt zwei Auswahlverfahren. Zum einen für die Abteilungsleiter, die wir „Meister“ nennen. Hier laden wir – sobald die Termine feststehen – per Email alle zu einem Treffen ein, die ihr Kreuzchen bei einer bestimmten Abteilung gemacht haben. Also zum Beispiel „Bühnenbild“ oder „Technik“. In der Einladung rufen wir dazu auf, sich auch als Meister zu bewerben. Da reicht eine kurze Email und anschließend eine persönliche Vorstellung beim Treffen. Die Meister organisieren die weiteren Treffen ihrer jeweiligen Abteilung und planen zusammen mit ihren Leuten ihren Bereich. Natürlich in Abstimmung mit dem Regisseur Moritz Katzmair und uns. Das ist eine große Verantwortung, wird aber sicherlich viel Spaß machen.

Und was ist mit den Sprechrollen?

Tobias M. Huber:Das zweite Auswahlverfahren betrifft die Sprechrollen. Teil unseres Konzepts ist ja, viele Leute ohne Theatererfahrung ins Stück zu integrieren. Es wird also kein klassisches Casting geben. Um versteckte Talente nicht zu übersehen, bieten wir jedem die gleiche Chance. Es wird Workshops geben, bei denen Moritz Katzmair mit Gruppen von etwa 20 Bewerbern spielerisch Szenen erarbeitet. Wer eine Sprechrolle will, muss also einmal einen Workshop besuchen. Die Übungen, die Moritz macht, sind eine gute Möglichkeit, für sich selbst herauszufinden: Macht mir das Spaß? Kann ich das überhaupt? Sobald alle die Möglichkeit hatten, ihr Können zu zeigen, wird Moritz entscheiden, welche Rolle für wen geeignet ist. Dabei werden wir eventuell auch die ein oder andere Rolle doppelt besetzen.

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Wie erfahren die Bewerber von den Terminen?

Tobias M. Huber:Die Termine werden auf www.schlachtbeiampfing.de veröffentlicht, es wird Email-Einladungen an alle Bewerber geben. Zusätzlich hängen sie bei der Gemeinde aus. Wir bauen darauf, dass sich die Infos im Dorf verbreiten und die Generationen zusammenhelfen – hier sind die Kinder und Enkelkinder gefragt. Wer sich wirklich nicht übers Internet anmelden kann, kann auch so bei den Treffen vorbei kommen.

Was sind die nächsten Termine?

Tobias M. Huber:Die Workshops werden wir voraussichtlich im Spätsommer/Herbst durchführen. Spätestens zum Ende des Jahres hoffen wir, alles entschieden zu haben. So können wir im Jahr 2021 voll durchstarten! Wir können es gar nicht erwarten, bis es losgeht!

Interview: Rita Stettner

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