Querung in Allersheim

„Bürgerbegehren muss her“: Schwindegg will sich gegen Schließung des Bahnübergangs wehren

Mit dem zweigleisigen Bahnausbau soll der Bahnübergang bei Allersheim, Schwindegg, verschwinden. Ein Umweg für Anwohner, Gewerbetreibende haben deshalb sogar Angst um ihre Existenz.
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Mit dem zweigleisigen Bahnausbau soll der Bahnübergang bei Allersheim, Schwindegg, verschwinden. Ein Umweg für Anwohner, Gewerbetreibende haben deshalb sogar Angst um ihre Existenz.
  • Nicole Sutherland
    vonNicole Sutherland
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Die DB Netz AG will den Bahnübergang Allersheim schließen, die Gemeinde will, dass er im Zuge des zweigleisigen Ausbaus erhalten bleibt. Der Gemeinderat überlegte nun, welche Schritte noch bleiben, um eine Schließung zu verhindern.

tSchwindegg – Mit dem zweigleisigen Ausbau der Bahn plant die DB Netz AG auch die ersatzlose Schließung des Bahnübergangs bei Allersheim. Damit gäbe es im Osten keinen Ortsausgang in Richtung Mühldorf mehr. Das bedeutet Umwege für die Anwohner, aber auch große Umstände für die Gewerbetreibenden. Schwertransporte, Ein Umstand, den die Gemeinde Schwindegg verhindern will.

„Der Sinn der Umgehungsstraße war, den Schwerverkehr aus dem Ort herauszuhalten“, sagt Firmenchef und Gemeinderatsmitglied Tobias Empl (FWG/UWG) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er befürchtet Schlimmeres für seine Firma. „Wenn der Bahnübergang zu ist, werden wir solche Aufträge ablehnen müssen.“ In der letzten Konsequenz bedeute dies, dass er Leute ausstellen müsse.

Ersatzlösung für Bahnübergang

Weil es nicht nur ihm so ergeht, sondern mehreren Gewerbetreibenden im Ort, haben diejenigen aus dem Gewerbegebiet-Ost einen Antrag im Gemeinderat eingebracht. Sie wirken auf eine Ersatzlösung für die angedachte Schließung des Bahnübergangs hin.

Bereits in der Februarsitzung hatte der Gemeinderat den einstimmigen Beschluss gefasst, dass eine ersatzlose Schließung des Bahnübergangs nicht akzeptiert werden kann. Die Forderungen der Gemeinde aus diesem Beschluss wurden der DB Netz AG schriftlich mitgeteilt. Hierzu ging noch keine Rückäußerung ein.

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Altbürgermeister Dr. Karl Dürner (BLS) ergriff das Wort. Als Bürgermeister habe er bereits sechs Jahre für dieses Thema gekämpft und Gespräche geführt. Die Bahn müsse ein Gutachten erbringen oder eine Überführung bauen. Die Kosten von vier oder fünf Millionen Euro wären für den Ort ein Riesenproblem gewesen. Damals lagen die Kosten bei der Gemeinde. Heute sei der Ausgangspunkt ein anderer, durch das geänderte Eisenbahnkreuzungsgesetz.

Es werde ohne ein Bürgerbegehren nicht gehen. „Wenn wir es so belassen, wird es ein Riesenchaos!“ sagte Altbürgermeister Dr. Dürner. „Wir haben ein Gutachten mit 3500 Frequenzen am Tag an diesem Bahnübergang.“ Er warnte vor zu großem Optimismus und stellte auch klar, dass eine Unterführung nicht gehe, wegen des Grundwassers. „Stellt es dem Verkehrsministerium vor“, war sein Rat.

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Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) schilderte seine Aktivitäten im Kampf für den Bahnübergang. Er habe eine Vielzahl von Gesprächen geführt, mit der DB Netz AG, aber auch mit Landrat Max Heimerl, (CSU) und Landtagsabgeordneten Dr. Marcel Huber (CSU). Dabei habe er bei jeder Gelegenheit die Belange der Bürger klar zum Ausdruck gebracht und die Auswirkungen bei ersatzloser Schließung aufgeführt. Er verlas ein Schreiben der Firma Empl aus dem hervorging, dass bestimmte Schwertransporte durch den Ort einfach nicht möglich seien.

Unternehmen in ihrer Existenz bedroht

Bürgermeister Kamhuber sagte weiter, die Gewerbetreibenden des Schreibens – darunter auch die Tankstelle – seien in ihrer Existenz bedroht, daher sei eine Ersatzlösung eingefordert, auch der Lärmschutz sei gefordert. Die Resonanz der DB Netz AG sei jedoch ernüchternd gewesen. Er werde sich weiterhin für eine Lösung einsetzen.

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Es erging der einstimmige Beschluss des Gemeinderates, dass nach wie vor die ersatzlose Schließung des Bahnübergangs unakzeptabel ist. Da von Seiten der DB Netz AG keine Ersatzlösung zu erwarten ist, wurde die Verwaltung beauftragt, sich mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Verbindung zu setzen. Dieses soll als Besteller der Infrastrukturmaßnahme dafür sorgen, eine Ersatzlösung aufzuzeigen und entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen.

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