Chordirektor Josef Überacker genießt jetz in Polling den Ruhestand und Hobbys

Der Künstler genießt es, jetzt viel Zeit am Klavier verbringen zu können. Wagner

Es ist ein sonniger Spätnachmittag. Josef Überacker, Chordirektor im Ruhestand und begnadeter Pianist sowie Teilzeitgastwirt hat noch ein weiteres Hobby: seinen Garten, der sich einer gepflegten Natürlichkeit erfreut, mit Blumen und Sträuchern, die ein Paradies für Insekten bieten.

Von Robert Wagner

Polling – Der Hausherr ist seit jeher der Natur verbunden. Über die Treppe seines Hangbungalows gelangt man auf eine Terrasse, wo ein Hauch mediterranen Flairs zu spüren ist. Hier stehen seine Erinnerungen aus Urlaubsreisen nach Italien, dem Lieblingsland der Familie Überacker. Eine Liebe, die auch schon seine Eltern teilten, mit denen er und seine Frau Ulrike, sowie später auch die Töchter Elisabeth und Ulrike, Jahr für Jahr Urlaub in „Bella Italia“ machten.

Aus dem kleinen Pflänzchen, das Josef Überacker vor 45 Jahren für 1000 Lire in Rom gekauft hat, ist eine meterhohe Palme geworden.

Schon immer der Natur verbunden

Die Erinnerungen sind Palmen, die Josef Überacker aus den verschiedenen Regionen mit nach Hause brachte und in seinem Garten pflanzte, unter ihnen ein mehrere Meter hohes Exemplar, das er 1975 in Rom als kleine Pflanze gekauft hat: „Die Palme hat damals 1000 Lire gekostet, das war umgerechnet etwa eine Mark“, sagt Josef Überacker, der nunmehr seit etwa drei Jahren im Ruhestand ist.

Als Wirt hofft Josef Überacker, seinen Gästen bald wieder wirklich einschenken zu können und nicht nur mit der leeren Flasche für das Foto zu posieren.

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Ziemlich genau vor 50 Jahren, am 29. Juni 1970, saß er das erste Mal als Organist an der Kirchenorgel in seinem Heimatort Polling, bei einem Gottesdienst, den Pfarrer Rudolf Scholze damals zelebrierte.

Seine beruflichen Stationen als Chordirektor waren München, Waldkraiburg und seit 1979 in Mühldorf/St. Nikolaus, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand wirkte.

Ruhestand hat nichts mit Nichtstun zu tun

Wobei dieser Ruhestand nicht das Geringste mit „Nichtstun“ gemeinsam hat. Schließlich hält ihn die Liebe zur Musik nach wie vor fest in ihren Händen, wie er im Gespräch sagt: „Ich genieße diese Zeit, die ich nun habe, um mich dem Klavierspielen zu widmen. Jetzt kann ich täglich ein paar Stunden spielen, neue Stücke einstudieren, die ich immer schon spielen wollte“.

Dabei verraten sein Gesicht und seine Ausdrucksweise, welche Leidenschaft dahintersteckt. Und er schätzt es unendlich, das machen zu können, wonach ihm der Sinn steht. Die Zeit dafür hat er ja jetzt, auch wenn er noch die ein oder andere Klavierstunde gibt und nun auch wieder in der Pollinger Kirche als Organist wirkt. Zeit, die ihm auch der Stillstand durch Corona bescherte: „Es fühlte sich an wie Urlaub, ich hatte Zeit, wie schon lange nicht mehr“, sagt Josef Überacker.

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Schließlich war ja auch sein „Gasthaus zur Post“, das er seit dem Tod seiner Eltern im Jahr 2007 als „Teilzeitgastronom“ weiterführt, geschlossen. Ein Umstand, den er, sobald es geht, wieder ändern will: „Für mich war die Gastronomie schon immer eine willkommene Abwechslung in meinem beruflichen Alltag.

Das Wirtshaus tut den Menschen gut

Und sie ist ein wichtiger Ort für unsere Gesellschaft, hier findet man Abwechslung und trifft sich mit Freunden und Bekannten, kurzum: „Wirtshaus tut den Menschen gut“. Da merkt man, dass ihm nicht nur die Musik im Blut liegt, es ist auch ein Stück Herzblut für das Lebenswerk seiner Eltern vorhanden, von dem er sagt: „Ich hätte es nicht über’s Herz gebracht, die Wirtschaft ganz zu schließen, oder, wie es mir manche geraten haben, zu verkaufen“.

Sehr zur Freude der örtlichen Schützenvereine, denen damit ihre Heimat erhalten blieb, und der sonntäglichen Frühschoppengäste, die hier hoffentlich bald wieder regelmäßig einkehren können.

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