Bürgermeisterwechsel in der Kreisstadt: Wohin geht Mühldorf?

Michael Hetzl hat Marianne Zollner als Bürgermeister abgelöst. Er setzte sich knapp in der Stichwahl durch. Ein Kommentar

Da trauten viele ihren Augen oder Ohren nicht, als klar war, dass Amtsinhaberin Marianne Zollner ihr Amt knapp verloren hatte. Welche Gründe dafür letztlich entscheidend waren, ist offen, Wählerbefragungen gibt es nicht. 

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Offensichtlich aber ist: Die Mehrheit der Mühldorfer will sich endgültig von der Politik der letzten Jahrzehnte lösen. Hatte es Zollner beim ersten Mal noch knapp geschafft, Günther Knoblauch nachzufolgen, hat sie jetzt das Nachsehen.

Nach der Stichwahl in Mühldorf: Wunsch nach einem Neuanfang

Mit Michael Hetzl kommt ein sehr junger Amtsinhaber, der zu der politischen Richtung gehört, die seit Langem dezidiert als Opposition gegen Knoblauch und auch Zollner auftrat; die vor allem in Finanzfragen stets Zurückhaltung anmahnte und manches Vorhaben infrage stellte. Deshalb darf das Wahlergebnis als Votum für eine Abkehr von der bisherigen Politik und als Wunsch nach einem Neuanfang gewertet werden.

Die Gruppierung aus Freien Wählern und Unabhängigen Mühldorfern, die für diese Veränderung steht, stellt jetzt den Bürgermeister und muss das umsetzen, was sie vor sich hergetragen hat: eine Verbesserung der Lebensverhältnisse, vor allem des Verkehrs, der Parksituation und die Reduzierung des Wachstums der Stadt, ohne dafür die Stadtkasse über Gebühr zu belasten.

Dafür muss sich Michael Hetzl wechselnde Mehrheiten suchen. Denn eine starke Hausmacht hat er in einem sehr kleinteiligen Mühldorfer Stadtrat mit sechs Fraktionen und Gruppierungen nicht.

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