Bürgermeister aus Landkreis Mühldorf informieren sich über die digitale Verwaltung

In den Rathäusern der Gemeinden und Städte sowie den Landratsämtern soll die digitale Verwaltung kommen. Enzinger
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In den Rathäusern der Gemeinden und Städte sowie den Landratsämtern soll die digitale Verwaltung kommen. Enzinger

Einfach klicken, statt im Rathaus warten: Das wäre ein Vorteil der digitalen Verwaltung für die Bürger. Wie und was die Technik in bayerischen Kommunen verändern wird, darüber haben sich Mühldorfer Stadt- und Gemeindeoberhäupter jetzt informiert.

Zangberg– Die digitale Zukunft der Verwaltung stand im Mittelpunkt der letzten Bürgermeister-Versammlung im Bürgerhaus in Zangberg. Martin Montag, Regionalleiter der AKDB in Oberbayern (Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern), stellte die Chancen und Pflichten der Digitalisierung vor.

Die Digitalisierung der Verwaltungsebenen haben der Freistaat Bayern und der Bund vorgegeben. In Bayern soll bis zum Jahr 2020 die verschlüsselte Kommunikation, die elD-Funktion des neues Personalausweises, der Empfang von E-Rechnungen und die Erstellung von Informationssicherheitskonzepten möglich sein.

Archiv bis Wasserstand

Die Vorgaben des Online-Zugangsgesetzes (OZG) des Bundes sehen einen automatisierten Verwaltungsakt vor. „Die Digitalisierung erfasst die Verwaltung als Ganzes“, erklärte Montag. Diese reiche von der Archivierung über die E-Akte, die Gehaltsabrechnung und die Wasserzähler-App.

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Diese Vorgaben gelten für die Gemeinden, Märkte und Städte sowie für die Landkreise.

Rasante Steigerung vorgesehen

Die Entwicklung der zehn Fachdienste von 2013 bis 2018 sieht eine rasante Steigerung im Digitalbereich vor. Im Jahr 2018 wurden digital 392 417 Wunschkennzeichen bestellt, Im Jahr 2013 waren es 7028 Web-Wahlscheine und im Jahr 2018 295 417. 84 900 Bürgerinnen und Bürger lasen ihren Wasserverbrauch im Jahr 2018 digital ab. Auch die Kfz-Zulassung und Kfz-Außerbetriebsetzung steigen auf 21 251 und 46 188 im Jahr 2018 an. Der Landkreis Mühldorf bietet diesen Dienst bereits online an. Die Statusabfrage des Bauantrags ist digital möglich.

Die Angebote gelten für staatliche oder kommunale Online-Dienstleitungen.

Die Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen müssen ihre Verwaltungsleistungen gemäß OZG bis zum 31. Dezember 2022 auch online anbieten. Das Ziel im Freistaat Bayern ist das Jahr 2020. Der OZG-Umsetzungskatalog umfasst bisher 575 Leistungen. Von der Geburts-, Heirats, Lebenspartnerschafts-, und Sterbeurkunde bis zur Gewerbeanmeldung.

Dabei soll eine sichere Kommunikation zwischen Bürger, Wirtschaft und Verwaltung gewährleistet sein. Die Digitalisierung bringt für die Kommune Einsparungen der Kosten für Papier durch Wegfall von Kopien, eine schnellere Übermittlung der Rechnungsdokumente, kein Skontoverlust, keine Mahngebühren, Transparenz über den gesamten Verarbeitungsprozess.

IT-Sicherheit ist entscheidend

„Es geht nicht um Technologie, sondern darum Verwaltungsdienst dort anzubieten, wo sie im Zeitalter der Digitalisierung erwartet und auch nachgefragt werden“, stellte Montag heraus. Die Herausforderung für die Kommunen sind die IT-Sicherheit und die Effizienz des Verwaltungshandelns.

Die Risiko- und die Gefahrenquellen liegen bei Bränden im Rechenzentrum, Stromausfällen, Serverplattencrash, menschliche Fehler. Bedrohungen durch Trojaner sind extern gegeben. Pro Tag gibt es rund 750 000 nicht erlaubte Zugriffe. Davon sind echte Attacken rund 2 000 pro Tag. „Wir betrachten den Datenschutz nicht isoliert, sondern ganzheitlich vor dem Hintergrund der Informationssicherheit. Der Schutz personenbezogener Daten und die Sicherheit von Prozesse muss unbedingt eingehalten werden“, stellte Montag heraus.“

Für Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner ist die Gestaltung der digitalen Zukunft in den Gemeinden eine primäre Zukunftsaufgabe. „Gut aufgestellt ist das Landratsamt Mühldorf für die digitale Zukunft“, erklärte Landrat Georg Huber.

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