Bürgermeister mit Herz und Verstand

36 Jahrewar Hans Steinberger politisch in der Gemeinde Rattenkirchen aktiv, jetzt feierte der Ehrenbürger seinen 80. Geburtstag. krl
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36 Jahrewar Hans Steinberger politisch in der Gemeinde Rattenkirchen aktiv, jetzt feierte der Ehrenbürger seinen 80. Geburtstag. krl

36 Jahre hat er sich in den Dienst der Gemeinde gestellt – jetzt hat mit Hans Steinberger ein verdienter Bürger und leidenschaftlicher Kommunalpolitiker seinen 80. Geburtstag gefeiert. Viele Gratulanten, darunter auch Bürgermeister Rainer Greilmeier, kamen zum Schrollhof in Neuhausen.

Rattenkirchen – Hans Steinberger wurde am 9. Juni 1937 auf dem elterlichen Anwesen in Neuhausen als einziges Kind von Johann und Anna Steinberger geboren, erlernte auf der Berufsschule den Beruf des Landwirtes. Ende der 1950er-Jahre lernte er seine Frau Hilde kennen und lieben und führte sie 1959 zum Traualtar. Der glücklichen Verbindung wurden die Kinder Jörg und Jutta geschenkt. 1962 übernahm er den elterlichen Hof, und nach seinem Motto „Wenn es vorwärts gehen soll, muss man investieren“ baute er erst ein neues Wohnhaus und erstellte anschließend insgesamt fünf neue Wirtschaftsgebäude anstelle alter, die abgerissen wurden. Außerdem stellte er seinen landwirtschaftlichen Betrieb auf Schweinezucht und -mast um. 1991 übergab er seinem Sohn Jörg den Hof.

Im Jahre 1985 kam es zu einem Ereignis, das die Familie heute noch belastet: Tochter Jutta verunglückte mit 17 Jahren bei einem Verkehrsunfall tödlich. Auch der große Brand im Jahre 2005, bei dem die Stallungen abbrannten, hat seine Spuren hinterlassen.

Hans Steinberger zeigte bereits in jungen Jahren politisches Interesse, bereits 1966 saß er im Gemeinderat. Er konnte anderen zuhören und deren Meinung respektieren, wusste aber auch mit pragmatischer Argumentation zu überzeugen. 1984 wählte ihn der damalige Gemeinderat zum Zweiten Bürgermeister, 1990 wurde er als Bürgermeister gewählt. Nun begann er, seine Visionen von einer funktionierenden Gemeinschaft umzusetzen. Wobei er, wie er immer betont, mit einem Gemeinderat zusammenarbeitete, dem es wie ihm um eine sachliche und am Wohle der Gemeinde orientierte Politik ging. Die Herausforderungen waren gewaltig: Ein leistungsfähiges Wasserversorgungsnetz wurde ebenso erstellt wie eine Abwasserentsorgung.

Mit Gemeinderat und Bürgern arbeitete er in einem Seminar Grundlagen für die Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung Rattenkirchens heraus. Die Voraussetzungen für eine Neugestaltung Ortsmitte hatte er mit dem Kauf des Reithinger hauses geschaffen. Heute steht dort das Bürgerhaus.

Ein besonderes Anliegen war ihm die Bereitstellung von Bauland, wobei er stets auf ein gesundes Wachstum achtete. So wurde die Ringstraße bebaut, ebenso das „Lanzinger Feld“ und das Baugebiet am „Griller Berg“. In Ramering, Pietsham und Empling erhielten Einheimische durch Ortsabrundungen die Möglichkeit zu bauen.

Die Gewerbegebiete in Haun sind wichtige Bausteine in der Finanzplanung der Gemeinde. In diesem Flächennutzungsplan sind immer noch 150 000 Quadratmeter Gewerbefläche ausgewiesen. Außerdem wurde die Maierhalle gekauft, in der Bauhof und Feuerwehr untergebracht sind, hinter dem Alten Pfarrhof wurden ein Rückhaltebecken für den Hochwasserschutz angelegt, die Dorf- und Kirchenstraße in Rattenkirchen erhielten im Zuge der Kanalisation ebenso neue Straßendecken wie die Ortsdurchfahrt Empling, der Friedhof wurde erweitert und der Kagnbach und der Hartinger Bach wurden saniert.

Hans Steinbergers Erfolg als Bürgermeister liegt zum einen in seiner starken Persönlichkeit, zum anderen auch in seiner Nähe zu den Bürgern, denen er stets offen und auf Augenhöhe begegnete und die heute noch bei ihm anrufen und um Rat nachfragen.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt im Jahre 2002 wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Eine besondere und seltene Ehre wurde ihm zuteil, als man eine Straße nach ihm benannte: Bürgermeister-Steinberger-Ring.

Jahrelang zeigte er sich äußerst reiselustig. Nachdem er im letzten Jahr den Kampf gegen eine schwere Erkrankung gewonnen hat, fühlt er sich wieder stabiler und nimmt weiter am politischen und gesellschaftlichen Leben seiner Gemeinde teil.

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