Im Bürgerhaus "Mei Wirt" in Rattenkirchen ist Corona langsam fast gegessen

Langsam kehrt Normalität im „Mei Wirt“ ein. Nach der Wiedereröffnung am Vatertag freut sich das Team wieder auf seine Gäste.
+
Langsam kehrt Normalität im „Mei Wirt“ ein. Nach der Wiedereröffnung am Vatertag freut sich das Team wieder auf seine Gäste.

Das Bürgerhaus in Rattenkirchen ist einer von vielen Gastronomiebetrieben, der unter der Coronakrise leiden musste. Drei Monate später kehrt in kleinen Schritten die „Normalität“ zurück.

Rattenkirchen – Wie das Team vom Bürgerhaus „Mei Wirt“ die Corona-Krise erlebte erzählt Wirtin Brigitte Karrer: „Wir ahnten damals, dass etwas auf uns zukommen würde. Deshalb waren wir nicht überrascht, als es hieß, dass sämtliche Lokale ab sofort geschlossen werden mussten. Dass das Ausmaß so schlimm sein würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Vor uns lag natürlich eine große Ungewissheit“.

Die Stille und Leere war bedrückend

Für sie und Helga Bierwirth, die gemeinsam die „Hauptköpfe“ des „Mei Wirt“ sind, war das ein großer Einschnitt. Das „Mei Wirt“ ist für die beiden Rattenkirchnerinnen der Hauptjob. „Ich schaute immer wieder mal im Lokal nach. Die Stille und Leere, das war sehr bedrückend. Man vermisst das Leben, die Menschen, die tolle Stimmung und das Gemeinschaftsgefühl“, setzt Karrer nachdenklich fort.

Doch trotz allem möchte sie die aktuelle Lage nicht durchweg als schlecht bezeichnen. Denn es brachte laut Karrer auch Gutes: „Man hatte Zeit für sich selbst gefunden und war gezwungen, ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Das tat den Menschen mit Sicherheit gut. Auch für die Natur hatte Corona einiges Gutes. Wir nutzten die Zeit, um zu Hause einiges zu erledigen, und fahren seither wieder viel mehr Radl.“

Die ersten Tage, als das Lokal geschlossen war, widmeten sie sich privaten Dingen. Doch bald spürten die beiden, dass ihnen die Menschen fehlten. „Wir sagten, dass es doch schön wäre, mal wieder eine richtig große Feier zu machen. Hochzeiten. Geburtstage. Taufen. Schöne Feste mit ganz vielen Leuten. Trubel und ausgelassener Stimmung. Das vermissten wir sehr“, so Karrer. „Schließlich lieben wir unsere Arbeit und auch unsere Gäste sind uns sehr wichtig.“ Doch obwohl seit dem Vatertag das Bürgerhaus wieder geöffnet hat, hält sich die Freude über die Wiedereröffnung in Grenzen. Schließlich war der Neustart mit strengen Vorschriften verbunden: Mindestabstand, Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Absperrung und große Distanz zueinander trübten die „neu gewonnene Freiheit“. Ausgelassenheit und Unbeschwertheit kommen nur in winzigen Schritten zurück.

Während man von politischer Seite Hilfe versprach, musste sich das Team des „Mei Wirt“ alleine durch die Krise kämpfen. „Heidi Greilmeier nahm das alles mit den Hygienevorschriften in die Hand, denn das war das Allerwichtigste, um überhaupt wieder aufmachen zu dürfen. Claudia Christ war uns eine enorm große Hilfe, sie kümmerte sich um den ganzen Schriftverkehr und die Anträge. Man bedenke, dass Claudia alles ehrenamtlich macht“, lobt die Wirtin den Zusammenhalt.

Finanzprobleme und Verunsicherung

Finanziell war die Pandemie für alle Gastronomen, Firmen und sonstiges Gewerbe ein schwerer Schlag. Doch das Team des „Mei Wirt“ wollte positiv nach vorne schauen. Es freute sich auf den Tag, als das Bürgerhaus wieder öffnen durfte. Die Wiedereröffnung zeigte aber, dass die Menschen verunsichert waren. Man hatte fast schon das Gefühl, als würde jeder denken, er „macht gerade etwas Verbotenes“. Je länger das Bürgerhaus geöffnet hat, umso entspannter werden Personal und Gäste.

Vereine dürfen sich zwar noch immer nicht treffen, Familien und Freunde hingegen können wieder die gemeinsame Zeit und Nähe bei schönem Ambiente genießen. Die „Mei Wirt“-Chefin: „Was wir an den Gästen so toll finden ist, dass sich wirklich jeder an die Vorschriften hält. Man sieht, dass den Leuten der Ernst der Lage bewusst ist“, sagt sie. „Wir hoffen, dass sich bald wieder sämtliche Räume sowie unser Biergarten mit Leben füllen. Dass die Leute wieder gemeinsam feiern, Spaß haben und die Gesellschaft ihrer Mitmenschen genießen. Einfach nur wieder Normalität“, wünscht sich Karrer.

Kommentare