Buchbacher Fernwärme liegt in weiter Ferne

In der Schulstraße könnte zumindest die „kleine Lösung“ verwirklicht werden. Hier sind Schule, Kulturhaus, Sporthalle und Pfarrheim und alle haben ältere Heizungen. Wenn aber nicht bald eine Entscheidung fällt, fallen sie möglicherweise als Fernwärmeabnehmer weg, da sie ihre Heizungen vorher erneuern müssen.
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In der Schulstraße könnte zumindest die „kleine Lösung“ verwirklicht werden. Hier sind Schule, Kulturhaus, Sporthalle und Pfarrheim und alle haben ältere Heizungen. Wenn aber nicht bald eine Entscheidung fällt, fallen sie möglicherweise als Fernwärmeabnehmer weg, da sie ihre Heizungen vorher erneuern müssen.

Kommt eine Fernwärmeversorgung für die Marktgemeinde? Wenn ja, in welchem Umfang? Diese Frage beschäftigte den Marktgemeinderat auch in der August-Sitzung. Dabei galt es zu klären, ob zwei Förderprogramme parallel angezapft werden dürfen.

Von Harald Schwarz

Buchbach – Die Verwaltung befragte das Technologieförderzentrum (TFZ), das bestätigte, dass das Förderprogramm „BioKlima“ zunächst keine Auswirkungen auf andere Förderprogramme hat. „Der Förderantrag kann jederzeit zurückgezogen werden. Ebenso kann ein bereits ausgestellter Förderbescheid vor einer Inanspruchnahme jederzeit wieder zurückgegeben werden“, heißt es in der Stellungnahme des TFZ.

Damit dachte Bürgermeister Einwang, dass der Förderantrag für „BioKlima“ auf den Weg gebracht werden kann. Weit gefehlt: Maria Vitzthum, Franz Bauer und Salih Akyildiz (alle CSU/FWB) sprachen sich erneut dagegen aus. Sie haben nach wie vor die Befürchtung, dass damit der Weg zum weitergehenden Förderprogramm „Wärmenetze 4.0“ verbaut ist.

Konzept für „kleine Lösung“ passt nicht

Franz Bauer hatte den Kontakt zu dem Planungsbüro Ratioplan hergestellt, das bereits erste Erfahrungen mit dem Förderprogramm „Wärmenetze 4.0“ hat. Dieses Büro hat das Wärmenetz in der Gemeinde Dollnstein konzipiert, das der Marktgemeinderat vor einigen Jahren besichtigt hat, wie Bürgermeister Einwang ausführte. Nach Auskunft des Planungsbüros können mit der sogenannten „kleinen Lösung“ nicht alle erforderlichen Kriterien eingehalten werden. Allerdings könne man durch eine Umstellung der Konzeption ausgleichende Innovationen einbringen.

Einwang berichtete, dass beispielsweise die Mindestgröße von 100 Abnehmern oder mindestens drei Gigawattstunden Jahresbedarf nicht eingehalten werden kann. Das Planungsbüro habe angeboten, die Kompatibilität der beiden Förderprogramm beim Fördergeber, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), zu klären. Ein Ergebnis liege aber noch nicht vor.

Große Lösung ist gut, aber fand bisher nur wenig Interessenten

Franz Bauer hatte beantragt, die sogenannte „kleine Lösung“ nicht mehr weiterzuverfolgen. Der Gemeinderat soll umdenken und ein Fernwärmenetz für den Ort Buchbach und, wenn möglich, auch für den Ortsteil Steeg planen und errichten. Zweiter Bürgermeister Manfred Rott erinnerte daran, dass die Verwaltung vor einigen Jahren eine Umfrage unter den Bürgern gemacht habe und sich zu wenig Interessenten für eine Fernwärmeversorgung gefunden hätten.

Hier konnte sich Bürgermeister Einwang den Einwurf nicht verkneifen, dass „damals Heizungsbauer rumgefahren sind und die Sache schlecht gemacht haben“.

Für Joachim Schöngut (Grüne/Unabhängige) bedeutet die kleine Lösung eher einen Zeitverlust. Er meinte, dass sich die Einstellung der Bürger zur Fernwärme geändert hätte. Gleichzeitig fragte er nach, woher man Informationen zu dem Förderprogramm „Wärmenetz 4.0“ bekommen kann. Hier wusste Franz Bauer, dass das Planungsbüro Ratioplan das Programm kostenlos vorstellen würde.

Bürgermeister Thomas Einwang gab zu bedenken, dass mit dem Hin und Her die Gefahr wächst, am Ende gar keine Lösung zu haben. „Wir stehen in letzter Zeit häufig auf der Bremse“, monierte er in Richtung der CSU/FWB-Fraktion.

C.A.R.M.E.N berät neutral und kostenfrei

Er erinnerte daran, dass die Heizungen in der Schule, im Kulturhaus, im Kindergarten sowie im Pfarrheim alt und reparaturanfällig seien. Einwang regte zudem an, das Angebot einer unabhängigen Beratung der Organisation C.A.R.M.E.N (Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.) mit Sitz in Straubing in Anspruch zu nehmen.

Zumindest Beratungsangebot wurde angenommen

Mit 9:6 Stimmen wurde schließlich der Vorschlag der Verwaltung abgelehnt, den Förderantrag „BioKlima“ einzureichen. Einstimmig sprachen sich die Marktgemeinderäte hingegen dafür aus, sich das Förderprogramm „Wärmenetze 4.0“ vom Planungsbüro Ratioplan vorstellen zu lassen und zusätzlich die Erstberatung von C.A.R.M.E.N in Anspruch zu nehmen.

Fernwärmeversorgung ist ein steiniger Weg

Eigentlich wollte die Marktgemeinde bereits vor einigen Jahren in die Fernwärmeversorgung einsteigen, um seinen Bürgern regional erzeugte Energie anbieten zu können. Die geplante große Lösung für den Ortskern von Buchbach schrumpfte immer weiter zusammen, bis es nur noch eine kleine Lösung wurde. Diese sah vor, in der Schulstraße die Schule, die Sporthalle, das Kulturhaus und das Pfarrheim zu beheizen.

Die ersten Planungen waren angelaufen, ein Planungsbüro beauftragt. Dann tauchte die Frage nach möglichen Fördermöglichkeiten auf. Als dies abgeklärt war, wollte Bürgermeister Thomas Einwang (Wahlvorschlag Ranoldsberg) vom Marktgemeinderat grünes Licht dafür, den Förderantrag für das Programm „BioKlima„ einreichen zu dürfen.

Doch in der Juli-Sitzung informierte Franz Bauer (CSU/FWB) über ein neues, umfassenderes Förderprogramm „Wärmenetze 4.0“. Dabei tauchte aber auch die Frage auf, ob beide Förderprogramme beantragt werden können oder sich gegenseitig ausschließen.

Der Marktgemeinderat sprach sich schließlich dafür aus, den Förderantrag „BioKlima“ vorerst nicht einzureichen und die Verträglichkeit beider Förderprogramme von der Verwaltung prüfen zu lassen.

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