Familienkatze mit abgerissenem Schwanz: Kraiburger Katze Toffee ist noch immer nicht über den Berg

Wer hat „Toffee“ so übel mitgespielt? Das fragen sich Mama Margit Robeis und ihre Kinder Korbinian, Christian, Magdalena und Sebastian (von links). Nach Einschätzung von Tierarzt Dr. Thomas Drechsel wurde der dreijährigen Familienatze wohl gezielt und mit großer Kraftanstrengung der Schwanz ausgerissen.
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Wer hat „Toffee“ so übel mitgespielt? Das fragen sich Mama Margit Robeis und ihre Kinder Korbinian, Christian, Magdalena und Sebastian (von links). Nach Einschätzung von Tierarzt Dr. Thomas Drechsel wurde der dreijährigen Familienatze wohl gezielt und mit großer Kraftanstrengung der Schwanz ausgerissen.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Blutig und mit abgerissenem Schwanz kehrte „Toffee“, die Hauskatze der Familie Robeis in Ensdorf bei Kraiburg, heim. Ein Unfall? Der behandelnde Tierarzt glaubt nicht daran, sondern geht von einem brutalen Fall von Tierquälerei aus. Ob das Tier überleben wird, ist bis heute nicht sicher.

Update 2.9.

Polizei hat keine Hinweise auf den Tierquäler

  Kraiburg – „Toffee“, die dreijährige Hauskatze der Familie Robeis, der ein unbekannter Tierquäler den Schwanz ausgerissen hatte, ist zwei Wochen nach dem Vorfall noch nicht über den Berg. Das teilt auf Anfrage Margit Robeis mit. „Sie frisst zwar wieder, die Wunde heilt“, sagt die Ensdorferin nach einem weiteren Tierarztbesuch. Doch ob die Katze je wieder erkennen kann, „dass sie aufs Klo muss“, sei unklar. „Es könnte sein, dass sie nie wieder im Haus bleiben kann“, sagt sie über das Tier, das derzeit im Bad ein Plätzchen hat, wo es aufgepäppelt wird.

Bei der Polizei in Waldkraiburg sind bislang keine Hinweise zu dem Fall eingegangen. Auch die Hoffnung, der Verursacher könnte ein schlechtes Gewissen bekommen und sich verraten, sei nicht eingetreten, so der stellvertretende Chef der Polizeiinspektion, Franz Lohr.  

Meldung 24.8.

Tierarzt: Jemand hat den Schwanz ausgerissen

Kraiburg – Munter und verspielt – so kennt Familie Robeis die dreijährige Toffee, die seit einigen Tagen ein Bild des Jammers abgibt. Vor allem den Kindern setzt es zu, dass ihre Familienkatze so schwer verletzt ist. Verängstigt, apathisch liegt sie auf einer Decke im Bad. Erst seit Kurzem frisst sie wieder. Doch noch immer ist nicht klar, ob „Toffee“ durchkommt oder doch eingeschläfert werden muss.

Schwanz hing nur noch an einem Hautfetzen

Als Margit Robeis aus Ensdorf am vergangenen Donnerstag in der Früh ihre Katze „Toffee“ versteckt in einem Strauch nahe der Gartenterrasse fand, traute sie ihren Augen nicht. Ganz blutig war das Tier und der Schwanz hing nur noch an einem Hautfetzen. Ein Unfall? Ist die Katze in einen Kreiselmäher geraten? Tierarzt Dr. Thomas Drechsel, in dessen Praxis sie sofort mit „Toffee“ fuhr, glaubt nicht daran. Er geht davon aus, dass ein unbekannter Tierquäler der Katze gezielt den Schwanz ausgerissen und sie so übel zugerichtet hat.

Schwere Verletzungen: Toffee ist noch nicht überm Berg

Ein Bild des Jammers: Toffee nach der Operation, bei der die riesige Wunde am After geschlossen wurde. Noch ist icht sicher, ob die Katze durchkommt.

„Die Verletzungen betreffen einen sehr sensiblen Bereich“, sagt Dr. Thomas Drechsel, der die Katze operiert hat. Die Wunde, ein tischtennisballgroßes Loch voller Maden, habe fürchterlich ausgesehen, sagt er. Der Schwanz hing nur noch an einem Hautfetzen, so der Tierarzt, der die Wunde säuberte, nähte, eine Dränage legte. Wäre auch der Mastdarm beeinträchtigt gewesen, hätte er das Tier gleich einschläfern müssen. Doch ob „Toffee“ je wieder richtig Kot und Urin ablassen kann, ob sie durchkommt, muss er offen lassen.

Tierarzt glaubt nicht an Mähunfall

Margit Robeis hatte gleich an einen Unfall gedacht, weil sich die 39-Jährige nicht vorstellen kann, wer einem Tier so etwas zufügen könnte. Doch der erfahrene Tierarzt, der regelmäßig auch mit solchen Fällen zu tun hat, zweifelt stark daran und hat der Katzenmama deshalb geraten, den Fall bei der Polizei anzuzeigen.

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Bei Unfällen mit Kreiselmähern erwischen die rotierenden Messer in den Regel die Pfoten, „das, was am Boden ist“, aber nicht den Schwanz, weiß Drechsel. Zudem habe es in der fraglichen Zeit im Umkreis von Ensdorf, in dem die Katze unterwegs ist, keine Mäharbeiten gegeben. Stutzig machte ihn vor allem auch der Zustand des Schwanzes. „Der war schmutzig, aber ansonsten unversehrt.“ Da fanden sich nach seinen Worten keine Spuren, die eine Mähmaschine hinterlässt.

Geschleudert wie beim Hammerwerfen?

Also ein besonders schlimmer Fall von Tierquälerei? „Ich habe keine andere Erklärung.“ Da habe jemand mit „größter Kraftanstrengung“ am Schwanz gerissen, glaubt der Tierarzt. „Ein Kind schaff-t das nicht. Wir reden über gezielte Gewalt.“ Etwa so, als ob der Täter die Katze „wie bei einem Hammerwurf“ am Schwanz gepackt und geworfen habe.

Zeugenaufruf der Polizei

Wer macht so etwas? „Ich wüsste niemanden, dem ich das zutraue“, sagte Margit Robeis. Georg Deibl, Leiter der PI Waldkraiburg, geht es ähnlich. Fälle von Tierquälerei im Raum Kraiburg sind der PI aus der jüngeren Vergangenheit nicht bekannt. Die Polizei ermittelt und bittet Zeugen unter Telefon 08638/94470, um Hinweise.

Genau wie Korbinian, Magdalena, Sebastian und Christian Robeis, die im Kraiburger Ortsteil Ensdorf Flugblätter aufgehängt und einen Zeugenaufruf gestartet haben, um Licht ins Dunkel zu bringen und die Tat aufzuklären, die sich vermutlich am Dienstag, 18. August, ereignet hat. Bislang ohne Erfolg.

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