Biogasanlage in Pietsham soll erweitert werden

Rattenkirchen – Mit 7:1 Stimmen hat der Gemeinderat den baugenehmigungspflichtigen Teilen eines Antrags zur immissionsschutzrechtlich genehmigten Biogasanlage im Rattenkirchner Ortsteil Pietsham um eine Vakuumverdampfung zur Gärrestaufbereitung zugestimmt.

Der Antrag geht bereits auf das Jahr 2018 zurück. Die zwischenzeitlich eingereichten Änderungen („Nutzung von Teilen des Kondensats zur Bewässerung“) konnten nicht entschieden werden, da das vorgelegte Gutachten diese Änderungen nicht berücksichtigte. Mittlerweile wurden die Antragsunterlagen überarbeitet, ein Gutachten liegt vor, in dem nun auch die geplante Bewässerung mitbetrachtet wird.

Das Landratsamt Mühldorf hat die aktualisierten Unterlagen geprüft und zur Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens an die Gemeinde weitergeleitet. In dem Gutachten heißt es, dass ein Drittel des Kondensats vernebelt, ein Drittel zur Bewässerung eingesetzt und das letzte Drittel in den Anlagenkreislauf zurückgeführt wird. Das System ist als unterirdische Tröpfchenbewässerung geplant. Hierbei wird das Bewässerungswasser mittels Tauchpumpe aus dem Kondensatbehälter entnommen und über eine selbstreinigende Filtersta tion und ein nachgeschaltetes Leitungssystem direkt an die Wurzeln der Nutzpflanzen gebracht. Welche Ackerfläche von der Bewässerung betroffen ist, kann den Unterlagen entnommen werden.

Die Leitungsführung für das Bewässerungssystem ist in den Planunterlagen nicht dargestellt. Es ist nicht bekannt, an welcher Stelle und wie die Bewässerungsleitung die Gemeindewege kreuzen soll.

Der Gemeinderat stimmte deshalb mit einer Gegenstimme nur den baugenehmigungspflichtigen Teilen des Vorhabens zu. Das gemeindliche Einvernehmen beinhaltet aber explizit keine weiteren Gestattungen und Erlaubnisse wie zum Beispiel Erlaubnisse zur Querung von Gemeindewegen durch die Bewässerungsleitung. Dies kann nur in Abstimmung mit der Gemeinde erfolgen. krl

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