Bundesstagswahl 2009 Kandidaten Mühldorf

Sieben auf dem direkten Weg

Die ersten sind schon da: Der Plakatwahlkampf hat begonnen, die meisten Wände sind aber noch relativ leer. Foto kla

Interessiert, als Direktkadidat in den Bundestag zu ziehen? Die Piratenpartei fragt auf ihrer Internetseite: „Du?“. Gemeldet hat sich offensichtlich keiner, denn die Splittergruppe zieht wie elf andere ohne Direktkandidaten in den Wahlkampf.

Mühldorf – 19 Parteien treten am 27. September zur Wahl an, im Wahlkreis Alötting/Mühldorf bieten sieben von ihnen einen direkt zu wählenden Vertreter. Darunter sind natürlich die vier großen Parteien.

Für die CSU hofft der Jurist und Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer sein Direktmandat verteidigen zu können. Der 36-jährige, ledige Stadtrat und Jugendreferent der Stadt Neuötting setzt sich für den zügigen Weiterbau der Autobahn, den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Bahn und den Erhalt der Landwirtschaft ein. Das Thema Innere Sichheit liegt ihm im Bundestag besonders am Herzen. Mayer ist sportlich und läuft Halbmarathon und verbringt seine Freizeit gerne im Theater, im Kino oder bei italienischer Musik.

Die SPD schickt Werner Groß, Konrektor an der Realschule in Waldkraiburg, ins Rennen. Der 47-jährige Mühldorfer, Vater von zwei Kindern, ist nach eigener Aussage sowohl privat als auch beruflich sehr glücklich. Er tritt für ein Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft ein, will gegen eine Zweiklassenmedizin kämpfen und fordert von Bund, Ländern und Bahn mehr Einsatz zur Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Region.

Fast einstimmig haben sich die FDP-Kreisverbände Altötting und Mühldorf für die junge Physik-Studentin Raffaela Bubendorfer entschieden. Die 20-jährige Ampfingerin ist schon seit einigen Jahren bei den Liberalen aktiv, engagierte sich im FDP-Kreisvorstand und ist stellvertretende Landesvorsitzende der liberalen Hochschulgruppe Bayern. Als Kind wollte Raffaela Bubendorfer Pilotin werden. Heute setzt sie sich für den Ausbau der A94 ein und ist trotz Finanzkrise zuversichtlich, die Bürger durch Steuersenkungen entlasten zu können um den Privatkonsum anzukurbeln.

Bündnis 90/Die Grünen stellen Peter Uldahl als Direktkandidaten. Uldahl ist Betriebsökonom für das Hotel- und Gaststättengewerbe und träumt davon, einmal ein Wochenende mit dem berühmten Fernsehkoch Paul Bocuse auf einer einsamen Insel zu verbringen. Er setzt sich für die Einführung einer einheitlichen Bürgerversicherung ein und will eine bäuerliche Landwirtschaft unterstützen, um regionale Arbeitsplätze zu schaffen. Wie seine Partei wehrt er sich gegen den Bau der A 94 auf der Trasse Dorfen. Der begeisterte Mountainbiker kommt aus Ampfing, ist 45 Jahre alt und radelte erst kürzlich von Rosenheim an den Gardasee.

Weitere Erststimmenkandidaten sind: Christian Peiker, die Linke; Markus Fridgen, NPD; Franz Maier, BüSo, die über die Erststimmte direkt gewählt werden.

Bei der vergangenen Bundestagswahl 2005 ging der Sieg trotz verlorener Stimmen im Landkreis Mühldorf klar an die CSU und Stephan Mayer mit 59,3 Prozent. Positiv fiel das Ergebnis für die Liberalen aus, die ihr Ergebnis im Landkreis mit dem Erststimmenkandidaten Konrad Kammergruber auf 8,5 Prozent heben konnten. Die SPD landete bei 18,9 Prozent, wobei Direktkandidat Bastian Höcketstaller als Nachfolger des Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer, Stimmen verlor. Die Grünen konnten damals auf 5,6 Prozent kräftig zulegen, obwohl Dr. Georg Gafus erwartungsgemäß kein Direktmandat erlangte.

Alle anderen Parteien blieben unter drei Prozent, wobei die Linke ihren Stimmenanteil auf 2,8 Prozent steigerte.

Trotz der Bedeutung der letzten Bundestagswahl war die Beteiligung der Bürger mit lediglich 74,9 Prozent eher schwach. Es wird sich zeigen, ob sich die rund 168 000 Wahlberechtigten im Wahlkreis reger beteiligen oder ob nach wie vor Wahlmüdigkeit herrscht.

Am Schluss zurück zu den Piraten: Die haben nach eigenen Angaben im Landkreis drei wahlberechtigte Mit- glieder. jug

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