Humboldt Forum

28-Mio.-Auftrag! Buchbacher Elektrospezialist macht im neuen Berliner Schloss das Licht an

Bauer-Projektleiter Pierre Hanke
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Bauer-Projektleiter Pierre Hanke
  • Harald Schwarz
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Wenn am 17. Dezember in Berlin das Humboldt Forum – das ehemalige Berliner Schloss zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz – eröffnet wird, hat die Firma Bauer maßgeblich dazu beigetragen. Im Rahmen eines 28-Millionen-Euro-Auftrags hat sie dafür gesorgt, dass dort die Lichter angehen können.

Buchbach/Berlin – In einem öffentlichen Verfahren hat sich der Buchbacher Elektroanlagenbauer das Los für die Elektroinstallation gesichert. Das Auftragsvolumen bei diesem Projekt beträgt rund 28 Millionen Euro. Insgesamt 100 000 Quadratmeter Grundfläche mit 41 000 Quadratmeter Nutzfläche wurden in den vergangenen vier Jahren mit modernster Technik bestückt, die höchsten Sicherheitsansprüchen genügen muss. „Das Humboldt Forum war ein in jeder Hinsicht einmaliges Bauprojekt: groß, komplex, umstritten, zentral. Wir sind sehr stolz, dass wir es mit Energie, Sicherheit und Licht ausstatten durften“, sagt Franz Bauer (Geschäftsführender Gesellschafter, BAUER Elektroanlagen).

Hohe Qualität beider Elektroinstallation

Thomas Hermann, Leiter Facility Management der Stiftung Humboldt Forum, erläutert die Anforderungen, die an die Elektroinstallation gestellt werden: „Das Schloss soll nach seiner Fertigstellung im Jahr 2019 unter anderem Sammlungen der nicht-europäischen Museen aus Dahlem sowie zahlreiche Ausstellungs- und Veranstaltungsräume beherbergen. Aufgrund des Nutzungskonzeptes als Versammlungsstätte stellen wir als Bauherr natürlich hohe Ansprüche an die Elektroversorgung“.

Kurz vor der Fertigstellung: das Berliner Schloss, in dem das Humboldt Forum seine neue Heimat hat.

Laut Baugenehmigung könnten sich bis zu 10 000 Personen zeitgleich im Gebäude aufhalten, daher müssen die Elektroinstallationen den hohen Sicherheitsansprüchen gerecht werden. Eine weitere Herausforderung ist die Einspeisung aus dem öffentlichen Netz. Sowohl bei Wartung durch den Netzbetreiber als auch bei interner Wartung der Anlagen muss der Betrieb im Schloss jederzeit störungsfrei gewährleistet sein.

Eine der neun Niederspannungshauptverteilungen, die in dem Projekt Humboldt Forum in Berlin von der Firma Bauer verbaut wurden.

Drei Mittelspannungsanlagen, zehn Transformatoren und sieben Niederspannungshauptverteiler wurden samt den zugehörigen Kabeln und Leitungen vom Bauer-Team installiert und zudem das KNX-Netz aufgebaut. KNX steuert die Beleuchtung und Jalousien beziehungsweise Beschattungseinrichtungen, die Gebäudeheizung sowie die Schließ- und Alarmanlage.

55 Mitarbeiter beschäftigt

Die Südseite des Atriums, der „Kubus Süd“.

Rund 55 Bauer-Mitarbeiter waren für diesen Auftrag in Berlin beschäftigt. Ein Gebäude dieser Größenordnung entsprechend den Anforderungen zu versorgen und dabei die vorgegebenen Termine zu halten, bedarf einer strengen Planung sowie einer verlässlichen Umsetzung durch alle Partner, weiß Pierre Hanke, einer der Projektleiter.

Für Thomas Hermann von der Stiftung Humboldt Forum war die Zusammenarbeit mit der Firma Bauer positiv: „Zusammengefasst kann man sagen, dass technisch kompetente Lösungen gemeinsam gefunden wer den. Besonders gut finde ich, dass die Firma Bauer kompetent und gleichzeitig nicht vorlaut agiert. Die projektbeteiligten Mitarbeiter weisen frühzeitig auf Probleme hin, sodass wir als Bauherr noch die Möglichkeit haben, etwas zu ändern.“

Übergang in die Servicephase

Er hofft zudem auf einen guten Übergang von der Errichtungs- in die Servicephase und auf eine frühzeitige oder rechtzeitige Dokumentationsübergabe. Gleichzeitig stellt der Leiter des Facility Managements Folgeaufträge in Aussicht, da die Stiftung nicht nur Bauherrin, sondern auch Eigentümerin und Betreiberin des Schlosses ist und es immer wieder Anpassungen geben werde.

Das ehemalige Berliner Stadtschloss ist das neue Humboldt Forum

Der Eingangsbereich des Humboldt Forums.

1443 errichtete Kurfürst Friedrich II. „Eisenzahn“ die erste Burg auf der Spreeinsel in Alt-Cölln gegenüber der Stadt Berlin. Nach barocken Erweiterungen wurde das Schloss erst zur königlich-preußischen, später zur kaiserlichen Residenz im Deutschen Kaiserreich. Nach dessen Ende konnte die Öffentlichkeit das Kunstgewerbemuseum im Schloss und Konzerte im Schlüterhof besuchen.

Im Zweiten Weltkrieg brannte das Schloss, das als eines der Hauptwerke des Barock galt, teilweise bis auf die Grundmauern aus.

Nachdem sich die SED 1950 für die Beseitigung des Schlosses entschied, wurde ab 1973 auf dem Gelände der modernistische Palast der Republik gebaut, der wiederum zwischen 2006 und 2009 abgerissen wurde

Bereits 1991 begann die Diskussion um den Wiederaufbau des Schlosses. Der Beschluss für die inhaltliche Gestaltung Berlins wurde am 4. Juli 2002 im Deutschen Bundestag abgesegnet und sieht ein gemeinsames Nutzungskonzept von Museumsinsel und Schloss vor, die einander so in großer Vollkommenheit ergänzen werden.

Die Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Bibliotheken und Universitätssammlungen hatten in der brandenburgisch-preußischen Kunst- und Wunderkammer des einstigen Schlosses ihre gemeinsame Keimzelle. Mit einem aktuellen Angebot kehren diese nun zurück. Das Nutzungskonzept umfasst die

Sammlungen der nicht-europäischen

Museen aus Dahlem. Diese werden ergänzt durch die Ausstellung „Welt. Stadt. Berlin“, die zeigen wird, welchen Einfluss die Welt auf Berlin hatte. Darüber hinaus werden die Humboldt-Universität sowie das Humboldt Forum einen Teil der Räumlichkeiten in Anspruch nehmen.

In das Forum werden im Erdgeschoss vielseitige öffentliche Veranstaltungsräume integriert. So wird das Humboldt Forum ein internationaler Ort der Begegnung und der Auseinandersetzung mit den Weltkulturen.

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