Max Vetter jetzt Einzelkämpfer

Junger Brauer aus Mühldorf verliert in der Krise mehr als nur Partner – doch er bleibt dran

Aus einem Trio wurde ein Einzelkämpfer. Braumeister Max Vetter hat seinen Traum von einer eigenen Brauerei nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Der Innbräu will in diesem Jahr sogar ein Weißbier auf den Markt bringen.
+
Aus einem Trio wurde ein Einzelkämpfer. Braumeister Max Vetter hat seinen Traum von einer eigenen Brauerei nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Der Innbräu will in diesem Jahr sogar ein Weißbier auf den Markt bringen.

Die Corona-Pandemie, Probleme mit dem Lärmschutz: Im aktuellen Interview blickt Brauer Max Vetter auf das vergangene Jahr als Braumeister von InnBräu zurück und erklärt, wie es nun weiter geht.

Von Bettina Niederschweiberer

Mühldorf – Die Brauerei InnBräu aus Mühldorf besteht nun seit einem Jahr. Für Braumeister Max Vetter war dieses Jahr ereignisreich. Er verhehlt dabei aber nicht, dass es nicht immer möglich war, die Ideen so umzusetzen. Der von langer Hand geplante Bau der Brauerei in Mühldorf wurde zwischenzeitlich aus Eis gelegt.

Auf dem Mühldorfer Volksfest 2019 konnten die Besucher zum ersten Mal das neue Kellerpils 5‘17er der Brauerei Innbräu probieren. Was hat sich innerhalb dieses Jahres wesentlich verändert?

Max Vetter: Das zurückliegende Jahr war sehr spannend. Das Volksfest war eine super Plattform für die Brauerei Innbräu, das 5’17er Kellerpils den Leuten in der Region näher zu bringen. Was zweifelsfrei gelungen ist, die Reaktionen und Nachfragen waren enorm. Natürlich hat auch uns, wie auf der ganzen Welt, das Corona Virus die Planung verdorben. Es waren einige Feste, Events und größere Feiern geplant, die leider alle abgesagt werden mussten. Das tut gerade am Anfang sehr weh.

2020 sollte das Jahr werden, in dem der Bau der Brauerei in „Hirsch am Hart“ den Start erlebt. Was ist aus den Plänen einer eigenen Brauerei mit Gaststätte und Veranstaltungslokalität geworden?

Vetter: Ich bekam Ende März leider die Mitteilung, dass der Bau der Brauerei in Hirsch am Hart lärmschutztechnisch leider nicht möglich ist. Aufgrund der Daten des Gutachtens wäre der Bau einer Brauerei mit Gaststätte nicht umsetzbar gewesen. Zusätzlich kam die Coronakrise, die alles erschwerte und bis heute verzögert. Der Bau ist momentan zurückgestellt.

Wenn das Projekt im Moment gestoppt ist: Wie überbrücken Sie die Zeit? Wo brauen Sie denn aktuell?

Vetter: Zur Miete in der Genossenschaftsbrauerei Gut Forsting südlich von Haag, Landkreis Rosenheim. Diese verfügt über eine moderne Ausstattung, die ich mitbenutzen kann. Eine sehr gute Übergangslösung bis eine eigene Brauerei steht.

Neben dem Pils gibt es jetzt auch ein Helles zu kaufen. Wie kommt das Bier im Landkreis an?

Vetter: Das neue „Helle“ ist seit Anfang Juni an allen unseren Verkaufsstellen verfügbar. Ich habe bis jetzt sehr positive Rückmeldung erhalten und denke, den Verbrauchern schmeckt meine Interpretation des „Hellen“ Bieres. Hier ist mein Anspruch, dass die Menschen in der Region eine Alternative haben und nicht auf die Fernsehbiere oder Großbrauereien zurückgreifen müssen. Mein Leitspruch: „Unser Fluss. Unser Bier“ kommt hoffentlich gut an!

Lässt sich das auch in Zahlen fassen?

Vetter: 1000 Liter waren es auf dem Volksfest in Mühldorf 550 Hektoliter waren es im vergangenen Jahr.

Blick in die Zukunft: Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf das Unternehmen ? Wie gehen Sie damit um?

Vetter: Die Pandemie hatte und hat nach wie vor große Auswirkungen auf den Geschäftsplan. Wegfall der Feste, Events und andere geplante Aktivitäten. Die Gastronomie leidet. Ich habe das Beste daraus gemacht, Listungen unserer zwei Biere Innbräu Hell und 5’17er vorangetrieben und kann zum jetzigen Zeitpunkt eine gute Listung unserer Produkte in der Region verzeichnen.

Auch personell haben sich Veränderungen ergeben...

Vetter: Ich werde aufgrund der genannten Probleme alleine das Projekt Innbräu weiterführen und darum kämpfen, es aufrecht zu erhalten. Ich möchte eine gute Alternative mit einem regionalen Produkt schaffen und in der Heimat punkten. Gerade in dieser recht schwierigen Zeit durch Corona ist es nicht einfacher geworden. Aber da bin ich ja nicht der Einzige, der mit diesem Problem kämpft.

Das könnte Sie auch interessieren: Kein Oktoberfest 2020 – Feiern Sie stattdessen das „Oktoberfest 1900“ mit Blut und Bier

Wie sieht der gewöhnliche Arbeitstag einen jungen Braumeisters aus? Was macht Ihnen Spaß in Ihrem Beruf?

Vetter: Einen gewohnten Arbeitstag gibt es noch nicht. Jeder Tag ist anders und hat neue Aufgaben. Es macht wahnsinnig viel Spaß an diesem Projekt zu arbeiten und zu sehen, wie es ganz langsam wächst. Ich führe viele Telefonate, bearbeite Mails und knüpfe neue Kontakte. Diese Sachen stehen momentan auf der Tagesordnung. Den Rest meiner Zeit verbringe ich in der Brauerei. Dort wird frisches Bier gebraut, gelagert, abgefüllt und an meine Kunden ausgeliefert.

Bierbrauen liegt im Trend: Gibt es bald wieder ein Neumarkter Bier?

Wie sieht die Planung für die nächste Zeit aus?

Vetter: Nachdem der Bau in Hirsch am Hart gescheitert ist, sehe ich mich nach einem geeigneten Grundstück um. Ich habe schon Anfragen aus der Region erhalten, aber das ist ein anderes Thema. Darauf möchte ich momentan noch nicht eingehen. Auf jeden Fall sind weitere Biersorten geplant, das nächste wird ein Weißbier, das ich noch in diesem Jahr auf den Markt bringen will. Auch Saisonbiere sind geplant, aber da verrate ich noch nicht zu viel, das bleibt eine Überraschung.

Kommentare