Buchbach: Nachruf auf Josef Blenninger aus Ella

Josef Blenninger

Josef Blenninger, der Thurn Sepp von Ella, wie er genannt wurde, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Pfarrer Herbert Aneder zelebrierte in der Buchbacher Pfarrkirche den Seelengottesdienst und blickte auf dessen Leben zurück.

Buchbach/Ella – Josef Blenninger wurde am 13. März 1929 in Aiglkofen geboren und wuchs mit drei Geschwistern auf. Er besuchte die dortige Volksschule und war bis zum 20. Lebensjahr als Knecht tätig. Dann begann er eine Zimmererlehre in Marklkofen.

In dieser Zeit lernte er Resi Schwarzmeier aus Ella bei Buchbach kennen. Sie heirateten im Mai 1955, aus der glücklichen Ehe stammen vier Kinder. Mittlerweile gehören auch fünf Enkel und zwei Urenkel zur Familie.

Blenninger arbeitet bis zu seinem Vorruhestand 1987 bei der Zimmerei Lechner in Buchbach und war ein Zimmerer mit Leib und Seele. Im Nebenerwerb führte er seine Landwirtschaft in Ella. Ein großer Schicksalsschlag war, als 1964 das Anwesen ein Raub der Flammen wurde und die Familie bis zum Wiederaufbau in der Nachbarschaft untergebracht werden musste.

Der Thurn Sepp war ehrenamtlich aktiv: So war er Gemeinderat in der früheren Gemeinde Walkersaich, Pfarrgemeinderat, Mitglied in der Kirchenverwaltung, der Feuerwehr und der Marianischen Männerkongregation. Ein bleibendes Andenken ist die Krippe in der Buchbacher Pfarrkirche, die von ihm gezimmert. Von seiner Frau Resi wurden die Figuren eingekleidet. Krippen waren sein großes Hobby. Bis 2014 hat Blenninger am Samstagnachmittag in der Pfarrkirche und in Steeg den Rosenkranz vorgebetet. Vielen ist er auch als Vorbeter bei den Prozessionen in Erinnerung. Er war nicht nur ein zuverlässiger, sondern auch ein geselliger Mensch, vor allem bei den Seniorentreffen im Pfarrheim oder beim Steeger Stammtisch, wo er mit seinen Witzen für Belustigung sorgte.

Im Dezember 2006 starb seine Ehefrau Resi. 2009 hat er das Anwesen seinem Sohn Hans übergeben. Im Dezember 2015 kam er nach einem Schlaganfall und einer Parkinsonerkrankung ins Seniorenheim nach Velden, das ihm bald eine neue Heimat wurde, wohl auch deshalb, weil er dort in seinem Zimmerkollegen einen neuen guten Freund gefunden hatte. Er war auch weiterhin gerne Gast beim Ellafest und verbrachte Weihnachten zuhause. Unter großer Anteilnahme wurde der Thurn Sepp auf dem Buchbacher Friedhof zu Grabe getragen, wo ihm auch Bürgermeister Thomas Einwang mit einer Trauerrede die letzte Ehre erwies. ram

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