Christkindlmarkt wegen Corona abgesagt – Kraiburg will Krippenweg wieder beleben

Das macht einen Christkindlmarkt aus: Man trifft sich, rückt zusammen – und steckt sich im schlimmsten Fall mit Corona an. Dieses Risiko ist auch den Kraiburger Marktgemeinderäten zu hoch. Einstimmig haben sie deshalb den bayerischen Advent am historischen Marktplatz abgesagt.
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Das macht einen Christkindlmarkt aus: Man trifft sich, rückt zusammen – und steckt sich im schlimmsten Fall mit Corona an. Dieses Risiko ist auch den Kraiburger Marktgemeinderäten zu hoch. Einstimmig haben sie deshalb den bayerischen Advent am historischen Marktplatz abgesagt.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Viele haben damit gerechnet, jetzt steht es fest: Der bayerische Advent vor historischer Marktkulisse in Kraiburg fällt heuer wegen Corona flach. Allerdings arbeitet die Gemeinde an einer Alternative.

Kraiburg – Ein Christkindlmarkt in Kraiburg sei in diesem Jahr nicht zu verantworten. Die Veranstaltung ist abgesagt. So hat es der Gemeinderat beschlossen. Einstimmig. Sie wolle nicht für einen Hotspot die Verantwortung übernehmen, meinte Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) und brachte eine Alternative ins Spiel.

Größerer Abstand zwischen Ständen ist auch keine Lösung

Jackl musste im Gremium nicht viel Überzeugungsarbeit leisten. Sie verwies darauf, dass es wieder aktuelle Corona-Fälle in Kraiburg gebe, eine Erzieherin in der katholischen Kita. Auch ein rumänischer Mitarbeiter der Firma Jackl wurde nach einem Aufenthalt in seiner Heimat positiv getestet.

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Der gut besuchte Christkindlmarkt am Marktplatz bringe die Leute zusammen. „Genau das wollen wir nicht.“ Auch ein größerer Abstand zwischen den Ständen sei keine Lösung. „Dann braucht es einen Ordnungsdienst. Mir ist das Risiko zu hoch.“

Dr. Kamhuber: Gefahr ist noch nicht ausgestanden

Ähnlich bewertet die Situation Dr. Georg Kamhuber ((CSU). „Die Gefahr, dass noch was Größeres auf uns zukommt, ist nicht ausgestanden“, so der Arzt. Der Christkindlmarkt sei zwar auch ein Wirtschaftsfaktor, aber nicht so bedeutet, das man ihn nicht absagen könnte.

Adrian Hilge (SPD) hatte sich längst damit abgefunden: „Das ganze Jahr 2020 können wir eh streichen.“

Heiml: Vielleicht wird Advent besinnlicher

Dr. Sebastian Heiml (CSU) gewinnt einer Absage des Christlkindlmarkts sogar eine positive Seite ab. Vielleicht werde die Adventszeit besinnlicher. Auch einen Sommer ohne Volksfeste habe man überlebt.

Für Gerhard Preintner (UWG) ist ein Markt ohne Getränke- und Essensstände keine Alternative, weil dann auch die anderen Fieranten wegbleiben.

Fieranten brauchen Planungssicherheit

Die brauchen Planungssicherheit. Denn sie können nicht erst wenige Wochen vorher mit den Vorbereitungen beginnen.

Die Bürgermeisterin setzt sich für Alternatven ein. Sie favorisiert eine Wiederbelebung des Kraiburger Krippenwegs. Auch die Pfarrei habe schon signalisiert, dass sie wieder ein Angebot machen will. Die Ministranten planen für Kinder und Familien eine Schnitzeljagd wie im Sommer.

Nach zehn Jahren wieder ein Krippenweg

Vor etwa einem Jahrzehnt gab es in Kraiburg letztmals einen Krippenweg. Diese Tradition soll nun wieder aufleben. Franz Genzinger vom Kulturkreis ist zuversichtlich, dass viele Bürger sich beteiligen und Privatkrippen vom 1. bis zum 4. Advent in die Schaufenster und Wohnzimmerfenster stellen.

Genzinger stellt sich folgende Route vor: Nussbichl - Guttenburger Straße - Brunngasse - Marktplatz - Langgasse. Er geht davon aus, dass etwa 80 Krippen aufgestellt werden können, darunter auch Teile der Fetzerkrippe, Papierkrippen aus dem Heimatmuseum und eine Krippe in der Marktpfarrkirche.

Ob an den Adventswochenenden auch Fieranten etwa Krippen und Figuren oder auch Vogelhäuschen anbieten können oder der katholische Frauenbund selbst gebackene Platzerl verkaufen darf, das ist noch offen. Ein Arbeitskreis mit Mitgliedern des Gemeinderats und Vertretern der Pfarrei und den Kultur- und Familienbeauftragten soll sich dazu weitere Gedanken machen. hg

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