126 Blühpaten im Landkreis Mühldorf gehen fünfjährige Patenschaft ein

Auf 20000 Quadratmeter im Landkreis Mühlodrf wird es in diesem Jahr wie auf unserem Bild aussehen.
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Auf 20000 Quadratmeter im Landkreis Mühlodrf wird es in diesem Jahr wie auf unserem Bild aussehen.

126 Bürgerinnen und Bürger haben eine fünfjährige Patenschaft für Blühflächen übernommen. Im Landkreis Mühldorf sind sind 20000 Quadratmeter dieser Flächen entstanden . Bauernverband und Maschinenring ziehen eine positive Bilanz der Aktion.

von Josef Bauer

Mühldorf – Der Bayerische Bauernverband startete in diesem Jahr die Aktion Blühpatenschaften. Diese Aktion, die vom Maschinenring Altötting-Mühldorf organisatorische betreut wird, umfasst 126 Paten, die einen Pachtvertrag für fünf Jahre unterschrieben haben. In diesem Frühjahr wurden vom Maschinenring 20 000 Quadratmeter Blühflächen eingesät.

„Wir haben die Patenschaften gesteigert. Ich bin sehr zufrieden, dass sich 126 Paten für die Blühflächen gefunden haben. Natürlich ist dieses Ergebnis noch ausbaufähig. Wir müssen schauen, dass wir noch mehr solcher Flächen zur Verfügung stellen können“, sagte BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer.

Saatgut kommt aus dem Landkreis

„Wir haben die Zahl der Patenschaften gesteigert. Ich bin sehr zufrieden, dass sich 126 Paten für die Blühflächen gefunden haben. Natürlich ist dieses Ergebnis noch ausbaufähig. Wir müssen schauen, dass wir noch mehr solcher Flächen zur Verfügung stellen können“, sagt BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer.

„Wir haben mit Georg Hans einen ausgewiesenen Spezialisten für Saatgut im Landkreis Mühldorf, erklärt Peter Falter, Geschäftsführer des Maschinenrings Altötting-Mühldorf. Georg Hans mischt die Samenarten, die auf den angemieteten Blühflächen verarbeitet werden. Mit seinen regionalen Blühmischungen sorgt er für den Erhalt der Artenvielfalt im besten Sinne. „Bis zum vergangenen Jahr geschah das eher im Verborgenen. Seit dem sogenannten Bienen-Volksbegehren ist sein Tun auch in der breiteren Öffentlichkeit bekannt“, sagt Falter. So hat Georg Hans mittlerweile fast täglich Anfragen nach Beratungsgesprächen. Kommunen aber auch Privatpersonen besuchen seinen Hof, begutachten die rund 70 bis 80 Samenarten, die er dort auf Lager hat und damit unterschiedlichen Samenmischungen zusammenstellt, die zu dem jeweiligen Boden passen.

Nachhaltiger Lebensraum für Flora und Fauna

Die Landwirte stellen für den Zeitraum von 2020 bis 2024 die ausgewiesene Fläche zur Verfügung. Die Patenschaft läuft für fünf Jahre, um den Belangen des Artenschutzes und ökologischen Aspekten Rechnung zu tragen. Die Fläche wird im Jahr 2020 angesät und bleibt dann für fünf Jahre bestehen, um nachhaltig einen Lebensraum für Flora und Fauna zu bieten.

Paten können sich mit einem Betrag von 45 Euro/Jahr, also 225 Euro für die fünf-jährige Laufzeit für 100 Quadratmeter Blühpatenschaft beteiligen. Der Betrag muss für fünf Jahre im Voraus bezahlt werden und wird über ein Treuhandkonto des Maschinenrings verwaltet. Dem Landwirt wird der Betrag in fünf jährlichen Raten ausbezahlt.

Das sagen die Blühpaten

„Bei einer Reise vor einigen Jahren nach Prag habe ich die vielen ungenutzten Flächen bewundert auf denen Gräser, Blumen und Kräuter wuchsen. Mein Eindruck ist, dass solche Flächen in unserer Region zu selten sind. Bei uns wird gefühlt jeder Quadratmeter genutzt - wie soll sich die Natur entfalten können? Wo finden Lebewesen wie Insekten eine Heimat? Nachdem ich von der Aktion der Blühflächenpatenschaft gehört habe, war ich davon überzeugt, dass dieses Geld gut angelegt ist und ich somit auch einen kleinen Beitrag leisten kann. Spätestens seit dem Volksbegehren ‚Rettet die Artenvielfalt‘ wissen wir, wie wichtig Insekten wie die Bienen für uns alle sind – und leider nimmt die Anzahl der Insekten rapide ab. Dabei dienen Insekten auch anderen Lebewesen wie Vögel als Nahrungsquelle. Die Insekten, Vögel und andere Tiere haben demnach nun fünf Jahre einen Lebensraum, den sie nahezu ungestört nutzen können. Die Bindung auf fünf Jahre ist wichtig, dass den Kleinstlebewesen auch im Winter ein Quartier zur Verfügung steht und somit langfristig ihr Lebensraum geschützt wird. Schön wäre es natürlich, wenn es nach fünf Jahren weiterhin eine Blühfläche bleibt“, berichtet Blühpate Bernhard Suttner.

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Stephanie Moßbacher (Gründertochter, Mitgesellschafterin und Bereichsleitung Marketing/PR/Produktmanagement bei Byodo): Als Naturkostunternehmen ist es uns seit der Firmengründung vor 35 Jahren ein Herzensanliegen im Einklang mit der Natur genussvolle Bio-Produkte anzubieten. Wir möchten mit unserem Wirtschaften einen positiven Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt leisten und sehen uns auch in der Verantwortung über unser Unternehmen hinaus den Umweltschutz zu fördern. Durch die Blühwiesen inmitten von konventionell betriebenen Feldern wird für die Tiere Nähr- und Rückzugsraum geschaffen, was wir sehr unterstützen. Als Bio-Unternehmen unterstützen wir schon immer die ökologische Landwirtschaft und werden das auch weiterhin tun. Die Bindung über fünf Jahre war deshalb überhaupt kein Thema für uns. So können wir wenigstens einen kleinen Beitrag leisten, um die Biodiversität möglichst langfristig nachhaltig zu fördern.

Blühpatin Stephanie Moßbacher.

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