Biotop in Mühldorf zerstört? Vereinsvorsitzender muss illegale Einlagerungen beseitigen

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Streit gibt es um ein kleines Biotop im Mößling. Neben dem Übungsgelände des Hundesportvereins hat der Besitzer nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde unzulässigerweise Erdreich eingelagert. Das hat jetzt Konsequenzen.

Mühldorf – Das Gelände des Hundesportvereins im Norden Mößlings an der Autobahn erstreckt sich seit gut eineinhalb Jahren auch auf ein benachbartes Biotop. Die Mulde zwischen dem Hochwasserdamm und einem freien Feld ist ein kleines Waldstück inmitten landwirtschaftlicher Nutzung. Im März 2018 verkaufte die Stadt das Grundstück nach Angaben von Bürgermeisterin Marianne Zollner, den Namen des Käufers wollte sie aus Datenschutzgründen nicht nennen. Sie betont aber: „Auch der neue Eigentümer ist an die Vorgaben für dieses Biotop gebunden.“

Beim Kauf keine Info über Biotop

Der Besitzer ist der Vorsitzende des benachbarten Hundsportvereins, Edgar Huber. „Ich habe das Grundstück gekauft, damit der Verein seine Ruhe hat“, sagt er. Er habe nicht gewusst, dass es sich um ein Biotop handele, darauf sei er nicht hingewiesen worden.

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In den vergangenen Monaten hat Huber diese Mulde zum Teil mit Erdaushub aufgefüllt. Nicht nur Nachbarn ärgern sich darüber, auch die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt spricht Klartext: „Es wurde ein Teilbereich eines Biotops verfüllt. Dies stellt einen Verstoß gegen das Bundes-Naturschutzgesetz dar“, heißt es in einer Stellungnahme auf Anfrage der Heimatzeitung.

Für Huber hat das gravierende Auswirkungen. „Es wurde veranlasst, die Verfüllung zu beseitigen und den ursprünglichen Zustand des Biotops wiederherzustellen“, schreibt die Untere Naturschutzbehörde. „Je nachdem, wie erfolgreich die Wiederherstellung erfolgen kann, bleiben weitere Ausgleichsmaßnahmen zur Kompensation des Eingriffs vorbehalten.“

Erdauschüttung ist rechtswidrig

Besitzer Huber erklärt, dass er die Aufschüttung umgehend habe beseitigen lassen. Die breite Rampe die auf das Gelände des Hundesportvereins führe, habe damit nichts zu tun, die gebe es schon, seit während des Autobahnbaus ein Hochwasserwall nördlich des Geländes aufgeschüttet worden sei.

Grundsätzlich zweifelt er den Biotopcharakter des kleinen Wäldchens an. Früher, sagt er, habe es sich weiter nach Osten erstreckt. Im Zuge des Baus der Brücke über die Autobahn im Verlauf der Oberhofener Straße, sei der von der Brücke betroffene Bereich aus der Biotop-Kartierung herausgenommen und als nicht erhaltenswert eingestuft worden.

Weitere Ortstermine geplant

Das Biotop, im Mößlinger Volksmund „Paradies“ genannt, isteins von 730 Biotopen, die im Landkreis kartiert sind. Es ist unter anderem im Flächennutzungsplan der Stadt ausgewiesen. Bei Biotopen handelt es sich um ökologisch wertvolle Flächen wie Sümpfe, Röhrichte, seggen- oder binsenreiche Feuchtwiesen, Quellbereiche, Auwälder, Verlandungsbereiche, Altarme, Trocken- und Magerstandorte, Bruch- und Auwälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte. Sie sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt.

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In diesen gesetzlich geschützten Biotopen sind laut Landratsamt „Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder sonstigen erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung führen können, wie Drainagen, Abgrabungen, Aufforstungen oder Errichtung von baulichen Anlagen, nur mit Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes, Naturschutz zulässig“. Eine solche Genehmigung hatte der Hundesportverein nicht und damit laut Landratsamt eine Ordnungswidrigkeit begangen. Die kann mit einem Bußgeld geahndet werden. „Dies hat über ein eigenes Bußgeldverfahren zu erfolgen“, es ist laut Landratsamt aber noch nicht eingeleitet.

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Das Landratsamt erkläre, dass es noch einen oder mehrere Ortstermine geben werde, „da der Erfolg der geforderten Wiederherstellungsmaßnahmen geprüft und davon anhängig die weiteren Ausgleichsmaßnahmen festgelegt werden müssen.“

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