Breites Spektrum an Fragen bei Bürgerversammlung in Mettenheim

Ernst Schinko
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Ernst Schinko

Verkehrsregulierung, Wasserqualität und Artenschutz. Die Diskussion verlief sachlich. Als Gesprächspartner standen Bürgermeister Schalk und Landrat Huber Rede und Antwort. Die Themen erstreckten sich von der Verkehrsentwicklung über die Wohnbebauung, Wasserversorgung bis hin zum Artenschutz.

Mettenheim – Bürgermeister Stefan Schalk informierte vor Eröffnung der Diskussion über schriftliche Bürgeranträge von Alexandra Zwack und Thomas Sax zur Verkehrsberuhigung auf der Ampfinger Straße, von Anneliese Nolli zur Änderung der Grundstücksgröße im Baugebiet 17 „Isner Feld“ und zum Bau eines Radweges von Gumattenkirchen nach Mettenheim sowie über Sonja Wimmers Wunsch nach einer besseren Spielgeräte-Ausstattung in der Blumensiedlung. Über diese und weitere Anträge berät und entscheidet der Gemeinderat auf seiner nächsten Sitzung, erklärte einleitend das Gemeindeoberhaupt.

Anneliese Nolli unterstrich noch einmal mündlich die Notwendigkeit einer besseren Verkehrsanbindung des Ortsteils Gumattenkirchen mit dem Zuzug, wie sie mit der stärkeren Wohnbebauung einhergeht. Sie verwies außerdem auf die Gefahren für Radler im Straßenverkehr, insbesondere für Kinder. Für das geplante Neubaugebiet „Isner Feld“ forderte sie, dessen Bebauungsdichte dem angrenzenden Wohngebiet Kramer-straße anzupassen.

Der Bürgermeister sprach sich vehement gegen eine Änderung des einmal beschlossenen Bebauungsplanes für das „ Isner Feld“ aus, für das bereits die Erschließung läuft. Er sah im Bau des gewünschten Radweges bestenfalls ein Projekt für die fernere Zukunft allein wegen des schwierig zu erwerbenden Grundes, aber auch anderer Hürden.

Manfred Igl monierte die ungenügende Einsicht in die Zahlen des Dorfladens. Er bezeichnete die vor neun Jahren getätigte Einschätzung der Wirtschaftlichkeit als „Milchmädchenrechnung“ angesichts der nahen Konkurrenz von Globus, Lidl und Co. Sollte sich das Einkaufsverhalten nicht grundlegend ändern, ist seiner Meinung nach der Dorfladen in zwei oder drei Jahren erledigt.

Ludwig Kollerredete sich seinen Frust über die lange Sperrung der Stenginger Brücke von der Seele, die er mit der Flughafen-Odyssee in Berlin verglich.

Ernst Schinko sorgte sich perspektivisch um die ausreichende Wassermenge und -qualität bei weiterhin so heißen Sommern und den Erdöl- Bohrstellen im Wasserschutzgebiet – zumal er darin keinen Nutzen für die eigene Gemeinde sah.

Der Bürgermeister, viele Jahre in Führungsverantwortung des Wasser-Zweckverbandes der Mettenheimer Gruppe, beruhigte Schinko damit, dass Messstellen um jedes Bohrloch eine Verunreinigung von vornhinein verhinderten und die Fließrichtung der von der Gemeinde genutzten Brunnen ohnehin in andere Richtung ginge.

Hubert Sax interessierte sich für die Instandsetzung der vom „Ersatzverkehrs“ für die Stenginger Brücke betroffenen Straßen um Langen-stegham. Als Imker monierte er die im Zuge des Volksbegehrens für Artenschutz geschaffenen Blühlandschaften im Spätherbst. Weiter regte er an, dass Gemeinden und Landkreise die eigenen Grünstreifen am Rande der Straßen zum Blühen bringen könnten. Auf den hohen Wasser-Härtegrad eingehend, plädierte der Redner für gemeindliche Entsalzungsanlagen, um Schäden beispielsweise an Haushaltsgeräten zu verhindern.

Der Bürgermeister bestätigte die Notwendigkeit, die Straße nach Gaymoos zu sanieren und verwies auf das bereits erhöhte Bankett. Er erklärte, dass er wegen der Abgase gegen das Honigsammeln der Bienen am Straßenrand sei. Die Gemeinde trage bereits zum Artenschutz auf ihren Grünflächen bei, indem sie diese wesentlich seltener mähe, was teilweise Kritiker aus der Siedlung auf den Plan rufe. Der Kommunalpolitiker lehnte eine allgemeine Wasserenthärtung aus verschiedenen Gründen ab.

Hans Greßwar der zu erwartende verstärkte Durchgangsverkehr in Gumattenkirchen nach Fertigstellung der Stenginger Brücke ein Dorn im Auge.

Landrat Georg Huber bedauerte, dass erst alle rechtsstaatlichen Mittel ausgeschöpft werden mussten, um den Eigentümer zum Verkauf des benötigten Grundes zu bewegen. Diese Situation sah er als exemplarisch für die künftige Entwicklung an, weil es für die Kommunen immer schwieriger werde, Land zu erwerben. Er brach in dem Zusammenhang eine Lanze für die Demokratie, bei der die Gemeinschaft vor dem Egoismus Einzelner rangiere.

Zunehmend komplizierter werde das Bauen auch für Leute, die die wachsenden Grundstückspreise selbst auf dem Land nicht stemmen könnten. Deshalb gelte es bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und im Vorfeld Probleme aus der Welt zu schaffen wie das mit dem Arbeitskreis für die Zentrumsbebauung Gumarings geplant sei.

Dem mangelnden Nahverkehr auf dem Lande versprach er, unter anderem mit einem ÖPNV-Netzplan auf Kreisebene zu begegnen.

Huber orientierte in seiner Rede auf ein generelles Zusammenhelfen der Bürger, ohne dass sich viele regionale Probleme nicht lösen ließen. Der Gemeinde stellte er ein hervorragendes Zeugnis hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Handelns aus und ermutigte sie, diesen Weg weiter zu beschreiten. kch

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