Bildungswerke starten vorsichtig - In den Volkshochschulen gibt es die ersten Nach-Corona-Kurse

Neun dürfen, zehn gingen auch noch: Am Sportprogramm in der VHS Mühldorf darf nur eine begrenzte Zahl von Frauen und Männern teilnehmen.
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Neun dürfen, zehn gingen auch noch: Am Sportprogramm in der VHS Mühldorf darf nur eine begrenzte Zahl von Frauen und Männern teilnehmen.

Die Organisation ist aufwendig: Die heimischen Bildungsträger können nach den Pfingstferien wieder Kurse anbieten. Manche, wie die Mühldorfer Volkshochschule, wollen sofort starten, andere planen erst für den Herbst. Ihr Programm soll für Teilnehmer trotzdem interessant sein.

Mühldorf – Das Katholische Kreisbildungswerk will nach Angaben von Vorsitzendem Georg Waldinger auf Basis eines Hygiene-Konzepts die ersten Angebote am Montag beginnen, zunächst mit einer Fortbildung für Kindergärtnerinnen. Ab 24. Juni kommen mehr Kurse dazu, das Eltern-Kind-Programm wird zunächst im Freien stattfinden.

Waldinger betont: „Wir können alle Hygiene-Bedinungen einhalten.“ Das gilt auch für die Besonderheit des KBW, das Veranstaltungen dezentral in Pfarreien durchgeführt. „Die Pfarreien müssen sich keine Gedanken machen, das KBW hat die Verantwortung dafür.“

Grundsätzlich gelten natürlich auch bei den Bildungsträgern in Coronazeiten Maskenpflicht, Abstandsgebot und Hygieneregeln. Die Kontaktbeschränkungen aber sind natürlich lockerer, sodass sich mehr als zwei Haushalte bei den Seminaren treffen dürfen.

Viel Abstand – weniger Teilnehmer

Auch bei der Volkshochschule Mühldorf, die nach den Pfingstferien ihren Betrieb wieder aufnimmt. „Es gehen weitgehend alle Kurse ab 15. Juni weiter“, sagt Geschäftsführer Karl Weber. Allerdings können manchen Kurse nur mit weniger Teilnehmern starten. So liegt die Höchstzahl im gesamten Bewegungsbereich bei zehn Personen. „Es ist viel Aufwand für weniger Leute“, sagt Weber.

Am schwierigsten ist die Organisation der Integrationskurse. Das Bundesamt für Migration verlangt laut Weber, die Gruppen auf zwei Räume mit zwei Referenten aufzuteilen. „Die Mehrkosten dafür will das Bundesamt aber nicht tragen.“ Dabei sei auch die Aufteilung auf zwei Räume mit nur einem Kursleiter möglich, wenn ein Teil Stillarbeit leiste, während der andere unterrichtet werde.

Ruhig bleibt es in der VHS Schwindegg-Buchbach-Obertaufkirchen. Auch nach den Pfingstferien werden keine Kurse angeboten, weil die Organisation nach Angaben der VHS-Leitung Vorlaufzeit braucht. Die Sightseeing-Kurse nach München wurden ebenfalls abgesagt. Nun werden die angefangenen Kurse ausbezahlt. Bis zu den großen Ferien ist kein weiteres Programm geplant. Im Herbst soll es wieder ein ganz normales Programm geben.

Die VHS Neumarkt-St. Veit wird ebenfalls nach den Ferien starten, sagt Geschäftsstellenleiterin Brigitte Häglsperger. „Derzeit versuchen wir alles daran zu setzen, den Kursbetrieb wieder zu starten. Wir werden versuchen, so viele Kurse wie möglich stattfinden zu lassen“. In dieser Woche wurden bereits ein paar Nachholkurse angeboten, nach den Ferien läuft der Rest an. Häglsperger hofft, dass die VHS im Herbst ihre Kurse wie gewohnt anbieten kann.

Weitergeplant wird auch das Projekt „Unsere bayerische Heimat“ ab Herbst. „Wir haben auch diskutiert, das Projekt abzusagen. Doch jetzt hoffen, dass es klappt. Wir glauben, dass die Menschen dankbar  für ein bisschen Abwechslung sind. Wenn wir es nicht durchführen dürfen, können wir die Planung ja auch im nächsten Jahr umsetzen.“

Projekt Heimat soll weiter gehen

Koch- und Tanzkurse sind in der VHS Waldkraiburg vorerst tabu, ansonsten geht es laut Geschäftsführer Alexander Rahm auch am 15. Juni los. Er erklärt, wie aufwendig die Umsetzung eines Hygienekonzepts bei Sportangeboten ist: Flächenreinigung nach jedem Kurs, Desinfektion von Matten und kleinen Sportgeräten. Und weil die Umkleidekabinen zu bleiben: „Wir bitten die Kursteilnehmer, umgezogen und mit eigenen Matten in die Kurse zu gehen.“

In anderen Kursen gibt es Einzeltische, kleine Räume werden nicht genutzt.Alle Kurse knüpfen an, wo sie vor Corona aufgehört haben. „ Für viele war die Pause zu lang. Nur ein Teil macht weiter“, erklärt Rahm. Zur Überbrückung hat die VHS Online-Kurse angeboten. Trotz der Einschränkungen sagt er: „Wenn wir jetzt nicht wieder öffnen, sind wir im Herbst insolvent. So viel steht fest.“

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