Buchbach muss in Sachen Kanal handeln

Die Andreas-Strobl-Straße muss saniert werden. Eine Kanalbefahrung hat ergeben, dass der Mischwasserkanal, der etwa aus den 60er-Jahren stammt, nicht mehr überall ganz dicht ist. Ein Ingenieurbüro empfiehlt sogar die komplette Sanierung der Straße, da auch der Asphalt bereits geschädigt ist.
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Die Andreas-Strobl-Straße muss saniert werden. Eine Kanalbefahrung hat ergeben, dass der Mischwasserkanal, der etwa aus den 60er-Jahren stammt, nicht mehr überall ganz dicht ist. Ein Ingenieurbüro empfiehlt sogar die komplette Sanierung der Straße, da auch der Asphalt bereits geschädigt ist.
  • Harald Schwarz
    vonHarald Schwarz
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Die Abwasserentsorgung ist eine wichtige Aufgabe der Kommunen. Deshalb wurde in der Vergangenheit überall versucht, ein funktionierendes Abwassernetz aufzubauen. Die Abwasserleitungen haben aber auch keine unbegrenzte Lebensdauer: So stammt das Buchbacher Abwassernetz teilweise aus den 60er-Jahren.

Buchbach – Konrad Folger vom Bauamt sagt, dass sich das rund 25,7 Kilometer lange Buchbacher Abwassernetz in drei Bereiche aufteilt: das Mischwasser-, das Regenwasser- und das Schmutzwasserkanalnetz.

Beim Kanal besteht Handlungsbedarf

Bei einem Ortstermin in der Andreas-Strobl-Straße informierte Franz Stoiber vom Technischen Bauamt die Mitglieder des Grundstücks-, Bau- und Umweltausschusses, dass hier in Sachen Mischwasserkanal Handlungsbedarf besteht.

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Die Befahrung des Kanals mit einer Kamera hatte hier ergeben, dass sich die Kanalrohre teilweise gesetzt hatten, dass es Einbrüche gegeben hat, dass Leitungen abgesunken sind und entsprechend immer wieder Abwasser verschwunden ist. Das habe sich auch teilweise bei den Hausanschlüssen und den Kanalschächten gezeigt. Entsprechend war eine gleichzeitig durchgeführte Dichtigkeitsprüfung nicht erfolgreich.

Normaler Verschleiß?

Stoiber und Bürgermeister Thomas Einwang (Wahlvorschlag Ranoldsberg) relativierten aber, dass dies normale Verschleißerscheinungen seien. Stoiber sagte aber auch, dass „wir was machen müssen“ und ergänzte, dass eine Reparatur über das sogenannte Inlinerverfahren nicht mehr möglich sei.

Bei dem Ortstermin stellten die Ausschussmitglieder außerdem fest, dass in manchen Teilbereichen der Straße auch der Asphalt in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Geld im Haushalt einplanen

Stoiber informierte weiter, dass ein Gespräch mit dem Ingenieurbüro Behringer ergeben hatte, dass das Büro im Hinblick auf das Alter des Kanals und des Belages die Komplettsanierung empfiehlt. Das bedeutet, dass neben der Sanierung des Kanalnetzes auch Dinge wie das Verlegen eines Breitbandkabels, neue Hausanschlüsse und Kontrollschächte sowie möglicherweise eine Sanierung der Wasserversorgung jetzt ebenfalls gleich angestoßen werden sollten, so Stoiber.

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Dann könne man das notwendige Geld für den Haushalt 2021 einplanen. Dabei verständigte man sich im Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss, dass auch die benachbarten Straßen überprüft werden sollten.

Gehweg für die Andreas-Strobl-Straße

Sonja Thalmeier (Grüne/Unabhängige) regte an, bei der Komplettsanierung zu prüfen, ob die Andreas-Strobl-Straße, auch wenn sie nicht besonders breit ist, einen Gehweg bekommen könnte. In dem Zusammenhang wurde auch angeregt, dass die Schachtdeckel bei der Sanierung auch wieder der Straßenhöhe angepasst werden. Bei der Diskussion über die gesamte Maßnahme kam auch die Finanzierung zur Sprache. Dazu sagte Bürgermeister Einwang, dass das Kanalnetz eine kostenrechnende Maßnahme ist. Sprich die Kosten für den Bau und Unterhalt werden auf alle Nutzer über die Kanalgebühren umgelegt. Da die Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) von der bayerischen Staatsregierung gekippt worden ist, hat die Marktgemeinde auch hier keine Möglichkeit, die Anwohner an den Kosten zu beteiligen. Diese müssen lediglich die Kosten für ihren Hausanschluss übernehmen. Eine Nachricht, die die Anwohner gerne hören, die Marktgemeinde nur bedingt.

Schäden am Kanal frühzeitig erkennen

Franz Stoiber meinte abschließend, dass das gesamte Kanalnetz der Marktgemeinde in einem Fünfjahresturnus befahren werden sollte, um mögliche Schäden frühzeitig erkennen zu können.

Sowohl die Sanierung der Andreas-Strobl-Straße als auch die Überprüfung der umliegenden Straßen empfahl der Ausschuss einstimmig dem Marktgemeinderat. Dazu müssen in der Verwaltung jetzt die Kosten ermittelt werden, damit sie in den Haushalt 2021 eingeplant werden können.

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