Bürgerversammlung Rattenkirchen: Baubeginn für Kindergarten vielleicht noch dieses Jahr

Die ausgeschiedenen Gemeinderäte mit Bürgermeister Rainer Greilmeier (links) und Landrat Max Heimerl (rechts): Josef Bauer (von links), Sylvia Stanka, Peter Schreiner, Simon Karrer.
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Die ausgeschiedenen Gemeinderäte mit Bürgermeister Rainer Greilmeier (links) und Landrat Max Heimerl (rechts): Josef Bauer (von links), Sylvia Stanka, Peter Schreiner, Simon Karrer.

Welche Aufgaben stehen an? Welche Projekte hat die Gemeinde bereits erfolgreich abgeschlossen. Einen Überblick dessen gab Bürgermeister Rainer Greilmeier bei der Bürgerversammlung in Rattenkirchen. Ganz ungewohnt gesplittet auf zwei Teile.

von Hans Rath

Rattenkirchen – Bürgermeister Rainer Greilmeier präsentierte einen Jahresrückblick, der selten zuvor von einem Thema beherrscht wurde: Corona. Wegen Corona gestaltet sich die Finanzlage der Gemeinde schwierig. Die fehlenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer werden zwar durch Mittel aus Bund und Land kompensiert, was aber bei der Einkommenssteuer nicht der Fall ist.

Zu den wichtigsten Baumaßnahmen gehörten laut Greilmeier die Gemeindeverbindungsstraße Pemberg – Ramering, die für 343 000 Euro mit einer neuen Asphaltdecke versehen wurde, die Erschließung des „Kebinger Feldes“ für 70 000 Euro, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten 26 000 Euro und der Kanalbau 120 00 Euro. Die Schulden der Gemeinde konnten von 1 324 804 Euro auf 958 754 Euro gesenkt werden, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 986,37 Euro entspricht.

Die Versorgung der Gemeinde mit Trinkwasser sei gut. Beim Abwasser wurden bei den Befahrungen mit einer Spezialkamera Schäden festgestellt, die in den nächsten Jahren zu beseitigen sind. So soll zum Beispiel in einem 60 Meter langen Rohr ein sogenannter „Inliner“ befestigt werden, der das Rohr von innen abdichtet.

Abschnittsweise instand setzen

„Manche Straßen sind alt, deshalb besteht erhöhter Sanierungsbedarf“, sagte Greilmeier. Dennoch würden die betreffenden Straßen nur abschnittsweise instand gesetzt werden, sodass sich die Gemeinde diese Arbeiten leisten könne. Der Breitbandausbau schreite voran, werde aber erst in den nächsten zwei, drei Jahren abgeschlossen sein. „Es gibt noch 61 nicht angeschlossene Haushalte.“

Eine erfreuliche Nachricht hatte Greilmeier in Bezug auf den Bahnübergang Ziegelsham: Nach einer Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes muss sich die Gemeinde Rattenkirchen nicht mehr finanziell an den Arbeiten beteiligen, die Kosten stemmen gemeinsam die DB Netz AG, der Freistaat und der Bund.

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Im Zuge der neugebauten A 94 sind noch Zusatzarbeiten wie die Kieswege neben der Autobahn zu erledigen. Wer diese bezahlt, sei noch offen, die Gemeinde verhandle mit der ARGE A 94, der Autobahndirektion Süd und der mit den Arbeiten betreuten Baufirma.

Der Bürgermeister informierte über den Stand der Planungen beim Neubau von Kinderkrippe (zwölf Plätze) und Kindergarten (24 Plätze) Die Planungen laufen, im November werden die Pläne dem Vergabeausschuss vorgelegt. Greilmeier hofft auf einen Baubeginn noch in diesem Jahr.

„Auch das Projekt „R.A.T.T.E.N.“ läuft gut“, sagte er. Das Klettergerüst sei fertig, der Rasen angelegt, der Parkplatz und die Wege seien im Bau. Hier hofft das Gemeindeoberhaupt, im Frühjahr 2021 die Einweihung zu feiern.

Corona: Wichtige Dinge müssen entfallen

Das Gewerbegebiet in Haun ist bis auf eine einzige Parzelle voll. „Lediglich das Vereins- und Dorfleben krankt, was aber der Pandemie geschuldet ist: Dorffest, Ausflüge, Schießabende, Versammlungen – all die wichtigen Dinge mussten entfallen und können erst nach und nach wieder durchgeführt werden.“

Abschließend sprach Landrat Max Heimerl. Die ersten Monate seines neuen Amtes hätte er sich anders vorgestellt. „Im Landkreis kann jeder einzelne Corona-Fall positiv nachverfolgt werden. Eine positiv getestete Person kommt in Quarantäne und wird laufend kontrolliert, ob sie die einhält.“ Vor allem junge Leute, kritisierte der Landrat, würden die Situation nicht mehr so ernst nehmen, würden aus falsch verstandener Loyalität Namen ihrer Kontaktpersonen nicht angeben. Dennoch habe man im Landkreis die Lage im Griff, das Testzentrum in Mühldorf bleibe bestehen.

Mit Blick auf das kommende Jahr meinte er: „2021 wird ein schwieriges Jahr. Wir werden uns nicht mehr alles leisten können, was wir jetzt planen.“

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