BRK-Hausnotruf im Landkreis Mühldorf: Angst vor den Helfern?

Die Mitarbeiter des BRK-Notrufdienstes Mühldorf: (von links) Rosemarie Huber und Helmut Kütbach. Hinten von links: Ruben und Gisela Kraus. Bauer
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Die Mitarbeiter des BRK-Notrufdienstes Mühldorf: (von links) Rosemarie Huber und Helmut Kütbach. Hinten von links: Ruben und Gisela Kraus. Bauer

Viele Senioren befürchten, dass sie sich mit dem Coronavirus anstecken könnten, wenn ein Mitarbeiter des BRK-Hausnotrufes ihre Wohnung betritt. Die Helfer gehen aber nur mit Mundschutz und Handschuhen in die Wohnungen. Rund 600 Seniorinnen und Senioren im Landkreis Mühldorf sind mit dem BRK-Hausnotruf verbunden.

Mühldorf– Exakt um 22.06 Uhr leuchtet der Alarm in der Notrufzentrale des BRK Mühldorf auf. Gerline S., eine in Mühldorf Nord allein lebende Frau mit 82 Jahren, ist hingefallen und kommt nicht mehr auf. Mit dem BRK-Mitarbeiter ist schnell geklärt, ob sie sich verletzt hat oder nicht. Hätte sie sich bei diesem Sturz verletzt, wäre der BRK-Rettungsdiesnt zu der bekannten Adresse gefahren und hätte die Frau verarztet oder in die Mühldorfer Klinik gebracht. Gerlinde S. versichert der BRK-Notrufzentrale, dass sie sich nicht verletzt habe. Sie erklärt aber auch, dass „sie Angst vor Corona hat, wenn ein fremder Mensch in ihre Wohnung kommt“. Jetzt macht sich ein ehrenamtlicher Helfer, der Nachtdienst hat, auf den Weg zur angegebenen Adresse.

„Das ist kein Einzelfall. Diese Ängste der älteren Bevölkerung erleben wir bei unseren Einsätzen öfter“, berichtet Rosemarie Huber, Sachgebietsleiterin des Hausnotrufes des Roten Kreuzes in Mühldorf.

600 Senioren nehmen teil

„Diese Ängste und Befürchtungen kann ich gut verstehen, aber sie sind unbegründet. Wir gehen nur mit Mundschutz und Handschuhen in die fremden Wohnungen. Auch sind die rund 15 ehrenamtlichen Mitarbeiter des BRK-Hausnotrufes in der Regel ehemalige Rettungssanitäter, die wissen, wie sie sich verhalten müssen“, stellt Huber heraus.

Rund 600 Seniorinnen und Senioren im gesamten Landkreis Mühldorf sind mit dem Hausnotruf des Roten Kreuzes verbunden. Rund fünfmal in der Woche müssen die Verantwortlichen des BRK ausrücken und einen Alarm bewältigen.Die

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Hausnotrufanschlüsse bestehen aus dem Basisgerät und einem Handsender, der an einer Halskette oder einem Armband getragen wird. Das ist alle stoßfest und wasserdicht.

Im Notfall sind die BRK-Mitarbeiter in Mühldorf für die Betroffenen schnell da Sie haben jederzeit sofort zur Notrufzentrale in der neuen BRK-Geschäftsstelle in Mühldorf. Dort erscheinen die individuellen Daten des Anrufenden und sin Sekunden wird die Hilfe organisiert. Durch einen hinterlegten Wohnungsschlüssel in der BRK-Rettungswache in der Nähe gelangt der Rettungsdienst im Notfall problemlos bei der eingespeicherten Adresse und leistet direkt Hilfe,

Schnelle Hilfe zu jeder Zeit

Es ist auch für die Mitarbeiter des BRK-Hausnotrufes keine einfache Angelegenheit, in fremde Wohnungen zu gehen und auch nicht zu wissen, was, außer einer hilfesuchenden Person, auf sie wartet. Rosemarie Huber hat hier aber einem sehr pragmatischen Ansatz: „Ich kenne die Diskussionen intern sehr gut. Wir können aber die Personen, die unsere Hilfe brauchen nicht liegen lassen. Also wird geholfen und darauf kann sich jeder felsenfest verlassen. Der Hausnotruf trägt dazu bei, dass Menschen möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung leben können. Die Dienstleistung ermöglicht auf Knopfdruck, schnelle Hilfe rund um die Uhr zu rufen und gibt damit ein sicheres Gefühl.“

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