Büffel übernehmen die Pflege des Biotops

Oberneukirchen – „Das ist ein Gewinn für die Gemeinde und für die Natur“, erklärte Anna Meier, Bürgermeisterin der Gemeinde Oberneukirchen.

Denn mit der Pflege der gemeindlichen Ausgleichsfläche im Talraum des Grünbachs durch Wasserbüffel und Rinder betritt die Gemeinde neue Wege. Neben einem attraktiven Ziel für Spaziergänger sollen durch den Einsatz der vierbeinigen Biotop-Pfleger auch Lebensräume für seltene Tierarten wie die Gelbbauchunke geschaffen werden.

In Oberneukirchen kommen die Wasserbüffel vom örtlichen Reisererhof zum Einsatz. Die Büffelhalter, Josefine und Matthias Reiss aus, haben bereits viel Erfahrung in der Landschaftspflege mit Büffeln, Rindern und Eseln. Am heutigen Montag, 21. September, werden um 16 Uhr die ersten Büffel auf ihre neue Weide gelassen. Anwesend sind Vertreter der Gemeinde, des Bund Naturschutz Landesverbandes sowie der Kreisgruppe und die Familie Reiss aus als Halter der Tiere.

Bürgermeisterin Meier und der Gemeinderat haben sich für die Pflege ihrer Ausgleichsfläche durch Beweidung entschieden, obwohl dieser Weg zunächst aufwendiger erscheint. Bisher werden gemeindliche Ausgleichsflächen meist durch regelmäßige Mahd bewirt-schaftet. Dadurch können schöne Blumenwiesen entstehen.

Doch jede Mahd bedeutet für Wildbienen und Schmetterlinge einen Blütenengpass über mehrere Wochen, bis die Kräuter und Blumen nachgewachsen sind. Auf einer Weide mit geringem Tierbesatz blüht es nicht so üppig, aber dafür ohne Unterbrechung. Ideal für Insekten, die zudem auch vom Dung der Büffel und Rinder profitieren.

Die Wasserbüffel legen darüber hinaus Suhlen an und schaffen dadurch Tümpel für die stark bedrohte Gelbbauchunke. Im Umfeld der Ausgleichsfläche gibt es noch ein kleines Vorkommen dieser seltenen Amphibienart, und nun besteht die Hoffnung, dass sie auf der Weide eine neue und größere Heimat findet.

Aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Gelbbauchunke wurde die Umzäunung der Weidefläche über das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ finanziert (www.gelbbauchunke-bayern.de). Es ist Teil des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“. Der Bund Naturschutz ist einer der Träger dieses Projekts, das sich über mehrere oberbayerische Landkreise erstreckt.

Die Gemeinde Oberneukirchen erhofft sich nun neben den Vorteilen für die Tierwelt auch eine Attraktion für ihre Bürger. „Büffel und Rinder in einer schönen Landschaft zu beobachten macht einfach Spaß“, ist sich Bürgermeisterin Anna Meier sicher. „Unsere Ausgleichsfläche wird bestimmt zu einem Ziel für Spaziergänger werden.“

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