BÜRGERMEISTERIN ANNA MEIER

Corona und der Oberneukirchner Haushalt: „Kleine Landgemeinden bleiben nicht verschont“

Oberneukirchens Bürgermeisterin Anna Meier hat das Gewerbegebiet noch nicht ad acta gelegt. Sie möchte zudem mit den Bürgern die Ortsentwicklung vorantreiben.
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Oberneukirchens Bürgermeisterin Anna Meier hat das Gewerbegebiet noch nicht ad acta gelegt. Sie möchte zudem mit den Bürgern die Ortsentwicklung vorantreiben.
  • vonMarianne Fill
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Oberneukirchen – Die Gemeinde Oberneukirchen wollte in diesem Jahr ein großes Fest feiern. Das musste coronabedingt aber bereits abgesagt werden. Nicht aus den Augen möchte Bürgermeisterin Anna Meier (FWG) allerdings die Ortsentwicklung lassen. Hier soll mit den Bürgern die Zukunft des Ortes gestaltet werden, wie sie in einem Gespräch mit der OVB-Heimatzeitung verriet.

Was lief in ihren Augen gut im vergangenen Jahr?

Anna Meier: Würde man das Jahr 2020 Revue passieren lassen, so nähme man die Corona-Pandemie und dem Lockdown davon als erstes wahr. Doch im vergangenen Jahr ist auch viel Positives geschehen. Es fanden die Kommunalwahlen statt, die neuen Gremien haben die Arbeit aufgenommen. Es fand eine Klausurtagung für unser Dorf in Thierhaupten statt. Die Wasserversorgung im Außenbereich schreitet mit großen Schritten voran. Die Wasserbüffel haben ihr neues Sommerquartier an der Mühldorfer Straße bezogen. Ein Einkaufsservice wurde von unserem Dorfladen angeboten. Ein vorbildliches Angebot, wie ich meine.

Wo sehen sie die Herausforderungen hinsichtlich der Corona-Pandemie?

Natürlich belastet auch unsere Gemeinde die Corona-Pandemie sehr. Niemand hätte sich jemals vorstellen können, dass so etwas kommen würde. Doch wir müssen alle nach vorne schauen, es wird auch ein Leben nach Corona geben, wie immer die Zeit danach auch aussehen wird. Wir müssen unsere Ziele weiter verfolgen und die Herausforderungen, die auf uns warten, annehmen. Ein Stillstand wäre der falsche Weg. Doch muss man sich Gedanken machen, wo man die Prioritäten setzt.

Auch das Jahr 2021 steht im Zeichen von Corona. Wie sehr behindert die Pandemie ihre Arbeit und die der Gemeinde?

Es ist manches schwieriger geworden, zum Beispiel verschiedene Personengruppen zu erreichen. Das erschwert natürlich die Arbeit insgesamt. Die virtuellen Möglichkeiten sind nicht der Idealfall, aber es wird nötig sein, diese Kommunikationsmittel zu nützen und zu akzeptieren. Durch die ausgefallene Bürgerversammlung gilt es auch, genügend Informationen an die Bürger weiterzuleiten. Das Vereinsleben ist, wie überall, auch in Oberneukirchen ins Stocken geraten. Leider muss auch das große Fest, das für 2021 geplant war, abgesagt werden. Was nach langer und intensiver Planung für den Festausschuss und den Vereinsmitgliedern sehr bitter war.

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Ein großes Thema ist ein Gewerbegebiet für Oberneukirchen. Inwieweit lässt sich ein solches verwirklichen?

Das Gewerbegebiet ist natürlich immer noch ein großes Thema. Durch unser Ortsentwicklungskonzept, welches wir momentan ausarbeiten, hoffen wir, dem Wunsch nach Gewerbe nach zu kommen. Trotz der Fläche, die uns zur Verfügung stehen würde und trotz der Bewerber aus der eigenen Gemeinde, hält die Regierung sehr am Anbindegebot und am Landesentwicklungsplan fest. Nun gilt es, eine konstruktive Ausarbeitung unseres Ortskonzeptes zu leisten, um doch noch ans Ziel zu kommen.

Ein wichtiges Thema ist die Ortsentwicklung, wie sind hier die Pläne?

Nach der Klausurtagung 2020 und vielen Vorbereitungen haben nun die ersten Treffen für die Ortsentwicklung stattgefunden. Die Gruppierungen wurden in vier Kategorien aufgeteilt. In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro „Orte gestalten“ und dem Amt für ländliche Entwicklung kann sich jeder Bürger einbringen, um die Zukunft von Oberneukirchen mitzugestalten.

Wie belastet die Pandemie die Einnahmen der Gemeindekasse im Hinblick auf die Gewerbesteuer?

Veränderungen werden sich, glaube ich, erst in der nahen Zukunft bemerkbar machen. Doch wenn man die Medien verfolgt, von welchen Summen gesprochen wird, wird schnell klar, dass auch eine kleine Landgemeinde nicht verschont bleiben wird.

Welche Projekte stehen in den nächsten Jahren an?

Die Sanierung der Kläranlage ist eines unserer Vorhaben. Nach der Ausarbeitung unseres Ortskonzeptes werden wir versuchen, die wichtigsten Vorhaben umzusetzen. Dabei hat die Kategorie Alter/Kinder eine sehr hohe Priorität, da der Kindergarten in Taufkirchen (Zusammenarbeit mit der Gemeinde Oberneukirchen) aus allen Nähten platzt. Auch den Senioren gilt ein besonderes Augenmerk, sie sollen die Möglichkeit haben, in der Gemeinde, in der sie geboren, gelebt und gearbeitet haben, ihren Lebensabend verbringen zu können.

Über welche Nachricht würden sie sich in diesem Jahr freuen?

Eine große Freude wäre, dass wir wieder ins normale Leben zurückfinden können. Ich wünsche mir, dass wir der Corona-Pandemie, die uns auch einiges gelehrt hat, etwas Positives abgewinnen. Nämlich, dass nicht nur die materiellen Werte im Leben zählen, sondern dass Menschlichkeit und Zufriedenheit im Vordergrund stehen.

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