Brunnhuberstraße zwischen Mößling und Mühldorf bleibt gesperrt

2015 demonstrierten Anwohner gegen die Sperrung der Brunnhuberstraße für die Durchfahrt von Autos. Ihre Proteste haben nichts bewirkt, die Straße bleibt zu. dit
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2015 demonstrierten Anwohner gegen die Sperrung der Brunnhuberstraße für die Durchfahrt von Autos. Ihre Proteste haben nichts bewirkt, die Straße bleibt zu. dit

Der Verkehrsausschuss der Stadt Mühldorf lehnt die Öffnung der Verbindungsstraße zwischen den Mühldorfer Stadtteilen für den Autoverkehr mit klarer Mehrheit ab. Damit soll vor allem die Sicherheit von Schulkindern gewährleistet werden.

Mühldorf – Die Brunnhuberstraße bleibt gesperrt. Das hat der Verkehrsausschuss mit 6:3 Stimmen beschlossen. In der teils sehr emotional geführten Diskussion setzten sich am Ende die durch, die die Sperrung für die Erhöhung der Verkehrssicherheit von Radfahrern und Fußgängern, vor allem für Schulkinder als sinnvoll erachteten. Seit September 2015 ist die Brunnhuberstraße für die Durchfahrt von Autos gesperrt.

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Bürgermeisterin Marianne Zollner zog eine positive Bilanz der Sperrung: „Die Maßnahme war sehr effektiv, sie hat die Schulwegsicherheit stark erhöht.“ Es sei keine Lösung, die Straße in der Mitte wie von den Freien Mühldorfer beantragt, auszubauen während es vorn und hinten Engstellen gebe. „Das erhöht die Sicherheit der Kinder nicht, weil der Durchgangsverkehr zurück kommt.“

Sperrung positiv bewertet

Unterstützung erhielt sie von SPD Fraktionschef Rainer Schratt. „Eine Öffnung und ein Ausbau würden lediglich den dort auftretenden Verkehrs wieder erhöhen.“ An den Nadelöhren im Norden und Süden würde die Gefahr für Fußgänger und Radfahrer erhöht.

Gottfried Kirmeier (SPD) sprach sich gegen den Verbrauch von Flächen zum Bau eines Geh- und Radwegs aus, der nicht mehr Sicherheit schaffe. Oskar Rau (Grüne) forderte, die Sicherheit für Fußgänger und Radlfahrer auch an anderen Stellen in der Stadt zu erhöhen. Er kündigte an, bei künftigen Planungen mehr Druck auszuüben.

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Für Marianne Pfaffeneder (CSU), ist die Stellungnahme des Gutachters vom Büro „Stadt, Land, Verkehr“ ausschlaggebend: „Mir war wichtig, dass jemand Unabhängiges es prüft und begutachtet.“ Sie erinnerte an die Bürgerwerkstätten, in denen mehr Platz für Radler und Fußgänger gefordert worden sei. „Dort haben wir es bereits geschafft.“ Es sollte nicht wieder rückgängig gemacht werden, auch mit Blick auf die laufende Erweiterung der Grundschule.

Fahrradstraße nur mit Sperre sinnvoll

Franz Essl, dessen Freie Mühldorfer, den Ausbau und Öffnung der Straße gefordert hat, erklärte: „Die Kinder sind in dem nicht gesperrten Teilstück genauso gefährdet wir im gesperrten Teil. Der nicht gesperrte Teil enthält eine unübersichtliche Kurve. Um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen, haben wir den Antrag gestellt, einen Geh- und Radweg entlang des gesperrten Radwegs zu bauen.“

Er schlug als Kompromiss vor, den gesperrten Teil wieder zu öffnen, nachdem ein Fuß- und Radweg gebaut worden sei, und den Rest bis zur Hauptstraße als Fahrradstraße ausweisen. Damit könne man den Mößlingern helfen und die Schulwegssicherheit garantieren.

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Ordnungsamtsleiter Fritz Waldinger wies dagegen darauf hin, dass Versuche der Einschränkung des Verkehrs durch Schilder wie Fahrradstraße in der Vergangenheit keine positiven Auswirkungen gezeigt hätten. Grund sei, dass eine Fahrradstraße nur dann Sicherheit schaffe, wenn überwiegend Radlfahrer unterwegs seien. Durch die Öffnung der Straße würde der Verkehr so stark erhöht, dass eine Fahrradstraße wie in der Vergangenheit nicht greifen würden.

Für Bürgermeisterin Marianne Zollner ist die Ausweisung einer Fahrradstraße sinnvoll, wenn die Brunnhuberstraße weiterhin für Autos gesperrt bleibt.

Attacken gegen die Bürgermeisterin

Ulrich Niederschweiberer (CSU) stellte die Unabhängigkeit der Gutachter in Frage, die sich für die weitere Sperrung ausgesprochen hat. Die Verkehrszählung sei durchgeführt worden, als die Brücke über die Isen gesperrt worden sei und sich der Verkehr verlagert habe. Er attackierte Bürgermeisterin Marianne Zollner: „Sie haben nicht einmal gefragt, ob sie die Fläche für den Bau des Geh- und Radwegs bekommen.“ Genauso wenig habe sie mit Anwohnern in anderen Bereichen der Brunnhuberstraße gesprochen, ob sie Grund für den Bau eines Geh- und Radwegs hergeben. „Es ist auch nicht im Ansatz ein Versuch gestartet worden, eine Lösung zu finden.“ Um Kinder morgens und mittags eine Stunde zu schützen, werde eine Straße das ganze Jahr gesperrt.

Mit 6:3 Stimmen sprach sich der Verkehrsausschuss schließlich für die Bebehaltung der Sperrung aus.

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